Wegweiser

2018

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Ich werde mich bestimmt auch im kommenden Jahr hervorragend zurechtfinden, denn ich habe mir angewöhnt, meine Koordinaten in meinen Navi einzugeben, damit ich zwischen den Möglichkeiten wählen kann, die das Leben mir vorschlägt.

Um erfolgreich meinem eigenen Pfad zu folgen, spielt eine stimmige Umgebung eine wichtige Rolle. Ich möchte nicht die schnellste, sondern die schönste Route nehmen. Und Rastplätze finden, die mir gefallen.

Tierreich

Was bin ich?

Silhoutte eines Rehs

Statt mich mit einem Glühwürmchen oder Pferd zu vergleichen, hätte ich auch Parallelen zu verspielten, aber folgsamen Hunden ziehen können. Oder zu anschmiegsamen Miezekätzchen, die aber durchaus kratzbürstig reagieren können, wenn ihnen etwas gegen den Strich geht.         Platz genug

Wahrscheinlich würde mir ebenso etwas einfallen zu Vogel Strauß oder Erdmännchen. Ihnen allen ist etwas gemein: Sie sind, was sie sind und tun, was Pferde, Hunde, Katzen, Sträuße und Erdmännchen eben so tun.   DSC06004

Sie kennen weder Identitätssuche noch -krise. Sie werden geboren und folgen dem Plan, der in ihnen angelegt ist. Darum könnte man das Tier- und natürlich auch das Pflanzenreich beneiden.

Bei uns Menschen ist es komplizierter. Vielleicht gehört allerdings gerade das Fragen und Suchen zu unserer Bestimmung. Das kann zwar zu einem anstrengenden Dasein führen, aber andererseits ungeahnte Möglichkeiten eröffnen. Aliens dürften uns darum beneiden.

Machen wir uns die Mühe herauszufinden, wofür WIR auf dieser Welt sind. Menschlichkeit dürfte dabei eine entscheidende Rolle spielen.

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Spiegelbild

tierische Ähnlichkeit

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Jawohl, ich habe Züge von einem Pferd. Abgesehen davon, dass mir die Haare oft vor den Augen hängen, sprießen mir mittlerweile auch welche aus dem Kinn, was ich allerdings meistens nur bei Gegenlicht bemerke. Weitere äußere Ähnlichkeiten: ein Paar gespitzte Ohren, gute Riecher und ein runder Bauch.

Im übertragenen Sinn wäre ich gerne groß und stark, bin aber auch scheu und besitze einen Fluchtinstinkt, der sich mit meiner Neugier in etwa die Waage hält.

Weitestgehend domestiziert, brauche ich allerdings viel Auslauf und sehne mich nach der freien Wildbahn. Wenn ich nichts Besseres vorhabe und die Richtung stimmt, lasse ich mich jedoch willig für die Ziele anderer einspannen und entwickle  eine beachtliche Zugkraft.

Eigentlich habe ich die Wahl zwischen drei Gängen: Schritt halten, in lockeren Trab verfallen oder mich vergaloppieren. Das passiert dann, wenn bei zügelloser Begeisterung die PS mit mir  durchgehen.

Das Klappern der eigenen Hufe hören meine empfindlichen Ohren gar nicht gerne; ich bevorzuge weichen Wald- und Wiesenboden, weil ich lieber leise auftrete.

Was noch? Last not least: Ich mag Zucker!

Nachlese

rundum glücklich

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Was für ein Geschenk! Ich machte und bekam kurz vor Weihnachten allerlei schöne Komplimente. Das wundervollste klang so:

„Alle, die dich jemals kennengelernt haben oder noch kennenlernen werden, können sich glücklich schätzen.“

Wenn Menschen so etwas oder ähnliches über einen sagen oder denken, lebt man ein gelungenes Leben. Wertschätzung macht einen großartigen Unterschied.

Feierabend

das Beweisfoto

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Da fährt er fort, der Weihnachtsmann. Ich sah ihn nur von hinten und ohne Sack. Er hatte schon alles abgeliefert und wollte wohl nach Hause.

Zum Nordpol hat er noch einen weiten Weg vor sich. Ich vermute, er verlässt die hiesigen schneelosen Gefilde auf dem Roller, um dann in Skandinavien umzusteigen und den Rest der Strecke mit einem Schnellschlitten zurückzulegen.

Drücken wir ihm die Daumen, dass er den Anschluss nicht verpasst oder die Rentiere streiken. Dieses Päckchen haben zu Weihnachten viele Reisende zu tragen.

Ich dagegen werde gleich ganz gemütlich ins Büro fahren. Die Arbeitswelt ist erfahrungsgemäß dünn besiedelt dieser Tage und das macht sich bereits auf dem Arbeitsweg bemerkbar: viel mehr ruhige Plätze.

das Fest

wer und was alles zusammen kam

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Jede Menge Ehrengäste tummelten sich bei der Preisverleihung. Ihre Ausstrahlung stellte alles andere in den Schatten.

Die Nächsten-Liebe erschien in kleidsamem Rot mit großzügigem Ausschnitt. Daneben sah selbst der Weihnachtsmann blass aus.

Der liebe Frieden hatte ausnahmsweise Feierabend. Normalerweise hat er alle Hände voll zu tun, um zwischen jenen Streithähnen zu vermitteln, die sich leider nur allzu oft und überall unter´s Volk mischen. Wenn es um Rechthaberei geht, zanken die aus alter Tradition, zur Not um einen Apfel.

Die Eintracht war ungetrübt und hatte es zum Glück nicht nötig, sich die Welt etwas schöner zu trinken – und war deshalb am Ende auch nicht blau.

Die Freude trug allerlei bunten Firlefanz, mischte überall mit, unterhielt sich bestens und tänzelte innerlich ganz ausgelassen zwischen den anderen herum.

Der Tannenbaum kam in schlichtem Grün, wie immer, sommers wie winters  – bis er nadelt, dann geht es ins Bräunlichgelbe.

Aber zur Feier des Tages putzte er sich prächtig heraus und behängte sich mit allem, was das Schmuckkästchen hergab. Aber kein Bling-Bling, sondern nur echte Klunker und Kerzen.

Die Kerzen selbst schienen beruhigend und leuchteten goldgelb. Sie sorgten für eine behagliche und beschauliche Stimmung. Die Gesellschaft fühlte sich sehr wohl in dieser gemütlichen Runde.

Die guten Gaben wurden großzügig verteilt. Geben und Nehmen hielten sich die Waage. Gekaufte Geschenke sind dagegen vergleichsweise wertlos.

Am Heiligabend wurde trotz all der Pracht nicht durchgemacht, sondern er endete in himmlischer Ruh´. Der letzte machte das Licht aus.

Vernünftige Entscheidung, denn Morgen ist ja auch noch ein Tag, der zweite, wenn ich mich nicht verzählt habe.

Glanz & Gloria

die gute Gabe

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Endlich, endlich ist es soweit! Ein lang ersehnter Moment ist gekommen. Ein Wunschtraum wird wahr. Die Stille und Heilige Nacht bekommt die verdiente Auszeichnung für ihr Lebenswerk:

den goldenen Tannenzapfen.

Seit Jahrhunderten immer wieder nominiert, ging sie leider immer wieder im hektischen Weihnachtsrummel unter.

Ich habe mich in diesem Jahr durchgesetzt und in Eigenregie dafür gesorgt, dass es klappt mit der Preisverleihung. Die wesentlichen Sachen muss man eben selber machen, sonst wird das nichts mit der Umsetzung.

Wie ich die Stille und Heilige Nacht kenne, wird sie die wertvolle Gabe nicht für sich behalten, sondern mit den kommenden Tagen teilen.