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neue Erfahrung

Lektion in Sachen Vor-Lesung

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Ich blieb höflichkeitshalber bis zur Pause einer Lesung, die mir nicht gefiel. Ich bekam jede Menge Daten, Namen, historisches und geografisches Hintergrundwissen zu hören.

Sicher, die Fakten mögen für sich genommen interessant gewesen sein, aber ich fühlte mich ganz und gar nicht angesprochen davon. Ich wollte keinen Vortrag hören, sondern einer Lesung lauschen.

Letztendlich lernte ich daraus, dass ich persönlich angerührt werden möchte.

beflügelt

Jubel, Trubel, Heiterkeit

Wie passt das zusammen?

Marterpfahl

Wenn ich zu einer Lesung gehe und nebenher ausgelassen Kneipenbetrieb herrscht oder in Cafés mit Geschirr geklappert wird, sagt mir mein Gehör: Ich kann so nicht arbeiten!

Ich fühlte mich wie an einen Marterpfahl gefesselt. Gefesselt von der Lesung, gemartet von den Nebengeräuschen, die mir den Genuss verleideten.

Wäre ich Veranstalter einer Lesung, schenkte ich dem mehr Aufmerksamkeit und sorgte für ausreichend Raum und Ruhe, denn Konkurrenz bei der Geräuschkulisse halte ich für kontraproduktiv. Aus mir spricht die Erfahrung: Das kann Nerven töten.

Ich denke, man sollte wissen, was man bieten will und eine eindeutige Entscheidung fällen, damit sich die Gäste nicht gegenseitig ins Gehege kommen.

Grundsätzlich bin ich für gute Mischungen und Wechselwirkungen, aber in diesem Fall höre ich lieber auf meine Ohren, die ausnahmsweise nicht offen für alles sind.

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Trotz der widrigen Umstände blieben einzelne Perlen am Kreuzgang meines Gehörs hängen.

Kreuzgang

Odyssee

wenn der Weg zur Arbeit wird

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Der Ausnahmezustand gehört zur Normalität. Als ich mich auf den Weg zur Arbeit machte, schätze ich mich glücklich, weil mein Schatz mich bis zum Bahnhof mit dem Auto mitgenommen hatte, wo ich den Regionalzug nehmen wollte, um dem Schienenersatzverkehr aus dem Weg zu gehen.

Die Mitfahrgelegenheit sparte immerhin schon mal 1 x Bus und 1 x S-Bahn. Doch am Bahnhof gab es die Info, dass der Metronom 25 Minuten Verspätung hätte.

Kurzentschlossen disponierte ich um und ging zur Haltestelle vom SEV. Der Bus war noch gar nicht voll, fuhr aber schon ab, ohne mich, leider. Ich wartete auf den nächsten. Der Verkehr war stockend.

Am Ende der Fahrt ging ich x-hundert m bis zum Bahnsteig der S-Bahn. Die nächste sollte in 9 Minuten kommen. Ich wartete geduldig, stieg dann zwei Stationen später wieder aus, um dort mit dem Bus den Rest bis zum Arbeitsplatz zu fahren.

Es war erst mein dritter Tag. Ich kannte mich also nicht so gut aus, denn dies war eine andere Strecke als die, die ich die beiden Tage zuvor genommen hatte. Zur besseren Übersicht: Tag 1 und 2 nahm ich erst den Bus, dann die S-Bahn, den Regionalzug, die U-Bahn und wieder den Bus. An Tag 3: Auto statt Bus u. S-Bahn, Bus (SEV), S-Bahn, Bus.

Ich sah jenen, den ich nehmen wollte, an der Kreuzung, aber er kam nicht um die Ecke, sondern stand still, mit Warnblinkanlage. Ich war unschlüssig, ob ich wieder zum Gleis hochgehen sollte, um meine Reise wieder mit der S-Bahn fortzusetzen, um dann in die U-Bahn umzusteigen und dann in den Bus der mir vertrauten Linie.

Denn ich hatte große Zweifel, wie der nächste Bus an dieser Blockade vorbeikommen könnte. Doch dann geschah ein kleines Wunder und der Bus setzte sich in Bewegung.

Allerdings nur, um an der Haltestelle endgültig abgestellt zu werden. Irgendein Defekt, der dieses Fahrzeug aus dem Verkehr zog.

Wenigstens war die Straße jetzt wieder frei. Der nächste Bus kam und ich erkundigte mich, ob ich besser bei Haltestelle X oder Y aussteigen sollte, wenn ich in die Z-Straße will. Der Fahrer wusste es nicht.

Allerdings stellte sich etwas später heraus, dass ich nicht die Qual der Wahl hatte, denn während der Fahrt kam eine Ansage, dass wegen einer Umleitung keine der beiden Haltestellen angefahren werden konnte. Der Fahrer hörte dies wohl auch zum ersten Mal.

Es war dieser Moment, der mir den Rest gab und mich leicht entnervt die letzten paar Hundert Meter Umweg zurücklegen ließ.

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Diese Erfahrung liegt nun schon einige Monate zurück und ich konnte sie zum Glück erfolgreich verarbeiten, wie man sieht.

Feuchtgebiete

 mal wieder Matsch

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Der Spaziergang am Wochenende war feuchtfröhlich. Einerseits hatte ich meine Freude an den vielen Farben des bunten Herbstlaubs, andererseits bekam ich nasse Füße.

Als aus Waldwegen Wasserstraßen wurden, bereute ich, keine Gummistiefel angezogen zu haben. Es war ein sportlicher Parkour.

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Aber eben auch ganz hübsch. Ich musste nur genau hinschauen, wo ich hintrete.

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Zu allem Überfluss fing es dann auch noch an zu regnen.

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Himmel, was hast du dir dabei gedacht?, fragte ich ihn und mich. Soll ich hier etwa absaufen?

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Nein, natürlich nicht! In Pfützen ist noch niemand zugrunde gegangen. Was vielmehr zählt, ist: Die Augen offen halten, sich Herausforderungen stellen und Erfahrungen sammeln, am besten in geeignetem Schuhwerk.

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Vorratskammer

Leben ist live und in Farbe

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Schreiben geht allerdings auch aus der Konserve. Es ist mir zur lieben Gewohnheit geworden, täglich einen Blog zu veröffentlichen. Bis auf wenige Ausnahmen.

Beispielsweise, wenn ich weg bin vom homeoffice. Oder Besseres zu tun habe. Oder eine frische Erfahrung sacken lassen möchte. Dann greife ich auf Entwürfe zurück, die ich auf Lager habe.

Deshalb ist nicht alles, was hier steht, brandaktuell. Dafür allerdings immer gut durchdacht und manchmal bewegend.

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