vertraulich

Was ist eigentlich Vertrauen? Und was ist das Gegenteil? Wenn ich einem wildfremden Menschen meine Wohnungsschlüssel anvertraue, damit er meine Blumen gießt, während ich verreise, könnte man wohl von blindem Vertrauen sprechen. Oder von Leichtsinn. Urvertrauen hat etwas mit der Gewissheit bekannter Gesetzmäßigkeiten zu tun, das alles im Großen und Ganzen in zuverlässigen Bahnen läuft, die Erde um die Sonne kreist, auf Regen Sonnenschein folgt und nach dem Winter der Frühling kommt. Das geht ja schon ziemlich lange so und wird wohl auch noch eine ganze Weile so bleiben. So, wie man sich prinzipiell auch auf die Neugier der Nachbarn und Nachrichtendienste verlassen kann. Mit Selbstvertrauen ist der Glaube an die eigenen Fähigkeiten gemeint.

Vertrauen. Was bedeutet das denn nun? Meinen wir die Hoffnung, dass nichts geschehen soll, was wir schlimm finden könnten? Oder ist es möglicherweise Ausdruck für den Glauben an das Gute, das in allem und jedem steckt? Das Potential von Böse/Schlecht ist schließlich auch immer vorhanden. Je nachdem, ob ich nun von den Chancen oder den Risiken ausgehe, bin ich zuversichtlich oder habe Grund zur Besorgnis. Mit einer misstrauischen Haltung erwarte ich eine Enttäuschung, die ich eigentlich unbedingt vermeiden möchte, und beschwöre sie damit vielleicht sogar unbewusst herauf. Wenn ich meine Zweifel hege und pflege, nähre ich damit automatisch auch meine Ängste und lasse diese wachsen und gedeihen.

Wenn etwas nicht so kommt, wie ich es mir schön ausgemalt, gehofft und gewünscht habe, kann ich schmollen und grollen. Ich kann mich aber auch darauf besinnen, dass ich selbst einer Situation, die sich nicht wunschgemäß entwickelt hat, noch etwas Positives abgewinnen kann. Nur schlecht gibt es gar nicht.

Honi soit qui mal y pense [ɔni swa ki mal i pɑ̃s] (altfranzösisch; wörtlich „Beschämt sei, wer schlecht darüber denkt“). Die Bewertung findet immer erst durch unsere Interpretation statt.

Zudem schützt Misstrauen nicht vor Enttäuschung. Es ist doch illusorisch zu glauben, man könne sich erfolgreich vor bösen Kräften schützen, wenn man sich abschottet. Vielleicht sogar eher das Gegenteil, denn man fordert den Ehrgeiz der Unterwelt heraus. Vor wirklich krimineller Energie schützt kein Zaun und kein Sicherheitsschloss. Deshalb macht es eigentlich gar keinen Sinn, sein Leben aus Misstrauen einzuschränken, denn das beraubt einen der Freiheit und man wird quasi zum Gefangenen der eigenen Angst.

Ich habe zwar kein Gottvertrauen im christlichen Sinn, aber ich glaube an das Große und Ganze und meinetwegen können wir das Gott nennen. Jedenfalls erlebe ich immer wieder das Wechselspiel der Kräfte nach dem Resonanzgesetz und möchte deshalb aus Überzeugung mehr Vertrauen kultivieren.

 

Motive meiner Bilder-Sprache: Sinnlichkeit, Reflexion und Humor.

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