Kolumnismus

Faible für weltlichen Humor

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Ich stehe auf Kolumnen. Gerne auch in Buchform.

Anfangs amüsierte ich mich mit Fanny Müller, fand dann Gefallen an Elke Heidenreich und schließlich reihte sich Harald Martenstein mit seinen neuen Leiden des alten M. in meine Bücherregale ein. Kürzlich stieß ich auf einen Vornamensvetter: Harald. Dr. Harald Welz, schreibt in Futur Zwei.

Vielleicht sollte ich mir mal ein Sammelalbum anschaffen oder auch zur Autogrammjägerin werden. Nichts leichter als das: Ich könnte gleich bei mir anfangen, denn ich schreibe ja auch Kolumnen.

Nachlese

vortrefflich verbunden

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Ich bin ein Fan von „Vorfreude ist die schönste Freude“.

Einmal wurde ich Ohrenzeugin der gegenteiligen Meinung. Eine Frau argumentierte, sie würde sich nicht vorfreuen, denn sonst wäre sie unweigerlich umso enttäuschter, wenn etwas nicht so einträfe, wie erwartet und gewünscht.

Ich dachte bei mir: das ändert doch nichts am Ergebnis, aber sie bringt sich damit um das schöne Erlebnis von Freude. Nun, jede_r, wie er will. Oder sie. Oder eben nicht.

Bei mir war es nun genau umgekeht,  denn worauf ich mich gefreut hatte, war live gefühlt noch viel schöner als in meiner Vorstellung! Die Lesung von Mary war mehr als rund. Wie ist das möglich? Gibt es eine Steigerung von rund?

Es war rundum berührend und ich mit allen Sinnen dabei. Es war erfüllend und die Begegnung ermöglichte innige Verbundenheit – zu mir selbst und anderen Lebensläufen.

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Vorfreude

Manche Ereignisse werfen Schatten voraus, andere Licht

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Dieses Bild nahm ich auf, weil es mir wie ein Zeichen nach der dunklen Jahreszeit erschien. Es folgten weitere sonnige Momente und die Temperaturen stiegen an.

Was verheißungsvoll begann, setzte sich fort und füllte die frische Luft mit einer Ahnung von Frühling.

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Heute Abend blüht mir eine schöne Lesung. Betont besinnlich und zartbesaitet wie ein einzelnes Blütenblatt.

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Jubel, Trubel, Heiterkeit

Wie passt das zusammen?

Marterpfahl

Wenn ich zu einer Lesung gehe und nebenher ausgelassen Kneipenbetrieb herrscht oder in Cafés mit Geschirr geklappert wird, sagt mir mein Gehör: Ich kann so nicht arbeiten!

Ich fühlte mich wie an einen Marterpfahl gefesselt. Gefesselt von der Lesung, gemartet von den Nebengeräuschen, die mir den Genuss verleideten.

Wäre ich Veranstalter einer Lesung, schenkte ich dem mehr Aufmerksamkeit und sorgte für ausreichend Raum und Ruhe, denn Konkurrenz bei der Geräuschkulisse halte ich für kontraproduktiv. Aus mir spricht die Erfahrung: Das kann Nerven töten.

Ich denke, man sollte wissen, was man bieten will und eine eindeutige Entscheidung fällen, damit sich die Gäste nicht gegenseitig ins Gehege kommen.

Grundsätzlich bin ich für gute Mischungen und Wechselwirkungen, aber in diesem Fall höre lieber auf meine Ohren, die ausnahmsweise nicht offen für alles sind.

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Trotz der widrigen Umstände blieben einzelne Perlen am Kreuzgang meines Gehörs hängen.

Kreuzgang

Freitag, der 13.

erfahrungsgemäß kein schlechter Tag

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Sogar ganz im Gegenteil. Umso besser, wenn eine feinfühlige Autorin mit besinnlichen Texten zur SuedLese beiträgt. Im „Alles wird schön“  werden leise Töne angeschlagen.

Meine liebe Bekannte Mary lädt um 19 Uhr im Kulturverein „Alles wird schön“ ein zur „Nachsaison – unter Palmen und anderswo“.

DSC03138Hingehen und zuhören lohnt sich. Ich lausche ihr jedenfalls sehr gern, weil sie eine zarte Saite zum Klingen bringt.

lohnenswert

SuedLese letzen Sonntag in Wilhelmsburg

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Ich fuhr zur Deichdiele, um Susanne Bienwald zuzuhören. Es wurde eher ein Lauschen, weil sie mich von Anfang an mitnahm auf die Reise von Friedrich Hebbel.

„Da geht einer“ beschreibt seinen beschwerlichen Weg von München nach Hamburg, von Armut zu angestrebtem Ruhm. Er hält sich für einen bedeutenden Dichter.  Mit dem Damoklesschwert des Scheitern über seinem Kopf, geht er hocherhobenen Hauptes in der festen Überzeugung von seiner eigenen Herrlichkeit .

Susanne Bienwald gelang nicht nur das Kunststück, die inneren Dialoge dieses damals noch unbekannten und gleichwohl eingebildeten Autors zu beschreiben, sondern weckt mit ihrer eigenen Sprache gleichfalls die Liebe zur Literatur zum Leben.

Mir hat die Lesung ausgesprochen gut gefallen, zumal die Autorin sehr gut vortragen kann. Ich freue mich schon auf den Herbst, wenn sie im Komm du aus einem anderen Buch lesen wird: Wittensee.

Auf dem Klappentext sagt die Protagonistin: „Es war anstrengend, so zu sein, wie die anderen mich haben wollten“

Kulturtipp

abgrundtief humorvoll

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Christoph Rommel liest am Dienstag, den 10. April ab 20 Uhr im Old Dubliner. SuedLese im Soutarrain.

Wenn es hart auf hart kommt, kann man sich die schlechte Welt in dem Pub wenigstens etwas schöner trinken.

Ich allerdings nicht, denn ich habe Fahrdienst. Ich versprach der alten Elke, sie zur Lesung abzuholen und auch wieder zurück zu fahren in ihr neues Domizil in Neu Wulmstorf.

Das spricht für Christoph, dass sie sich auf ihre weisen Tage für ihn und keinen anderen entschied. Denn sie ist anspruchsvoll und geht nicht wahllos auf jede Lesung – selbst, wenn sie chauffiert wird.

Motive meiner Bilder-Sprache: Sinnlichkeit, Reflexion und Humor.

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