außer der Reihe

Außergewöhnlich

anders als seinesgleichen

Ich finde manche Menschen wunderbar erfrischend – nämlich jene, die auch mal aus der Reihe tanzen. Wer sich das traut, den halte ich für mutig. Ich meine nicht diejenigen, die sich um ihrer selbst Willen hervortun, sondern die, die für ihre Überzeugungen eintreten und dafür in Kauf nehmen, sich unbeliebt zu machen.

Besondere Menschen sind für mich all jene, die haben, was ich nicht habe und können, was ich nicht kann. Doch Neid ist keine Schande, sondern seit neuestem ein Kompass für mich, der mir aufzeigen kann, was meine ungelebten und vielleicht auch uneingestandenen Wünsche sind. Es nützt mir nichts, sondern schadet nur, anderen zu missgönnen, was sie haben und ich eigentlich auch gerne hätte.

Darüber zu stolpern, was ich auch haben oder können will, kann mich motivieren.  Die Frage lautet: Was muss ich dafür tun und ist es mir das wert? Wenn ja und im Bereich des Möglichen, dann los!

Wenn nicht, dann nicht. Dann sieht der Neid anschließend zwangsläufig um einiges blasser aus, weil ich inzwischen weiß, dass ich das doch nicht will. Jedenfalls nicht um jeden Preis. Geschenkt, okay, aber sonst…? Nein, danke.

Viel schlimmer ist es umgekehrt. Beneidet zu werden, hört sich im ersten Moment vielleicht beneidenswert an, aber überlegen wir mal realistisch: Das kann bestimmt richtig unangenehm werden, wenn man sich ständig rechtfertigen und das eigene Hab und Gut herunterspielen muss, damit andere sich nicht benachteiligt oder minderbemittelt fühlen.

Wenn man zugibt, dass man das Vermögen geerbt oder umsonst bekommen hat, ist es unverdient und wenn man sagt, dass man es verdient hat, ist man ein Aufschneider. Wie man es dreht und wendet, beliebter macht man sich nicht, wenn man es soweit kommen lässt, Neid und Missgunst heraufzubeschwören.

Ein armer Schlucker zu bleiben, ist vielleicht die einzig vernünftige Alternative. Oder mich zu fragen, was ich wohl habe, was den anderen vielleicht fehlt? Wir könnten alles gerecht teilen.

halb und halb

Licht und Schatten im Wechselspiel.

Struktur

Das Leben ist ein einziges, hübsch anzusehendes Geflecht aus Licht und Schatten. Weiß ich doch. Trotzdem: In gewissen, natürlich düsteren Momenten will mir die Tatsache dann doch nicht so ganz einleuchten, dass es das eine ohne das andere schlecht bis überhaupt nicht geben kann und das auch ziemlich eintönig wäre.

Dabei habe ich grundsätzlich durchaus die Einstellung: Ja, gewiss, viel Licht tut gut, ohne Frage. Aber zuviel davon muss auch nicht sein. Bei Dauersonnenschein kann ein kühles, schattiges Plätzchen mindestens genauso toll sein. Und ich weiß ja nicht, wie es Euch geht, aber ich liebe das Wechselspiel von Licht und Schatten. Mit einem ewig blauen, wolkenlosen Himmel kann ich weniger anfangen als mit viel Abwechslung. Wie immer: die Mischung macht´s.

Aber wie gesagt: trotzdem. Gestern kam es mir beispielsweise arg ungelegen, als sich plötzlich mein eigener Schatten über mich und meine gute Laune senkte. Mein Gemüt verdunkelte sich zutiefst und mein Fokus lag auf diesem finsteren Loch, in das ich eben nicht fallen will.

Hinsehen und hineinfallen oder hinsehen, nicken und dann wieder hochschauen? Eigentlich ist das keine Frage. Sondern ein Hilfsmittel, um mich selber aufzufangen. Drei Fragen halfen mir, mich wieder aufzurichten und den Blick auf ein gutes Ziel zu lenken.

Na und? – Ich lasse es einfach zu, denn ich weiß, es gehört dazu.

Was beeinflusst meine Entscheidungen? – Ich will mich nicht (gegen meine Überzeugung) anpassen, sondern souverän bleiben.

Was tut mir gut? – Ich suche mir die passende Begleitung auf meinem eigenen Weg.

So gelang es mir, meinen Fokus  sanft zu verschieben und  jetzt sehe ich wieder mehr Licht als Schatten.

schöner Mist

Wo es dampft, ist ein Prozess in Gange.

Misthaufen.jpg

Wie war das nochmal? Welche Gedanken kamen mir zwischen Träumen und Wachen? Ich versuchte, sie noch rasch aufzugabeln, aber es gelang mir nicht. Sie verdampften. Es erinnerte mich an einen Haufen Dünger, mit dem ich gerne mein Feld beackert hätte, um die Erde fruchtbar zu machen, doch ich fand die Nadel im Heuhaufen nicht.

Ich grub nach den Wortschätzen, eingeschlossen in schweren Truhen mit grobem Beschlag. Manchmal schalte und verwalte ich ganze Sätze in einem umfangreichen Archiv, erkenne und benenne, verwerfe, beschrifte neu, schreibe auf und um, und bin doch nicht Herr/ Frau der Sprache.

Dann wieder lege ich den Verstand beiseite und spiele ganz unbekümmert mit Wörtern wie mit Legosteinen, stelle sie nach Belieben zusammen und nehme sie wieder auseinander für einen weiteren Satzbau. Aller Anfang ist neu.

Temperaturschwankungen

Erscheinungsformen.

Schneeschmelze

Draußen bricht anscheinend hemmungslos der Frühling aus. Jede Menge Vogelgezwitscher und hier und da liegt etwas in der Luft. Gute Laune beispielsweise. Es wird wieder mehr gelacht, denn die Tage werden länger und heller.

Ich glaube ja noch nicht so recht daran, dass es das dann schon war in Sachen Winter. Mag sein, dass in Bayern oder auch im Harz mehr davon zu sehen war. Hier bei uns im Norden hat er sich rar gemacht. Die Mütze von Väterchen Frost bekam ich seltener zu Gesicht als die von Torsten Sträter.

Den habe ich übrigens kürzlich erstmalig OHNE Mütze gesehen. Was der sich traut… kann er aber auch. Also, sich ohne Mütze sehen lassen, meine ich. Aber mir gefällt er mit noch besser, ich weiß selber nicht warum.

Die An- und Abwesenheit der Mütze macht einen unfassbaren Unterschied. Und aus einem Menschen praktisch zwei – verschieden wie uneiige Brüder. Diese Verwandlung ist einfach vollkommen verblüffend!

Ich finde, ohne sieht er richtig gut aus, doch mit kann ihm kaum einer das Wasser reichen. Er ist ein Original, dem der schwarze Rahmen ausgesprochen gut zu Gesicht steht!

Die Mütze hat nach seiner Auskunft etwas mit der gefühlten Temperatur zu tun. Wenn ich das richtig verstanden habe, trägt er sie, weil ihm immer schnell  zu warm wird – zur Tarnung gewissermaßen. Die Mütze legt er nämlich wohl öfters vor dem Auftritt in einen Eisschrank, um dann später einen kühlen Kopf zu bewahren. Interessante Taktik.

Ich finde die Mütze jedenfalls außerordentlich cool und kleidsam. Und sie verjüngt, möchte ich noch hinzufügen, und zwar viel effektiver als jedes Facelifting! Vielleicht sollte er sich diese Mütze patentieren lassen: männlich-markante Falten behalten und trotzdem jugendlich frisch aussehen! Krass-cool, Alter.

Vielleicht sollte ich ihm zuvorkommen und selber diese Gelegenheit beim Schopf ergreifen und Mützenmacherin werden wegen des enormen Potenzials schlichter, schneller sowie preisgünstiger Verjüngungsmaßnahmen. Aber ich befürchte, nicht bei jedem wirkt es so gut wie bei ihm.

Und vielleicht ist´s auch schon zu spät, denn mit dem Frühling hört im allgemeinen das Mützenwetter auf.  Ich hoffe allerdings, dass Top-Model Torsten seine Mütze  eiskalt ganzjährig trägt.

let´s laugh!

Mund

HA, ich habe es doch gewusst oder zumindest geahnt: Lachen ist noch ansteckender als etliche Krankheiten, aber gesund!

Ich kenne eine Familie, auf deren Anrufbeantworter folgende Ankündigung zu hören ist: „Nachrichten bitte nach dem Lachen“. Und dann folgt das ausgelassene Gelächter der Jüngsten. Ich ertappe mich dabei, manchmal einfach dort anrufen zu wollen in der Hoffnung, niemand sei zuhause.

Kindliches Gekicher ist am alleransteckendsten – wäre Lachen eine Krankheit, wäre es vorrangig eine Kinder-Krankheit. Von den Kleinsten der Gesellschaft könnten wir Großen eine Menge lernen und sie uns in ihrer albernen Ausgelassenheit zum Vorbild nehmen. Wir Erwachsenen brauchen scheinbar immer einen triftigen Grund zum Lachen, sonst tendieren wir eher dazu, es uns zu verkneifen.

Anders als Babys und Kleinkinder, die schon beim geringsten Anlass in Heiterkeit ausbrechen und einfach unwiderstehlich wirken mit ihrem Freudestrahlen. Dabei bereitet das doch ganz offensichtlich viel Vergnügen.

Eigentlich wäre es auch viel lustiger, unsere Lachmuskeln zu trainieren als z. B. den Bizeps.

Das wäre unserer Gesundheit sehr, sehr zuträglich. Lachen ist die beste, billigste und wirksamste Medizin, die man sich nur vorstellen kann. Wir können mit einem kleinen Schmunzeln beginnen, sozusagen als Aufwärm-Übung. Dann ein bisschen Hihihi, Hohoho und Hahaha, sich dabei ruhig ein bisschen den Bauch halten, sich langsam vor und zurückbeugen und schließlich komplett vor Lachen ausschütten.

Ich finde diese Heilmethode so überzeugend, dass ich mich gerade mit der Idee infiziere, mir selber Lachtraining zu verordnen.

ich

Wachstumstrieb

Ich will hoch hinaus, wachsen und gedeihen.

Zaun

Denn oben ist es schön hell und der Himmel blau. Mein Wachstum führt mich automatisch in Richtung Licht. Zum Glück fand ich irgendwann den Mut zur Lücke bzw diese selbst, zwängte mich hindurch und stellte angenehm überrascht fest, wieviel Platz auf der anderen Seite vom Zaun ist. Jetzt kann mich nichts mehr aufhalten, denke ich begeistert und lasse meinen Trieb austreiben.

scheues Reh

Ich war ein scheues Reh.

Silhoutte eines Rehs

Das war früher. Die meiste Zeit traute ich mich nicht aus der Deckung, sondern versteckte mich lieber. Überall lauerte in meinen Augen Gefahr, ich witterte sie in fast allem und jedem.  Meine Sinne versetzen mich beim kleinsten Anzeichen in Alarmbereitschaft, dann zuckte ich zusammen und duckte mich.

Dadurch, dass ich vor der vermeintlichen Bedrohung Reißaus nahm, konnte ich allerdings nicht lernen, echte Gefahr für Leib und Leben von einer eingebildeten zu unterscheiden.

Heute lasse ich mich beim Äsen kaum noch aus der Ruhe bringen. Wenn ich überhaupt noch ein Reh bin. Vielleicht doch eher ein ganz normaler Mensch, der seine Freude am seltenen Anblick von Rehen hat und ihnen gerne vermitteln würde: Keine Angst, ich tue Euch nichts! Nur vor den Jägern müsst Ihr Euch in Acht nehmen, aber die sind momentan noch seltener anzutreffen. Die jagen vermutlich gerade die Angsthasen.

Ich bin froh, inzwischen mutig wie ein Löwe und bärenstark zu sein. Aber mein Kraft-Tier ist und bleibt das Reh.

Bachlauf

Mein zauberhafter Weg.

Bachlauf

Ist dieser Bachlauf nicht wunderschön anzusehen? Ich folge ihm mit meinen Augen und denke mir in der Ferne einen fließenden Strom und der wiederum mündet im Meer.

Vor einem Jahr war das Eis, auf dem ich ging, noch sehr dünn. Doch inzwischen trägt es mich. Der matte Glanz ist Balsam für meine Seele und lockt mich ins Licht.

Eine kleine Gefahr gibt es dennoch: Ich könnte auf dem glatten Grund ins Schlittern geraten und ausrutschen. Das soll nicht geschehen und deshalb will ich meine Schritte behutsam lenken.

Ich habe heute im übertragenen Sinn schon Schnee geschoben, den Weg frei gemacht für andere. Denn ich merkte, dass ich dabei war, meine Seite zu überfrachten. Manchmal ist weniger einfach mehr.

Ich hatte nach und nach schon etwa 20 Kapitel (von derzeit 76) meines zweiten Buches hier eingelagert. Wo sollte das hinführen? Eben. Es war so schon eng im Stauraum.

Also erwog ich die Schwere für den Besucher und kam zu dem Ergebnis: viel zu viel. Da war einsichtiges Handeln gefragt und ich schulterte die Kapitel und trug sie zurück, wo ich sie herhatte. Und homepage, Besucher und auch ich, wir alle atmen erleichtert auf.

wabi-sabi

einfach schön: wabi-sabi

Mohnblüten mit Buddha im HG

Kennt Ihr nicht? Habe  ich mir schon gedacht. Woher auch? Das ist nämlich weit hergeholt, nämlich aus Japan. Wabi-sabi beschreibt eine Komponente der (japanischen) Ästhetik, die gewissermaßen das Pondon (Gegenstück) zu unserem westlichen Schönheitsideal von Hochglanzoptik und Makellosigkeit bildet.

Wabi-sabi ist darüber hinaus eine bestimmte Geisteshaltung, nämlich das Akzeptieren des Unvermeidlichen. Drei elementare Wahrheiten liegen der inneren Einstellung zugrunde:

  • Alle Dinge sind vergänglich – alles endet im Nichts.
  • Alle Dinge sind unvollkommen – nichts, was existiert, ist ohne Makel..
  • Alle Dinge sind unvollständig – alles befindet sich in einem ununterbrochenen, niemals endenden Zustand des Werdens und Vergehens.

Je älter und ramponierter etwas ist, desto mehr steigt der Wert bei wabi-sabi. Außerdem findet es sich in unscheinbaren, leicht zu übersehenden Details, es hat mit dem Nebensächlichen und Verborgenen zu tun, mit dem Vorläufigen und Flüchtigen.

Nun sind wir allerdings keine Japaner und wahrscheinlich fühlen sich selbst die mehrheitlich nicht mehr dieser alten Tradition verhaftet. Aber ich selbst kann mich sehr gut damit identifizieren, viel mit der Ästhetik von Patina anfangen und finde darin Trost und einen wunderbaren Ausgleich zu meinem Perfektionismus.

Denn wenn ich hier und da einen unschönen Kratzer im Lack entdecke, ich mir eines Makels bewusst werde oder so langsam  vor mich hin roste, denke ich glücklich: wabi-sabi.

kreuz und quer

Ich vernetze mich das erste Mal im Leben.

Bootstaue

Es ist für mich schön anzusehen und zu loben, dass ich mich so kreuz und quer vernetze und zwar mit etlichen tollen Leuten, die ich derzeit kennenlerne. Jetzt noch nicht so direkt hier vor Ort, dafür sind es noch zu wenige Besucher auf meiner Seite, als das man groß von einem Netz sprechen könnte.

Ich knüpfe aber anderweitig viele Kontakte, auch in der Hoffnung, den einen oder anderen hierher zu locken, aber psssssst, ich will mich nicht wie ein Marktschreier gebährden – denn davon würde ich nur heiser.

Ich hoffe, nicht allzu schnell den Überblick zu verlieren. Die Gefahr des Sich-Verhedderns im eigenen Netzwerk ist groß. Die Suchtgefahr immens. Ich kann jeden nur eindringlich davor warnen. Aber Ihr wisst das bestimmt alle schon längst – nur ich hinke wieder hinterher mit meinen Entfesslungkünsten.

In der Regel bin ich gut strukturiert und deshalb zuversichtlich, dass es mir gelingt, mich nicht in den Irrungen und Wirrungen zu verlieren – oder wenigstens wieder herauszufinden, zurück zu mir und der Ursprungsidee. Worin lag die nochmal?

Ach ja: mich vernetzen. Ich hatte mir vorsichthalber einen roten Faden gelegt, den ich allerdings nie aus den Augen verlieren darf. Wer weiß, wo das sonst hinführt?

Motive meiner Bilder-Sprache: Sinnlichkeit, Reflexion und Humor.

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