Brillleben

Stillleben mit Brillen

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Da verliere ich manchmal beinahe den Überblick. Seinerzeit, pünktlich auf die Minute ließ meine 40jährige Sehkraft nach. Es machte Sinn, mir zum runden Geburtstag eine Lesebrille zu wünschen.  Konnte ich ahnen, dass sich das so auswächst? Nein, ich sah das nicht vorher – und habe auch immer noch Schwierigkeiten mit der Einsicht. Ich war hoffnungslos in eine altersbedingte Weitsichtigkeit hineingeraten und komme da nicht mehr heraus.

Es war der Anfang vom…. Sammeln. Zur ersten Lesebrille gesellte sich alsbald eine zweite, weil die erste schon nach einem halben Jahr nicht mehr zu dem taugte, wofür sie gedacht war, nämlich die Lektüre eines Buches. Fortan kam sie am Computer zum Einsatz und ihre Nachfolge trat eine neue Lesebrille an.

Aus lauter Luxus gönnte ich mir sogar eines Tages eine dritte, eine Mobilbrille, die ich immer dabei hatte, wenn ich unterwegs war. Bis ich sie eines anderen Tages in einem Flugzeug vergaß. Seither haben wir uns aus den Augen verloren.

Eine Freundin schenkte mir dankenswerterweise eine Ersatzbrille aus eigenen Beständen für die verloren geflogene, ein billiges Ding aus dem Drogeriemarkt, mit der ich aber erstaunlich gut sehen bzw. lesen kann und von der ich mich überhaupt nicht mehr trennen mag, obwohl ich mich aus Versehen schon mal draugesetzt hatte. Naja, Gesichter sind ja auch nicht ganz symmetrisch, also was soll´s?

Mit zunehmendem Alter rüstete ich noch weiter auf. Ich sage nur: Gleitsichtbrille. Das war natürlich der Durchbruch in Sachen Durchblick. Jetzt konnte ich nicht nur lesen, sondern sogar Leute klar und deutlich sehen, die einen oder zwei Meter von mir entfernt sind.

Für die Arbeit am Computer ist sie allerdings weniger geeignet, denn dann lege ich für den richtigen Lesewinkel den Kopf so komisch in den Nacken – und das führt zu Verspannungen seitens des Halses.

Auch für´s Treppensteigen ist die Gleitsichtbrille nicht so toll, denn da muss ich vor allem beim Runtergehen höllisch aufpassen, dass ich nicht über Stufen stolpere. Eh ich mich verseh´/verlese und schon beim nächsten Absatz wähne, könnte eine solche Fehleinschätzung  mit Bestürzung enden.

Und inzwischen bin ich sogar im Besitz einer Lesebrille der dritten Generation, für die gemütlichen Stunden mit einem Buch. Ich hoffe, ich komme auch mal zum Lesen, bevor meine Augen sich noch weiter verschlechtert haben und das nächste Modell fällig wird…

Ein Gedanke zu „Brillleben“

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