KOLUMNEN

Mein Name ist Philo Sophie und ich bin Denkerin.

Dies ist mein Slogan. Ich veröffentliche Kolumnen mit TIEFGANG, dem Online-Feuilleton der Initiative Suedkultur. Und das ist gut so, denn es passt zu mir und meinem Leben in der heutigen Zeit.

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Ich bin online! Lesbar. Als Kolumnistin seit Ende 2016.

http://www.sued-kultur.de/tiefgang/category/initiative-suedkultur/kolumne/

Ein Beispiel KRITISCHEr BETRACHTUNG

Mein Name ist Philo Sophie und ich bin Denkerin. Es kommt mir komisch vor. Woche für Woche wringe ich mir etwas aus dem Hirn, weil ich mich meiner Kolumne verpflichtet fühle. Vereinfacht dargestellt. Dabei kommen – und gehen – die Gedanken ganz von alleine, ohne mein eigenes Zutun. Und es gefällt mir, sie zu Papier zu bringen, damit ich am Samstag in gewohnter Weise zu lesen bin. Doch es gibt auch ein Gebot der Stunde, manchmal zu unchristlicher Zeit wie jetzt beispielsweise, morgens um halb drei.

Dann denke ich schlaftrunken: Ist nicht längst alles gesagt? Wenn ja, könnte ich doch eigentlich weiterschlafen. Allerdings weiß ich aus Erfahrung, dass Gedanken eigentlich nie Ruhe geben und sich gerne selbst in unpassendsten Momenten z. B. während einer Meditation zu Wort melden. Das Gehirn hält sich nämlich für oberschlau und bildet sich sogar ein, alles exklusiv und einmalig zu erleben. Dann ignoriert es geflissentlich, dass abermillionen Male schon ähnlich gedacht und empfunden wurde.

Zweitens bringe ich meinen nächtlichen Eingebungen Vertrauen entgegen. Bereits vor Jahren beschäftigte ich mich in einem ganz anderen Kontext mit der Frage „Kann man Tagebücher auch nachts schreiben?“ Es war der Beginn meiner eingebildeten Karriere. Was ist aus der Möchtegern-Autorin geworden? Jemand, der Kritiken schreibt. Am liebsten kritisiere ich zu viel Kritik.

Ich bin immer noch Möchtegern-Autorin und profiliere mich gerne als Befürworterin von vorurteilsfreiem Denken. Das ist allerdings in der Praxis leichter gesagt als gedacht, weil natürlich immer ein Wertesystem zugrunde liegt, mit dem alles abgeglichen wird, was mir über den Weg läuft. Und bevor ich noch dazu komme, meine ersten Eindrücke zu überprüfen, nennen sich die Gedanken dazu Vor-Urteile.

Ich versuche, auf voreilige Bewertungen zu verzichten oder meine Überzeugungen transparent und möglichst durchlässig zu lassen – wie eine feine Nylonstrumpfhose. Der Nachteil gegenüber blickdichten, festen Ansichten: Ich bin empfindlich und kann mir schnell eine Laufmasche holen. Deshalb warne ich mich und andere vorsorglich vor gedanklichen Fallstricken. Doch dazu schreibe ich das nächste Mal, Stichwort: Doppelmoral.

Motive meiner Bilder-Sprache: Sinnlichkeit, Reflexion und Humor.