Spargelzeit

zarte Köpfchen lugen hervor

Spargelkopf

Noch ist Spargel unbezahlbar, aber die Saison fängt gerade erst an. Die Spargelzeit ist eine besinnliche Zeit, denn sie spricht in vielerlei Hinsicht all unsere Sinne an.

Spargel bedeutet: den Frühling willkommen heißen und genießen. Uns läuft bei der Vorstellung leckerer Spargelgerichte das Wasser im Munde zusammen – allerdings mischt sich leider auch ein stechender Geruch in meine geistige Nase  – wenn ich an Pipi denke.

Muss das sein? Frage ich mich – und Ihr Euch bestimmt auch. Aber das gehört nun mal dazu. Das ist der Preis, den wir immer für den Spargel-Genuss bezahlen müssen. Egal, wieviel das Kilo kostet..

Weile mit Eule

komischer Vogel

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Huhuuuu… Huhuuuu. Rief es von der Kommode einer Freundin, als ich sie besuchte. Also packte ich meine Kamera aus und hielt drauf. Wieso pennt die jetzt nicht, dachte ich bei mir. Es ist doch hell. Eulen sind doch nachtaktiv. So wie ich oft. Deshalb spricht man ja auch von Nachteulen, wenn Menschen spät zu Bett gehen – oder gar nicht.

Und was soll uns das jetzt sagen? Ich meine dieses Huhuuu… Huhuuu… Kommt da noch was oder war´s das schon? Wenn Menschen Huhu machen, liegt die Betonung meist auf der ersten statt der zweiten Silbe und dann folgen in der Regel ganze Sätze.

Aber vielleicht möchten Eulen einfach nur angesehen werden, damit sie aus großen Augen zurückgucken können. Es geht ihnen also mehr um Blickkontakt, vielleicht. Dann sind sie aber irgendwie zur falschen Zeit unterwegs bzw. Pechvögel, weil fast alle anderen ihre Augen nachts geschlossen haben. Da können Eulenaugen noch so sehr leuchten im Dunkeln, kaum einer bemerkt´s. Nur Nachteulen.

Weil ich letzte Nacht auch wieder auf war, lagen meine Augen heute früh gefühlt so tief in ihren Höhlen, dass ich sie erst gar nicht fand und es einiger Huhuuu-Rufe bedurfte, um sie aus ihrem Versteck zu locken. Huhuuu, Augen auf! Der Lockruf der Eule.

Brillleben

Stillleben mit Brillen

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Da verliere ich manchmal beinahe den Überblick. Seinerzeit, pünktlich auf die Minute ließ meine 40jährige Sehkraft nach. Es machte Sinn, mir zum runden Geburtstag eine Lesebrille zu wünschen.  Konnte ich ahnen, dass sich das so auswächst? Nein, ich sah das nicht vorher – und habe auch immer noch Schwierigkeiten mit der Einsicht. Ich war hoffnungslos in eine altersbedingte Weitsichtigkeit hineingeraten und komme da nicht mehr heraus.

Es war der Anfang vom…. Sammeln. Zur ersten Lesebrille gesellte sich alsbald eine zweite, weil die erste schon nach einem halben Jahr nicht mehr zu dem taugte, wofür sie gedacht war, nämlich die Lektüre eines Buches. Fortan kam sie am Computer zum Einsatz und ihre Nachfolge trat eine neue Lesebrille an.

Aus lauter Luxus gönnte ich mir sogar eines Tages eine dritte, eine Mobilbrille, die ich immer dabei hatte, wenn ich unterwegs war. Bis ich sie eines anderen Tages in einem Flugzeug vergaß. Seither haben wir uns aus den Augen verloren.

Eine Freundin schenkte mir dankenswerterweise eine Ersatzbrille aus eigenen Beständen für die verloren geflogene, ein billiges Ding aus dem Drogeriemarkt, mit der ich aber erstaunlich gut sehen bzw. lesen kann und von der ich mich überhaupt nicht mehr trennen mag, obwohl ich mich aus Versehen schon mal draugesetzt hatte. Naja, Gesichter sind ja auch nicht ganz symmetrisch, also was soll´s?

Mit zunehmendem Alter rüstete ich noch weiter auf. Ich sage nur: Gleitsichtbrille. Das war natürlich der Durchbruch in Sachen Durchblick. Jetzt konnte ich nicht nur lesen, sondern sogar Leute klar und deutlich sehen, die einen oder zwei Meter von mir entfernt sind.

Für die Arbeit am Computer ist sie allerdings weniger geeignet, denn dann lege ich für den richtigen Lesewinkel den Kopf so komisch in den Nacken – und das führt zu Verspannungen seitens des Halses.

Auch für´s Treppensteigen ist die Gleitsichtbrille nicht so toll, denn da muss ich vor allem beim Runtergehen höllisch aufpassen, dass ich nicht über Stufen stolpere. Eh ich mich verseh´/verlese und schon beim nächsten Absatz wähne, könnte eine solche Fehleinschätzung  mit Bestürzung enden.

Und inzwischen bin ich sogar im Besitz einer Lesebrille der dritten Generation, für die gemütlichen Stunden mit einem Buch. Ich hoffe, ich komme auch mal zum Lesen, bevor meine Augen sich noch weiter verschlechtert haben und das nächste Modell fällig wird…

Mauerblümchen

So unscheinbar, wie immer behauptet wird, sind sie gar nicht.

Vergissmeinnicht II

Auch Mauerblümchen können erblühen und auf angenehme Art unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Meine Recherche zur Farbe Blau ergab folgendes: Blau wirkt beruhigend und entspannend. Diese Farbe eignet sich optimal, um inneren und äußeren Frieden zu finden, um Stress und Hektik abzubauen.

Als hätte ich´s geahnt… blau Sein wie der Himmel ist wunderschön. Manch einer hilft der Entspannung mit Rot- oder Weißwein nach, doch Obacht: Blausein ist nicht gleich blau Sein.

sonnengelb

Die Sonne strahlte so schön.

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Es war ein netter Spaziergang bei herrlichem Sonnenschein – bis es sich bewölkte. Der Wind pfiff eisig um die Ecken. Typisch April. Ich hatte wie jedes Jahr um diese Zeit einen Anfall von frühlingshaftem Übermut und statt meine Winterjacke eine intensiv leuchtende angezogen, die ich letztes Jahr bei einem internen Klamottentausch mit meinen Freundinnen abgestaubt hatte, nebst dünnen bunten Seidenschal.

Ich fühlte mich darin wie die Frühlingsbotin höchstselbst – musste dann aber leider feststellen, dass es zwar farblich korrespondierte, aber nicht warm genug war. Als es später sogar noch regnete, vermisste ich auch meine nicht schöne, aber praktische Kapuze.

Ich hatte nicht absichtlich in Kauf genommen, leiden zu müssen – sondern mich rein intuitiv hübsch machen wollen. Das hatte ich nun davon. Fröstel. Hoffentlich gibt keine neue Erkältung der alten die Klinke in die Hand.

Immer diese Unvernunft. Da bilde ich mir eigentlich gerne ein, einen gut funktionierenden Verstand zu haben – und dann wieder sowas… Übermut tut selten gut. Ich lerne wohl nie aus.

Safari

neue Motive

Feenflügel links

Komisch, beim Fotografieren bekomme ich das oft besser hin: weniger ist mehr. Viel ist verwirrend – und meist zuviel.

Schreiben ist für mich wie gedanklicher Aderlass. Aber ich sitze zur Zeit viel zu oft viel zu viele Stunden am Tag – oder gar in der Nacht – und befasse mich mit viel zu vielen Themen parallel. Prinzipiell finde ich das sehr erfreulich. Wegen der vielseitigen Ansätze und wegen der Abwechslung. Aber mein Körper beschwert sich lauthals über die Einseitigkeit. Er hat auch Bedürfnisse, die ich viel zu oft übersehe.

Denn aktuell fühle ich mich gerade overloaded und brauche dringend frische Luft und Bewegung. Das gibt es beides draußen zur Genüge. Also los, wo soll es hingehen? Nun, das weiß ich selber noch nicht. Ich werde meine Kamera mitnehmen und mich selber überraschen lassen, welche Motive sich mir bieten, die ich aufnehmen und Euch dann bei Gelegenheit zeigen und beschreiben kann.

Wetten?

Etikettenschwindel

weitverbreitete Irrtümer

chicken

Lieber Geflügel, das Muh macht, als Gammel- oder Pferdefleisch. Bei den Inhaltsangaben wird geschummelt, was das Zeug hält. Als Kunde weiß man eigentlich nie, ob wirklich drin ist, was draufsteht.

Um auf Nummer sicher zu gehen, kaufe ich Fleisch schon lange nicht mehr beim Discounter, sondern Bio. Noch besser wäre selber schlachten. Wahrscheinlich wäre ich dann auf einen Schlag Vegetarier.

Bis wissenschaftlich nachgewiesen ist, dass es sich bei Pflanzen auch um Lebewesen handelt, deren Rechte mit Füßen getreten werden, habe ich noch viel Auswahl. Über 100 %ige Schon-Kost mache ich mir jetzt lieber noch keine Gedanken, denn ich habe die Vorstellung, dass Steine mir sehr schwer im Magen liegen würden.

Weil ich immer noch meine Eindrücke von der Lesung verdaue und innerlich stark mit Schreiben beschäftigt bin, betrachte ich mittlerweile mein Buch auch als Etikettenschwindel.

Mein Buch ist nämlich kein wirkliches Buch, obwohl man es anfassen und darin blättern und sogar lesen kann. Allerdings ist es keine Geschichte und eigentlich habe ich es nicht in erster Linie für die Leser geschrieben, sondern aus Eigennutz. Außerdem ist es nicht veröffentlicht. Also verfehlt es schon mal drei Kriterien. Und um Tagebücher handelt es sich auch nicht. Sehr irreführend.

Führe ich alle und mich selber auch etwa an der Nase herum? Nein. Ich lasse mir nur Zeit und bin noch in der Lehre.  Ich sehe mich als Tippelschwester, die tippelt mit kleinen Schritten den Weg zur Meisterschaft. Und wenn ich am Ziel angekommen bin, darf ich ganz offiziell schwindeln, was das Zeug hält.

Streifzug durch die Gemeinde

Ich fragte mich: „Wie wäre es mit weiteren Lesungen, als Zuhörerin jetzt?“ Ich fand, das sei keine schlechte Idee. Und formulierte es um: „Das ist eine gute Idee!“

Die Suedkultur-Lesetage bieten ein reichhaltiges Programm. Mich interessiert eine Autorin, die von sich selber behauptet, das Schreiben habe ihr immer Angst gemacht, es sei keine Aufgabe für sie, kein Handwerk, keine Philosphie; das Schreiben war für sie immer nur Versuch und Scheitern, Zwang und Neurose, Liebschaft und Monster. Das Schreiben sei wie ein kleiner Homunkulus, den sie nicht loswerden kann (…).

Das macht mich total neugierig. Und deshalb will ich heute Abend ihre Lesung besuchen, kaufe vielleicht ihr Buch und/oder spreche sie an, wenn mich anspricht, was ich hörte und sah und fühlte.

Zu dumm, ich habe eben zufällig mitbekommen, dass die Lesung wegen Krankheit ausfällt… wie schade. Ich fühle mit und wünsche der Autorin von hier aus gute Besserung!

Dann bleiben die Stühle wegen fehlender Besetzung leider leer.

freie Stühle

Premiere

Ich verarbeite neue Eindrücke.

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Gestern war die Lesung. Premiere für mich und ein gelungener Abend mit vielen tollen Geschichten und interessierten Zuhörern.

Die Veranstaltung war für mich sehr stimmig. Ich hatte auch das große Glück, als erste lesen zu dürfen. Das war einerseits inhaltlich vorteilhaft, weil ich zwar Text, aber mal wieder keine Geschichte hatte. Doch es war sehr geeignet, um Kontakt herzustellen – zu mir selbst und dem Publikum.

Obwohl meine Stimme von der Erkältung noch belegt und etwas heiser war, kam ich von Anfang an gut rein. Minuten, bevor ich dran war, gesellte sich natürlich das liebe, alte Lampenfieber zu mir. Ich ließ es auf der Zuschauerbank sitzen und nahm selbstbewusst vorne Platz.

Ich fühlte mich erstaunlich unbefangen. Zum Glück blieb aus, was ich am meisten gefürchtet hatte: Dass ich vor lauter Aufregung zu schnell mache, vergesse zu atmen, meine Brust sich wie ein praller Ballon aufbläht und dann alles unkontrolliert aus mir herausplatzt.

Aber so war es ja nicht. Welch ein Wunder! Ich las nicht hastig, sondern hatte ein gutes Tempo (denke ich), sprach (ziemlich sicher) laut genug und deutlich. Ich machte mein Ding. Und ich machte es gut.

Somit habe ich wohl ein neues Level erreicht, mich erfolgreich meinen Hemmungen, Ängsten und blödsinnigen  Sorgen zu stellen. Was für ein Fortschritt!  Das gibt mir wiederum weiter Auftrieb.

Und weil ich „das schlimmste“ nach meinem aktiven Beitrag zur Lesung hinter mir hatte, konnte ich anschließend  in aller Ruhe genüsslich den anderen lauschen, die nach mir vorlasen.

Ich nahm wahr, wie die Zuhörer auf die Geschichten reagierten, wie sie lachten oder zustimmten. Und das war vielleicht der letzte Groschen, der bei mir fallen musste, um zu spüren, wovon sich Menschen gerne berühren lassen.

Ich erlebte, was ich beschrieben hatte: wie die Verbindung zwischen Autor/Geschichte und Zuhörer/Leser entsteht. Diese Erfahrung wird meinen Schreibstil nachhaltig beeinflussen, da bin ich ziemlich sicher.

Meinen Text zum Nachlesen findet Ihr in meiner Tagebücherei (Lesung).

Motive meiner Bilder-Sprache: Sinnlichkeit, Reflexion und Humor.