stoffliche Träume

Draußen war schönes Wetter.

Vorhang in der Sonne

Wegen Krankheit blieb der Vorhang im Schlafzimmer allerdings vorerst geschlossen. Der Ausblick war trotzdem ausgesprochen schön. Denn der Raum wurde in ein beruhigendes Licht getaucht und kleine Sonnenpünktchen strahlten durch die Rauten in dem leichten, milchiggrünen Stoff  und entwarfen ein geometrisches Muster auf Wänden und Boden.

So gesehen lag ich gar nicht mal so unglücklich auf meinem Krankenlager, sondern fühlte mich gut aufgehobenl. Ich genoss den Sonnenschein drinnen und fühlte mich besänftigt von dem Grün.

Glitzerwelt

Glanz und Gloria

glänzende Wassertropfen

Ein bisschen Bling-Bling ist schön. Besonders im Alltag. Wie hier zum Beispiel: eine nasse Parkbank, an deren Rücklehne die Regentropfen hängen und in der Sonne funkeln.

Wie Kronjuwelen funkeln die Tröpfchen. Eine Perlenkette, mit der die Natur eine banale Sitzgelegenheit krönt und ein strahlendes Antlitz verleiht. Zum Stehenbleiben  – und Staunen.

Bank mit Tautropfen

Das sind die magischen Momente, die mich verzaubern können. Wenn ich nicht gerade auf der Suche nach einem trockenen Plätzchen bin.

frühlingsfrisch

Fröhliche  Vorboten.

Krokus-Blüte

Die Vorfreude auf das kommende Grün und die vielen bunten Farben wächst und wächst. Die Temperaturen werden steigen und wir alle werden wieder viel mehr Zeit draußen an der frischen Luft verbringen.

Bei der Heizungsluft im Winter droht auch der Humor staubtrocken zu werden.  Aber was soll´s? Ich trinke ja auch lieber trockenen Wein als lieblichen. Außerdem bin ich erfahren darin, aus der Not eine Tugend zu machen.

Aber natürlich habe ich nichts gegen locker luftig leichte Heiterkeit. Im Gegenteil. Herzlich gern.

Schonzeit

Das Wetter draußen ist herrlich, sonnig, seit Tagen.

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Und ich liege bzw. sitze im Bett oder auf dem Sofa und kuriere meine Erkältung nebst Bronchitis aus. Obwohl mich die Hauswand vom Draußen trennt, genieße ich den schönen Schein. (Das Foto dient der Metapher und hat nichts mit meiner Aussicht zu tun, die allerdings auch sehr schön ist, denn vor dem Fenster steht ein Baum, wenn auch noch kahl um diese Jahreszeit).

Das Kranksein ist wie immer öde blöde, hat allerdings auch seine guten Seiten und wenn ich nicht gerade schlafe, lese ich sie. Vieles, was ich in den letzten Tagen, Wochen, Monaten erfahren und erlebt habe, setzt sich. Fürsorglich an meine Bettkante und fragt nach: „Na? Wie schaut´s aus? Was macht die Kunst?“ Ich höre keinen Spott heraus, sondern echtes Interesse.

Danke der Nachfrage, es geht mir recht gut. Ich bin zufrieden, manchmal überglücklich, oft sogar. Ich gehe neue Wege, eigene Wege und fühle mich meistens wohl dabei. Ich finde Lösungen, indem ich mich von einschränkenden Vorstellungen befreie und mir Handlungsspielraum verschaffe. Und ich bleibe neugierig, wohin mich das führen wird. Das Ziel bleibt vage und ist gar nicht mal von entscheidender Bedeutung. Die Reise ist das größte Abenteuer!

Zweifel ist der treueste Reisegefährte von allen. Während die Wut schon längst verraucht ist, sich die Eile vom Acker gemacht hat und die nächste Enttäuschung noch auf sich warten lässt, bleibt der Zweifel stets an meiner Seite und stellt die überaus kluge Frage: „Bist Du wirklich sicher?“

Und oft muss ich dann einräumen, dass es vielleicht auch ganz, ganz anders sein könnte, als ich es mir gerade vorstelle.

 

Brotfrucht

Wie aus dem Ei gepellt.

Brotfrucht

Es ist Ostern. Ich suche Eier, die Symbole für Fruchtbarkeit. Und finde sie zuhauf in der Natur. Zum Beispiel in dieser frischen Brotfrucht. Ist die Schöpfung nicht faszinierend? Das sieht doch aus wie Kunst. Das IST Kunst.

Ja, der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Und wenn ich nicht heute staune, was das Leben alles für Wunder bereit hält, wann dann?

viel-leicht

Es war einmal ein besonderer Tag.

zartes Blattwerk

Gut, heute ist zwar auch Ostern, aber ich habe einen anderen Anlass, diesen Tag zu feiern. Ich habe mich weiterentwickelt, erschließe mir neue Erlebniswelten. Ich habe schon zwei Märchen geschrieben und ich vermute, es werden noch mehr werden. Deshalb habe ich gleich eine neue Rubrik eingerichtet.

Wer weiß, vielleicht wird das mein Genre: Märchen für Erwachsene.  Die Geschichten sind kurz und auf meinem Mist gewachsen. Es geht mir ganz leicht von der Hand. Die Geschichte spinnt sich praktisch von allein – und das ohne Spinnrad. Wie von Zauberhand geführt.

Ich feiere die Sternstunde meiner Geburt als Märchenerzählerin. Ist das vielleicht die Antwort auf die Frage, WAS ich schreiben UND Zuhörer gewinnen kann? Märchen sind DIE Idee, oder?

Es war einmal eine Frau, die wollte gerne schreiben. Sie suchte lange nach einer passenden Möglichkeit, sich auszudrücken. Dann fand sie die Antwort in einer guten alten Tradition, knüpfte dort an und tat, wie ihre innere Stimme ihr geheißen. So lebte sie gut und gerne viele Jahre, erfüllt, selbstbestimmt und überglücklich. Und wenn sie nicht gestorben ist, dann schreibt sie auch noch morgen.

Denn morgen ist der nächste besondere Tag, der auch beschrieben werden mag.

suche Untermieter

Schneckenhaus mit Wintergarten

Bernsteinschnecke

Hin und wieder kam es vor, dass ich mich selber in mein Schneckenhaus einsperrte und dann vergaß, wo ich den blöden Schlüssel hin verlegt hatte. Und wenn ich dann außerdem noch im Glashaus saß, war es doppelt schwer, da wieder rauszukommen!

Doch nun halte ich mich häufiger draußen im Freien auf. Solange kein Eigenbedarf besteht, könnte ich eigentlich mein Doppelhaus mit hübscher Glasfront untervermieten. Hat jemand eine Ahnung, was man für ein 2cm² Schneckenhaus verlangen kann?

landunter

Wo soll das nur hinführen?

Geländer im Wasser

Gute Frage. Man müsste Taucher sein, um das zu ergründen. Obwohl: Da, wo das Geländer aufhört, ist möglicherweise auch schon der Unterwasser-Weg zu Ende. Vielleicht führt er also nur in die Untiefen und man bekommt höchstens nasse Füße.

Apropos Wasser: Die Phasen der Kreativität sind wie Ebbe und Flut. Mal steigt der schöpferische Pegel, strömt heran und gewinnt Land, breitet sich aus und überflutet die Sinne.

Dann kommt der Wendepunkt, langsam weicht die Kraft zurück, sinkt zurück ins stille Kämmerlein, bis der nächste schöne Gedanke oder Pinselstrich geboren werden will.

Motive meiner Bilder-Sprache: Sinnlichkeit, Reflexion und Humor.