Alle Beiträge von Sonja Alphonso

Netzwerk

ein Haufen Arbeit

gelbe Netze

Jetzt habe ich mich auch noch bei Facebook angemeldet. Ich glaube, ich spinne. Wobei Spinnennetzte übersichtlicher aufgebaut sind.

Das wird ein hartes Stück Arbeit, mich entsprechend hineinzuknien, damit mir die richtigen Fische ins Netz gehen und ich nicht soviel Beifang habe.

Und ich hoffe auch, dass ich mich nicht verzettele, sondern nebenbei noch dazu komme, mich auch anderswo herumzutreiben und nicht nur in den Sozialen Netzwerken. Ich will ja schließlich mit meinem Buch vorankommen.

Oder an die frische Luft gehen. Dazu werde ich ab Himmelfahrt gute Gelegenheit haben, weil ich dann wieder wegfahre – und das Wetter soll himmlisch werden. Vielleicht nicht warm, aber trocken. Die Vorhersage sieht sogar ausgesprochen sonnigen Zeiten entgegen. Da lacht das Herz.

Garten Eden

Natur pur.

Mai

Wem geht da nicht das Herz auf? Gibt es etwas Schöneres, als bei schönem Wetter in einem schönen Garten schön zu lustwandeln?

Ja, es gibt auch andere Herzöffner. Ich kann mich mit meiner Familie treffen, mich gut unterhalten, mich einlassen, herzlich miteinander lachen, Erinnungen austauschen und spüren, wie eng mein Leben mit dem der anderen verwoben ist.

Ich kann die Vertrautheit spüren und doch auch noch mehr von dem Erleben der anderen erfahren und ihnen so noch näher kommen. Das geht natürlich nicht nur mit Blutsverwandten, sondern auch weit darüber hinaus. Aber in meinem eigen Fleisch und Blut bin ich besonders tief verwurzelt.

Wallfahrt

Ich bin dann mal weg.

Kirche im Gegenlicht

Ich will ausnahmsweise in die Kirche gehen. Nicht in diese. Die steht hier nur aus symbolischen Gründen. Ich werde eine andere Kirche aufsuchen, um bei der Konfirmation meiner Nichte dabei zu sein.

Vielleicht gehe ich bei der Gelegenheit auch ein wenig in mich, denn es gibt verschiedenes zu bedenken und zu erspüren. Ich möchte überprüfen, ob ich nicht auf dem Holzweg bin.

Ich habe etwas zu beichten: Ich wiederhole die alten Kardinalfehler. Viel zu eifrig bin ich am Werk, viel zu wenig Pausen gönne ich mir. Ich leide Mangel: Bewegungs- und Vitaminmangel – und bin natürlich wieder selber schuld.

Deshalb wird mir die Pilgerfahrt wohl ganz gut tun. Mal einige Tage Sendepause und Online-Entzug, denn ja: ich bin süchtig – nach Lesen, Schreiben und Lernen. Aber manchmal sollte ich es einfach SEIN lassen, mich entspannt zurücklehnen oder meinetwegen auch durch die Gegend schlendern, der körperlichen Ertüchtigung zuliebe.

Auf jeden Fall will ich mich andächtig auf den Weg machen, auch wenn ich mit dem ICE wallfahre. Egal, wie schnell der Zug ist, ich behalte die Ruhe weg.

drivers image

fette Fahrzeuge

Fuhrpark

Wer braucht schon so viele Autos? Eins oder keins tut es bei mir auch.

Jedenfalls bin ich  zum Glück nicht auf einen PersonenKraftWagen angewiesen. Seitdem ich wie früher öffentliche Verkehrsmittel benutze, mache ich wieder ganz neue Erfahrungen. Da sind andere Menschen in Umlauf als im Straßenverkehr.

Das ist nicht als Vergleich oder Bewertung gedacht. Es gibt gute und schlechte Menschen, gute und schlechte Fahrer, gute und schlechte Fußgänger und eben auch gute und schlechte Fahrgäste. es ist eine Frage des Benehmens und der Geisteshaltung.

Mit Charakter hat das aus meiner Erfahrung weniger zu tun, eher mit guten und schlechten Tagen. Ich kenne sehr sympathische Menschen, liebe, nette Leute, die am Steuer zu etwas anderem mutieren können und plötzlich gar nicht mehr so harmlos scheinen.

Und ich beobachte auch Gegensätzliches im Großraum des HVV: schon mehrmals bedrohlich wirkende Gestalten oder solche mit schlechtem Image, die dann jedoch unverhofft aufspringen, um ihren Sitzplatz einer älteren Dame anzubieten.

So kann ich mich täuschen und andere auch. Vielleicht ist es eine Frage des Geldes oder der Kreditwürdigkeit, ob jemand sich ein protziges Auto leistet, um möglichst mächtig zu wirken. Aber ich frage mich, welche andere Seite an demjenigen dann womöglich verborgen bleibt. Vielleicht sind das ganz arme Würstchen.

Und vielleicht ist es auch Neid. Bei mir.

Futter für die Seele

Ich sammle immer wieder Stoff für neue Beiträge.

Faltenwurf III

Ich sehe mich äußerst gerne seelisch satt an Formen, Farben und Mustern. Meine Augen sind meistens durstig und trinken literweise schöne Stoffe und tanken manchmal sogar Teppiche.

Ich habe diesbezüglich keinerlei Berührungsängste, fühle gerne seidig Weiches, eigentlich auch zu gerne Felle, aber sobald ein lebendiges Tier dahinter steckt, reagiere ich zu meinem allergrößten Bedauern allergisch.

Manchmal nehme ich die ungesunde Wirkung in Kauf, weil ich Pelztieren prinzipiell zugetan bin. Aber meistens bleibe ich der lieben Gesundheit zuliebe auf Abstand, denn es steht mir nicht gut zu Gesicht, wenn ich mir die Augen aus dem Kopf scheuere oder mein Hals anschwillt.

Leider reagiere ich ähnlich empfindlich auf diverse Pollen, weshalb der Frühling auch eine tückische Seite hat, obwohl ich ein absoluter Fan von prachtvollen Blüten bin. So steht meiner Liebe zur Natur zwar theoretisch überhaupt nichts im Wege, im Gegenteil. Aber praktisch kommt es doch zu Liebeskummer.

So werde ich immer wieder vor die schwierige Wahl gestellt, wer oder was mir lieber ist: blühende Pflanzen und behaarte Tiere oder meine Augen, Nase und Haut – dieser menschliche Mantel, der mein eigen Fleisch und Blut umhüllt – nebst den (P)ollen Schleimern innen drin. Mir juckt das Fell, das herauszufinden.

menschlich

steinalt

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Aber hübsch anzusehen, diese in Stein gemeißelte Schönheit. Zeitlos? Wohl kaum. Auch sie ist der Witterung und anderen Umwelteinflüssen ausgesetzt und so nagt der Zahn der Zeit selbst an ihr. Oder ist es ein Er? Egal, ich sage mal: die Figur – obwohl man von selbiger nicht viel sieht, sonst wäre die Bestimmung des Geschlechts sicherlich leichter.

Wollen wir das überhaupt wissen? Welche Rolle spielt es, ob ein Mensch mit einer Ausstrahlung, die uns anspricht, männlich oder weiblich ist? Sind wir gefangen in Rollenspielen, sodass wir nicht einfach unbefangen mitmenschlich sein können?

Ich vermag nicht zu beurteilen, wieviel Anteil mein Geschlecht an meiner Identität hat. Ich würde gerne einmal wechseln, um den Unterschied zu spüren. Bekäme ich plötzlich mehr Lust auf Fleisch?

Käme ein solches Angebot, mal den Mann in mir überzuprobieren, würde ich allerdings im Vorwege sicherstellen wollen, dass ich ein Rückgaberecht habe.

Spargelzeit

zarte Köpfchen lugen hervor

Spargelkopf

Noch ist Spargel unbezahlbar, aber die Saison fängt gerade erst an. Die Spargelzeit ist eine besinnliche Zeit, denn sie spricht in vielerlei Hinsicht all unsere Sinne an.

Spargel bedeutet: den Frühling willkommen heißen und genießen. Uns läuft bei der Vorstellung leckerer Spargelgerichte das Wasser im Munde zusammen – allerdings mischt sich leider auch ein stechender Geruch in meine geistige Nase  – wenn ich an Pipi denke.

Muss das sein? Frage ich mich – und Ihr Euch bestimmt auch. Aber das gehört nun mal dazu. Das ist der Preis, den wir immer für den Spargel-Genuss bezahlen müssen. Egal, wieviel das Kilo kostet..

Weile mit Eule

komischer Vogel

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Huhuuuu… Huhuuuu. Rief es von der Kommode einer Freundin, als ich sie besuchte. Also packte ich meine Kamera aus und hielt drauf. Wieso pennt die jetzt nicht, dachte ich bei mir. Es ist doch hell. Eulen sind doch nachtaktiv. So wie ich oft. Deshalb spricht man ja auch von Nachteulen, wenn Menschen spät zu Bett gehen – oder gar nicht.

Und was soll uns das jetzt sagen? Ich meine dieses Huhuuu… Huhuuu… Kommt da noch was oder war´s das schon? Wenn Menschen Huhu machen, liegt die Betonung meist auf der ersten statt der zweiten Silbe und dann folgen in der Regel ganze Sätze.

Aber vielleicht möchten Eulen einfach nur angesehen werden, damit sie aus großen Augen zurückgucken können. Es geht ihnen also mehr um Blickkontakt, vielleicht. Dann sind sie aber irgendwie zur falschen Zeit unterwegs bzw. Pechvögel, weil fast alle anderen ihre Augen nachts geschlossen haben. Da können Eulenaugen noch so sehr leuchten im Dunkeln, kaum einer bemerkt´s. Nur Nachteulen.

Weil ich letzte Nacht auch wieder auf war, lagen meine Augen heute früh gefühlt so tief in ihren Höhlen, dass ich sie erst gar nicht fand und es einiger Huhuuu-Rufe bedurfte, um sie aus ihrem Versteck zu locken. Huhuuu, Augen auf! Der Lockruf der Eule.