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Konfliktpotential

Ist das Kunst oder soll das weg?

In abgewandelter Form stellte sich mir im Kontext sowohl in Bezug auf Literatur als auch Kunst die Frage nach Qualitätsmerkmalen. Gibt es objektive Kriterien?

Neben Stichworten wie handwerklichem Können, intellektuellem Anspruch, Erfolgsaussichten, Zeitgeist und Geschmackssache fällt mir vor allem eines ein: Auseinandersetzung. Dazu braucht es unbedingt ein subjektives Empfinden.

Warum sollte etwas disqualifiziert werden, das mit Herzblut gemalt oder geschrieben wurde, was Ansprüchen anderer nicht genügen mag? Wozu eine Zensur?

Wenn ich mit einem Werk nichts anfangen kann, weil es mir beliebig, nichtssagend oder dilettantisch erscheint, kann es dennoch für einen anderen Menschen von Bedeutung sein.

Sowohl beim Lesen & Schreiben als auch bei der bildenden Kunst ist für mich der wichtigste Aspekt eine persönliche Resonanz, die Auseinandersetzung und der damit verbundene kreative Prozess.

Ich höre auf meine innere Stimme, die mich zu diesem hinzieht und mich jenes links liegen-, stehen- oder hängen lässt.

3 Hochzeiten

Veranstaltungsreigen

Am vergangenen Wochenende gaben sich mehrere Veranstaltungen die Klinke in die Hand, weshalb ich mich aufteilen musste.

Also hat sich einiges angesammelt, was ich zu verarbeiten habe. Dabei bin ich noch nicht einmal dazu gekommen, das vorherige Wochenende mit der Abschlussveranstaltung für den „Hamburger Gast“ Revue passieren zu lassen.

Die Arbeit und Vorbereitungen für die kommenden Ereignisse hielten mich von einer Lobeshymne ab. Doch hier und jetzt will ich meine Begeisterung wenigstens kurz in Worte fassen.

Ein dickes Dankeschön an alle Beteiligten: Dem Gast und Schreibtalent Tilmann Strasser, Ella & Huug, den Initiatoren und Gastgebern des Stadtschreibers, sowie den Geldgebern, die dieses Format möglich machen!

Nach der Arbeitswoche musste/ wollte/ konnte ich gleich auf mehreren Hochzeiten tanzen. Erstens stand die BookOldesloe auf dem Programm, dann zwei Veranstaltungen im Rahmen des Harburger Kulturtages.

Weil ich mich nicht dreiteilen kann, verbrachte ich Freitag und Samstag Zeit bei der Buchmesse, und Sonntag wechselte ich in der ehemaligen Dreifaltigkeitskirche zwischen zwei Ausstellungen, an denen ich beteiligt war.

Bei der Buchmesse gab es viele Lesungen und viele Stände mit Autoren, die ihre Werke priesen. Dass es einigen an Fingerspitzengefühl mangelte, will ich ihnen nachsehen – schließlich sind sie Autoren und keine Verkäufer.

Ich versuchte mich zu behaupten, wenn sie mich augenblicklich zutexteten, sobald ich ihr Buch in die Hand genommen hatte. Leider sehe ich mich außerstande, gleichzeitig zu lesen und zuhören, sodass mir die Erfahrung eine Lehre war. Ich schlussfolgerte: Man lasse die Besucher in Ruhe und warte ab, ob sie lieber ersteinmal in etwas hineinlesen möchten oder Fragen haben bzw. Auskunft wünschen.

Von einer guten Geschäftsfrau bin ich selber denkbar weit entfernt, aber wenigstens falle ich nicht mit der Tür ins Haus, sondern klopfe vorsichtig an.

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen erstand ich im Laufe eines einzigen Tages sieben Bücher. Da verlor ich also wieder einmal die Kauf-Kontrolle und ließ mich hinreißen. Neugier und Habsucht gewannen die Oberhand. Mein Verstand konnte sich leider nicht durchsetzen, der besorgt nachfragte, wann ich das eigentlich alles lesen will. Er wartet bis heute auf die Antwort.

Sonntag ging es dann in die Kirche, d. h. die Ex-Kirche. Dreifalt, der Ort für Kunst, Kultur und Kreativität. Im Obergeschoss gab es die Ausstellung zeichnerischer Dialoge, darunter zwei, die ich selbst mit Harald Finke geführt hatte. Um ehrlich zu sein, erfuhr ich erst wenige Tage zuvor, dass ich oben wie unten hängen würde.

Denn eigentlich war ich nur auf das „Weltfest der Götter“ im Kirchenschiff vorbereitet. Zum einen wurden Bilder und Skulpturen ausgestellt, die im Rahmen eines Kunstprojektes entstanden waren, zum anderen waren während eines kreativen Schreibworkshops Worte und Sätze gesammelt worden, um daraus „Götterspeise für die Ohren“ zu machen.

Die Klangkirche war der stimmige Ort für die Veranstaltung, bot er doch viel Platz für unterschiedliche Vorstellungen von Kunst und Glaubensfragen sowie eine gute Akustik für die arabische Musik als Zwischenspiel bei den Lesungen.

Mir hat das Fest viel Freude bereitet und mich anderen Menschen nähergebracht. Die beiden Texte, die ich verfasste kann man in meiner Tagesbücherei nachlesen.

 

Entstehungsgeschichte

im Dialog

Das Thema Dialog beschäftigt mich momentan gleich in dreifacher Hinsicht.

Erstens im schriftsprachlichen Austausch mit dem Künstler Harald Finke, der ein Projekt auf den Weg brachte, bei dem mehrere Künstler sich zusammentaten bzw. abwechselnd wirkten. Mir gefiel die Idee, die er bei der Vernissage vorstellte und erläuterte.

Zweitens wiederhole ich mit ihm gerade dieses Konzept. Wir führten ein Gespräch per Mail und schickten parallel ein Bild hin und her, um gemeinsam zu gestalten. Was unglaublich anregend ist!

Und drittens lese ich sein Buch „Siebentagelang“, bei dem es ebenfalls um den dialogischen Austausch und allerlei Aspekte geht.

Wir alle kommunizieren: Pflanzen und Tiere, Männer und Frauen. Wie gelingt Verständigung, wenn wir unterschiedliche Sprachen sprechen? Kann Kunst die Kluft zwischen Kulturen überbrücken?

Bild und Buch eröffnen neue Perspektiven und ich bin neugierig, wie es weitergeht.

Diese Erfahrung fällt bei mir jedenfalls auf recht fruchtbaren Boden.

abartig

wer entscheidet?

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Kommt Kunst von Können? Wenn ja, was bedeutet das? Ist es die Erlaubnis zu erforschen und zu erspüren oder der Zwang, sich Vorstellungen zu unterwerfen?

Kunst hat viel Entwicklungspotential, wenn sie nicht nur artig dem Geschmacksempfinden gehorcht, sondern den Mut aufbringt, sich aufgeschlossen zu zeigen.

Mein Anspruch: unterschiedlichen Arten auf Augenhöhe begegnen.

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Sternstunde

ein Fest für die Kultur

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Mit dieser Aufnahme, die ich bei „Umsonst & Draußen“ machte,  stimme ich mich schon mal langsam ein auf kommenden Samstag, wenn Tag der offenen (Kirchen)Tür ist.

Früher standen die drei Ks für Kinder, Küche, Kirche. Heute ist das anders. Ganz in unserem Sinne steht 3falt für Kunst, Kultur & Kreativität.

Ich hoffe, es gibt demnächst viel zu sehen und zu staunen. MitmacherInnen, Helfershelfer, Gestalter und Kulturschaffende sind ebenso gefragt und eingeladen, sich einzufinden wie Besucher, Zuschauer und -hörer.

Rauchzeichen

eine Säule ist noch zu toppen

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„Ich bin zwei Tanks“ und rauche wie Schlote,

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um zu signalisieren,

dass ich bereit bin für eine energiegeladene Zukunft.

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Ich verkünde meine Botschaft auf ungewöhnliche Weise:

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Lang lebe das kulturelle Leben!

Moorburg hat mehr zu bieten als ein Kohlekraftwerk.

Kultur. Und das gleich vielfach, nämlich mit mehreren Vereinen und Formaten. Der „Nachbar“ von elbdeich e. V. ist der neu gegründete Verein MoorburgArt.

Er bietet Ausstellungen nach „Hofart“, Kleinkunst im Wasserturm „Sonntags um fünf“, „Kunst & Kirschen“ und „Kunst & Punsch“.

Ein Verein macht Volldampf voraus!

Stolpersteine

historisches Gemäuer

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Neulich bestieg ich bei einem Spaziergang in der Fischbeker Heide einen steilen Hügel, es mag wohl der Falkenberg gewesen sein.

Im Gelände stolperte ich über historische Hinterlassenschaften, die von unterschiedlichen Geschichten Zeugnis ablegen.

Einerseits befand sich hier während der NS-Zeit ein Barackenlager für Zwangsarbeiter. Nur Gedenksteine erinnern noch an dieses düstere Kapitel.

Weiter oben zum Gipfel hin schrieben Graffiti Kunstgeschichte.

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Ich fand Gefallen an den Farben und Inschriften, die ihre ganz persönlichen Geschichten als Geheimnis für sich behielten.

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Es mutete harmonisch an, dass sich hier in der freien Natur und als Gegengewicht zum schweren Erbe der menschenverachtenden Vergangenheit Liebespaare fanden und verewigten.

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Ansichtssache

Jammern kann jeder, ein Anlass findet sich immer.

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Ich kann über meine Arbeit klagen oder darüber, keine zu haben,  das gleiche gilt für Partner. Auch das Wetter kann es uns prinzipiell nie recht machen, liegt es offensichtlich doch stets neben der persönlichen Wohlfühltemperatur. Und so weiter und so fort.

Die hohe Kunst besteht darin, bei allen Widrigkeiten der Welt, Dürre und Dreck, Krankheit und Katastrophen, das Gute nicht zu übersehen, sondern zu würdigen und das Augenmerk auf das kleine Glück zu lenken.

                                                                                                                                      Auge

Daraus kann sich dann durchaus auch Größeres entwickeln.