Alle Beiträge von Sonja Alphonso

Mal versuchen

mir schwebte etwas vor

Ich wollte jene Morgenstimmung malen, die mich schon so oft verzauberte. Der erst milchige Schein,  der zum gleißenden Licht wird.  Die feuchte Wiese, die sich in Nebel hüllt.

Bis ihr Geheimnis von der Kraft der Sonne gelüftet wird, zeichnen sich nur einige Gräser in nächster Nähe ab. Sie stehen vordergründig für eine gewisse menschliche Kurzsichtigkeit und verweisen auf eine größtenteils unsichtbare Weite.

Mir scheint, als deute sich ein tiefer Sinn an.

Langsam nimmt alles Gestalt an.

Leben heißt Wandel.

Alles erscheint vorübergehend auf der Bildfläche und löst sich am Ende vermutlich einfach wieder in Wohlgefallen auf.

 

 

Patchwork

Drei-Farben-Gemisch

Ich folgte der Einladung von Anne Beecken zum Mitmalen an einem Gemeinschaftsgemälde und schwang zusammen mit anderen Pinsel, Schwamm und Spachtel.

Das Bild sollte „Drei Farben“ zum Thema haben: Gelb, Rot und Blau. Daraus entstand schon am ersten gemeinsamen Abend ein ziemlich buntes Bild mit viel Dynamik.

Die Mal-Aktion am gleichen Bild wird bis zum 28. November 2019 fortgeführt und findet in der Kulturkirche St. Johannis in Buchholz statt. Donnerstags zwischen 17 und 19 Uhr darf jede*r mitmischen. Finde ich toll! Das macht Laune!

 

 

 

 

 

Erscheinungsformen

nebulöser Begriff

Beim 1. Kunstsalon,  einem von Petra Hagedorn frisch aus der Taufe gehobenen Format für gedanklichen Austausch, stellte sich auch die Frage nach der Definition von Kunst. Endlich hörte ich eine Erklärung, die mir auf Anhieb gefiel.

Künstlerin Anke de Vries soll einmal gesagt haben:

„Kunst kommt nicht von Können, sondern von Müssen.“

Das kommt mir bekannt vor. Das Gefühl dahinter, ein innerer Drang, etwas Unaussprechliches erfassen und zum Ausdruck bringen zu wollen.

Seit Menschengedenken haben wir Vorstellungen von Zeit und Raum. Aber darüber hinaus gibt es noch viel mehr Dimensionen, die sich am ehesten mit Ideen und Schwinungen beschreiben lassen und vorzugsweise Gestalt in Form von Musik und bildender Kunst annehmen.

 

Fundus

Besuch bei Jurek

Mein Weg führte mich erneut die bemalten Stufen hoch, geradewegs auf die gut sichtbare Hausnummer 27 zu, meine Lieblingszahl.

Sie bringt mir in diesem Falle tatsächlich Glück, denn hinter der geöffneten Tür liegt ein unermesslicher Schatz an Kunst und Kreativität.

Der Einfalls-Reichtum und die Schaffenskraft sind hier zuhause und breiten sich ganz natürlich von der Gartenpforte bis zum Ende des Grundstücks aus.

Für einen Menschen wie mich ist dies ein Paradies. Unmöglich, alles auf einmal aufzunehmen. Kaum habe ich mich an einem Bild sattgesehen, fällt mein Blick auf die nächste Verlockung. Ich könnte nicht nur stunden-, sondern tagelang stöbern, um mir die ganze Vielfalt zu erschließen.

Immer wieder spricht mich etwas anderes an. Eigentlich bin ich gekommen, um etwas auszuwählen für die Kunstleihe, denn ich finde Jurek’s Bilder sehenswert. Sie haben Ausstrahlung, sie stimulieren, sie wecken Neugier.

Begeisterung und Überzeugung sind da, nur die Entscheidung fällt bei der enormen Auswahl schwer.  Und ich frage mich natürlich auch, welche Werke am ehesten Anklang finden bei der Kunstleihe. Das Motiv, die Technik, das Format und der monetäre Wert spielen dabei eine Rolle.

Meine Mittel sind bescheiden und der derzeitige zur Verfügung stehende Raum leidet an Platzmangel. Dafür ist meine Ungeduld umso größer. Ich will werben.

 

Atelier im Kopf

feinstofflich

Ich erwachte aus tiefem Schlummer und malte in Gedanken ein großes Bild. Es enthielt Elemente von allem Möglichen bzw. zeichnete Prozesse nach. Am liebsten hätte ich sofort zum Pinsel gegriffen und wollte festhalten, was ich alles vor meinem innneren Auge sah.

Andeutungen von der Entstehung schwirrten mir durch den Kopf, bis ich aufgewühlt aufstand.

Wie groß müsste die Leinwand sein, die  das fassen kann? Wo ist der Platz, um in Ruhe meinen Traum auszudrücken und zu deuten?

Ich möchte ihn hinüberretten in die Tagesschicht und mich mit der Feinstofflichkeit verweben.

 

Blätterwald

Resonanzkörper

Das Klang-Erlebnis im Elbengarten hallt noch in mir wider.

Die Töne fanden sofort Anklang an das Bild eines Baumes. Ich meinte, das Knarren der Äste und das Rascheln der Blätter zu vernehmen.

Sie stimmten gemeinsam etwas an. Schwere und Leichtigkeit wechselten einander ab. Der Stamm bot den Blättern Halt, sich im Wind zu wiegen.

Bei dieser Gelegenheit fiel mir ein Vergleich ein, den ich vor einigen Jahren so ausdrückte:

Ich bin der Baum,

ich bin das Blatt, das fällt,

bleibe reglos liegen,

bis der kalte Wind

mich zittern lässt.

Bedeckt mit Erde,

 falle ich in tiefen Schlaf.

Ruhe sanft,

durchdringe das Dunkel,

schöpfe Kraft

und breche auf,

um zurückzukehren

mit neuen Träumen.