Alle Beiträge von Sonja Alphonso

farbenfroh

sensationell

Ich gebe zu, dass ich leuchtende Farben sehr schön finde. Trotzdem finde ich die gedeckten in der freien Natur schön genug, um sie so abzubilden, wie sie sind. Sie haben ihren eigenen, dezenten Reiz.

Bei Instagram fiel mir auf, dass die meisten Fotos extrem manipuliert sind, damit sie umso spektakulärer wirken. Im Zuge dieser Effekthascherei könnten wir nach und nach farbenblind werden, denn die Natürlichkeit verblasst angesichts dessen.

Ich finde, es wäre ein großer Verlust, wenn wir die dezente Schönheit nicht mehr zu würdigen wüssten.

Blau

facettenreich

Die Farbe des Meeres und des Himmels. Das eine tief und dunkel, das andere hell und klar. Sind die Attribute dort fest verankert?

Ist es oben wirklich hell und unten dunkel?

Unsere Wahrnehmung von diesem und jenem ist eher relativ, oft nur ins Blaue geraten und eine Umkehrung der Verhältnisse durchaus möglich.

Im Tintenblau eines nächtlichen Himmels können Sterne sichtbar werden; Lichtpunkte, die durch Gedankenstriche miteinander verbunden Zeichen ergeben können vor dem Hintergrund der Unergründlichkeit des Universums.

Und das Meer kann sich auch durchsichtig zeigen. Dann erhaschen wir einen Blick unter die Oberfläche.

Diese Überlegung war der Ansatz für einen Beitrag zum 6. WortArt-Festival in der Fischhalle. Ich hatte die nächtliche Eingebung, mein Fahrrad  als Stimmungsaufheller ins Spiel zu bringen. Und so geschah es. Es fühlte sich für mich viel besser an, als weiter an jenen melancholischen Texten festzuhalten, die ich zuvor verfasste.

Der Beitrag liegt in der Tagebücherei in der Rubrik VORGELESEN, als Unterpunkt bei WORTART zum Thema BLAU und trägt den Untertitel himmlisch.

Kunsttherapie VII

guter Abschluss

Als Ansatz eine Pyramide. Die Assoziation zu einem Kraftort, aber auf den Kopf gestellt, weil es sich besser anfühlte, wenn der Raum nicht spitz zuläuft, sondern zur freien Entfaltung offen bleibt.

Innerlich aufgeräumt, klarer und heller werdend, abgegrenzt gegen den Ansturm der Außenwelt und wie in einer Vase ruhend. Zarte Triebe, die durch alle Schichten hindurch mit den Erfahrungen verbunden bleiben.

Es bleibt viel Luft nach oben und führt zu lichter Leichtigkeit. Meine persönliche Wunschvorstellung.

Kunsttherapie VI

getroffen

Herber Rückfall vor einigen Wochen aus konkretem Anlass. Voller Schmerz und abgrundtiefer Trauer, die sich mit Wut vermischt und Zorn hervorbringt. Wohl ein Verweis auf alte Wunden, die mich beugen, aber hoffentlich nie brechen.

Dann Weinen und eine Atempause. Durchatmen und mich gedanklich an dem aufrichten, was als Bild in mir angelegt ist. Das Wachstum skizzieren, neue Saat sähen. Eine Zwiebel erscheint als Symbol. Die Tränen sollen nicht umsonst sein, sondern den Weg frei machen, um an den Gegebenheiten zu wachsen.

Der blaue Balken war für mich ein Zeichen der Trennung. Mir wurde eine andere Interpretation angeboten, die mir in dem Moment abwegig erschien und sich später doch erfüllte: Rettung aus der Not, die erlösende Geste.

Ein starkes Bild, finde ich.

Kunsttherapie V

feurig

Hier lodert die Leidenschaft auf. Typisch.

Das vorherige Bild hatte eine schön beruhigende Wirkung. Doch statt hier innezuhalten, nahm ich mir ein neues Blatt und machte weiter, weil ich früh fertig war, noch Zeit hatte und die Pastellkreide  in Reichweite lag.

Einerseits ein schönes Experiment, andererseits eine Selbsterfahrung, die mir zu denken gibt. Dass ich Gefahr laufe, mir immer wieder die Finger an meinem Übereifer zu verbrennen.

Kunsttherapie IV

pastellfarben

Thema: schöne Urlaubserinnerung

Am Strand, auf´s Meer blickend. Ort und Zeit sind nicht wichtig…, welcher Strand, welches Meer, morgens oder abends. Entscheidend sind die Stille und die Weite, die Bewegung der Wellen und Wolken, das Licht der Dämmerung.

Um die wohltuende Wirkung wiederzugeben, bot sich Pastellkreide mit seinen zarten Farbtönen an. Beim Eintauchen in die sanfte Stimmung fand ich erneut Erholung.

Kunsttherapie III

Abgrenzung

Mit dem Notenschlüssel fing ich an, malte dann verspielt vor mich hin, bis das Bild zunehmend unruhig und bedrückend wurde.

Darum setzte ich mir bewusst einen Rahmen, um das festzuhalten. Erst war alles im grünen Bereich, dann kam gelb, und mit dem Rot kennzeichnete ich die Gefahrenzone, wo es brenzlig für mich wurde.

Am Ende sehe ich ein, dass Abgrenzung DER Schlüssel für mich ist.

Kunsttherapie II

Thema 2:  Baum

Die Intuition findet die richtigen Formen und Farben, um etwas zum Ausdruck zu bringen. Durch die Betrachtung wird meine Innenwelt sichtbar und gibt mir viel zu verstehen.

Der Stamm ist schmal, die Wurzel auch. Umgeben von Düsternis liegen wie Schamlippen traumatische Erfahrungen unterirdisch begraben. Aus dem Grund steigen Tränen auf.

Mühsames Wachstum. Ein Ast verweist auf eine Weggabelung, er ist so stark wie der Stamm, dann knickt er ein, fängt sich, schraubt sich wieder empor und findet Anschluss an die Krone aus Licht und Leichtigkeit.

Oben, aus dieser Fülle heraus, zeigt sich ein akuter Durchhänger, durchtränkt von einer Traurigkeit, die die Kurve kriegt. Es geht wieder aufwärts und findet Anschluss an einen weitschweifigen, aber wichtigen Umweg, der schließlich wieder zum Licht führt.

Mit dem  roten Ei assoziiere ich eine Energiequelle. Sie scheint wie auf einer Schaukel auszuruhen.

Vielleicht ist es aber auch ein wunder Punkt, der umhüllt wird. Und ich frage mich, ob es einen Zusammenhang gibt, zwischen den Wellen aus Wut und Traurigkeit im Hintergrund gibt.

Kunsttherapie I

Prozesse von bis

Ein Teil meines Weges in den vergangenen Wochen. Bilder, die aus dem Unterbewusstsein entstanden und zu mir sprachen.

Thema 1: Traumhaus

Am Anfang war das Schneckenhaus. Wahlweise im Grünen gelegen mit Himmel- und Meerblick. Trotz vieler Fenster, sogar mit Oberlicht, war mir nach einem Anbau: eine Aussichtsplattform mit Geländer und Stützkonstruktion, um die einseitige Belastung auszugleichen. Meine Dachterrasse bepflanzte ich mit Bäumchen spannte zwischen ihnen eine Hängematte zum Ausruhen.

So weit so gut, nur mit der nachträglich eingezeichneten Tür hatte ich Probleme. Sie geriet dunkelbraun und erinnerte mich an massives Eichenholz, als wäre dies ein Festung.

Ich sah darin ein Zeichen und wollte es ändern. Deshalb griff ich zum Radiergummi, um es zu korrigieren und für die Außenwelt zu öffnen.

 

Lektüre

fesselnd

Klaus Modick ist ein großartiger Schriftsteller. Vor langer Zeit las ich „Das Grau der Karolinen“ und kürzlich „Konzert ohne Dichter“ sowie „Der kretische Gast“. Ich habe bisher jede Lektüre sehr genossen.

Derzeit lese ich ein Buch, das von seinem Schreiben handelt. Wie er zur Schriftstellerei kam, was er für ein Verhältnis zur Literatur hat, und er beschreibt, was in ihm während eines Schreibprozesses vorgeht.

Das Kapitel „Das graue Tagebuch“ gab mir faszinierende Einblicke in seine Arbeit. Ich bin voller Hochachtung für sein Wirken und Werken.