Alle Beiträge von Sonja Alphonso

GG

künstlerische Führung mit Dialog

Ausstellung & Dialog „Gemalte Freiheit“

Leider werde ich am 23.09. nicht dabei sein können, wenn die Ausstellung „Gemalte Freiheit“ präsentiert wird. Bei 3falt werden dann die Ergebnisse eines Workshops unter der Leitung von Ulrike Hinrichs zu sehen sein. Es ging um den Wert unseres Grundgesetzes.

Die aktive Auseinandersetzung fand ich hochinteressant und die Umsetzung mit künstlerischen Mitteln sehr inspirierend. Es entstanden viele Werke unterschiedlichster Machart.

Nur schade, dass ich die Besucher nebst Austausch verpassen werde. Denn was rein rechtlich an Werten im Grundgesetz geschrieben steht, ist nicht zwangsläufig gesellschaftliche Realität. Diesbezüglich gibt es noch viel Gesprächs- und Handlungsbedarf.

Auch mir kamen widersprüchliche Bilder in den Sinn.

Über allem wacht das Auge des Gesetzes – mit Blick auf die Verfassungsmäßigkeit von Maßnahmen, aber auch als Überwachungsorgan.

Darunter die Jubiläumsfeier mit gemischten Gefühlen. 70 Jahre Grundgesetz, in dem die Würde des Menschen an erster Stelle kommt, ich habe sie klein geschrieben, wie im Konjuntiv. Der Rollstuhl steht nicht von ungefähr am Rande der Geburtstags-Gesellschaft, dargestellt als Menschenkette.

Schwarze Silhouetten, die im offenen Meer treiben und ums Überleben kämpfen, auf der Flucht vor Krieg, Not und Armut – und Steuer-Oasen auf der Sonnenseite des Lebens, wo andere ihr Schwarzgeld ins Trockene bringen, um möglichst viel für sich zu behalten.

Die Stärke der Verfassung in Form des Bundesadlers, der ausbalancieren muss, was rechtens ist und wo eine rote Linie überschritten würde. Aber auch als Vogel im goldenen Käfig, der an Spielregeln gebunden ist und manchmal nichts machen kann.

Der große Kuchen in Schwarz-Rot-Gold, von dem alle gerne ein Stück ab haben wollen. Kann man sich selber eine Scheibe vom Grundgesetz abschneiden und ein Vorbild sein in Sachen Toleranz im Namen von Freiheit und Gerechtigkeit?

Nebenbei viel Datenerfassung – zur Sicherheit…

Doch unter allem steht als Fußnote immer noch die grundsätzliche Gewährleitung. Das sollten wir unbedingt zu schätzen wissen.

 

 

Maßnahmen

genug gejammert

Schon schön, wenn man Menschen und/oder Orte kennt, bei denen man sich ausheulen kann. Früher oder später trocknen Tränen und oft sehe ich anschließend wieder klarer.

Ich überlege, welche Maßnahmen am geeignetsten sind, um Herausforderungen zu meistern. Hierfür spiele ich in gedanklich die Optionen durch und versuche ein Gespür dafür zu bekommen, wo eigentlich das Problem liegt, welches es zu lösen gilt.

Es dauert manchmal ein wenig, bis ich den Knoten aufgepult habe, um anschließend wieder eine schöne Schleife binden zu können.

Spagat

 stille Wasser

Die Lesung im „Komm du“ war eine schöne Fügung, weil sie das Thema der letzten Tage aufgriff. Ich fühle mich verwandt mit der stillen, in sich gekehrten Protagonistin des Romans „Wittensee“.

Die Autorin Susanne Bienwald spricht mir aus der Seele, wenn sie die Empfindsamkeit und den inneren Konflikt ihrer Figur beschreibt. Der Wunsch dazuzugehören steht im Widerstreit mit dem eigenen Naturell, das sich oft nach Ruhe sehnt.

Das Buch erinnert mich daran, wie wichtig es ist, mich selbst gut genug zu kennen. Denn ich muss immer wieder abwägen, wann ein Spagat sinnvoll ist. Wann dient er noch der Dehnung und ab wann könnte es eine Zerrung geben?

 

 

Verbindung

glücklich vereint

Einst wuchsen zwei Bäume gemeinsam auf. Sie waren so eng miteinander verbunden, dass sie einen Stamm bildeten.

Doch dann, aus unbekannten Gründen, lösten sie sich voneinander, schlugen getrennte Wege ein und lebten sich ein wenig auseinander.

Das Schicksal führte sie allerdings nochmals zusammen. Jetzt passt wieder kein Blatt Papier zwischen sie. Im Gegenteil: Sie verwuchsen erneut miteinander und ihre innige Verbindung gipfelt in einer gemeinsamen Krone.