Ursprung

Sprache und Herkunft

Diether Siegel vollbrachte das Kunsstück, eine sprachliche Brücke zu bauen. Ich konnte und mochte seinen Überlegungen folgen und sah den Sinn in seinen Worten.

Für mich war es mehr als nur ein kurzer Ausflug in die Gedankenwelt eines Mitmenschen, sondern eher wie ein Heimkommen.

Ein-Fluss vom Feinsten.

 

 

Elbvertiefung

ganz nach meinem Geschmack

Ich muss wohl gerade einen Lauf haben in Sachen Wiedersehen. Das letzte war allerdings nicht zufällig, sondern  ich hatte mir einen Termin gemerkt. Eine Lesung bei „Alles wird schön“ mit Diether Siegel.

Weil ich ihn von früher aus der Schule kenne und schätzen lernte, als ich Unterricht bei ihm hatte, wollte ich seine Lesung mit dem Titel „Elbvertiefung“ besuchen, um ihm in heutiger Zeit zu begegnen.

Und es war geradezu unbeschreiblich schön. Geistreich, besinnlich, harmonisch und sehr, sehr anregend. Und ich denke ganz glücklich: Wie schön, dass ich gestern noch grünes Licht dafür bekam, nächste Woche Urlaub zu machen.

Ich denke, ich werde in dieser Zeit einigen jener Gedanken nachgehen, die mich bei der Lesung zutiefst angesprochen haben.

Überraschung

von früher bis später

Komisch, man glaubt immer, sich gut zu kennen. Und dann passieren Sachen, die man nie für möglich gehalten hätte.

Das Leben kann ganz hübsche Haken schlagen. Erst schön brav, dann wild und schließlich noch die Wechseljahre.

Als ich jung war, kam ich nie aus dem Knick. In meiner Erinnerung hat meine Stimme stets versagt. Darum hüllte ich mich in Schweigen. Dafür konnte ich gut hören. Fast so, als hätte man mir die Ohren besonders langgezogen.

Heute ist es wohl eher umgekehrt. Ich rede gerne und höre dafür schlechter. Den Mut, vor anderen Menschen das Wort zu ergreifen, fand ich relativ spät und anfangs klopfte mein altes Hasenherz sehr heftig.

Doch ich widerstand dem Fluchtinstinkt und stellte mich stattdessen der Herausforderung. Es war unbeschreiblich schwer, mich selbst zu überwinden, aber ich tat es und nahm weitere Gelegenheiten wahr, um zu üben.

Das führte zu größerer Gelassenheit. Daraus entwickelte ich die Theorie, dass man Mut nur durch Mut lernen kann. Beim öffentlichen Auftritt auf der Freilichtbühne wollte ich die Probe auf´s Exempel machen.

Just, als ich meine Bewerbung zurückziehen wollte, weil ich Angst vor meiner eigenen Courage bekam, erhielt ich die Zusage. Dann eben doch, dachte ich mir, und hatte ausreichend Zeit, mich ganz gemütlich und mental auf das Ereignis einzustellen.

Die ganze Zeit überwog Vorfreude und das gestärkte Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Das fühlte sich echt cool an. Nun rückt der Termin näher und ich muss mir eingestehen, dass ich nicht mehr die Ruhe selbst bin.

Das kann ja heiter werden, denke ich mir, wenn ich jetzt schon anfange zu zittern. Bis zu wieviel Grad ist Lampenfieber unbedenklich, und ab wann könnte man das Bett hüten, um sich die Decke über den Kopf zu ziehen?

Das kann heiter werden. Denn ich kenne mich gut genug, um zu wissen, dass ich meine Schwächen mit Humor trage.

 

Nachspiel

Fortsetzung folgte

Als ich meine persönlichen Eindrücke bei der Ausstellung „Nordkünste“ auf der Cap San Diego beschrieb,  ahnte ich noch nicht, dass es noch ein nettes Nachspiel haben würde. Tatsächlich gab es eine Zugabe im Hinblick auf das Thema Wiedersehen.

Dieser Zufall zählt im Nachhinein doppelt.

Anne Beecken, eine der Künstlerinnen, hatte ich bei der Vernissage leider nicht getroffen. Aber weil mir ihr Werk „Gelbe Welle“ nicht aus dem Kopf ging, recherchierte ich ihren Namen, stieß auf ihre Website und sah mich dort unter den Bildern um.

Etwas klingelte bei mir, insbesondere bei einem markanten Motiv. Schließlich erinnerte ich mich, selbiges einmal als Karte gekauft zu haben. So öffnete ich mein Schatzkästchen und grub mich durch den schönen Stapel gesammelter Werke.

Dabei stieß ich auf insgesamt fünf Karten von Anne Beecken, darunter auch die „Gelbe Welle“! Bloßer Zufall, Fügung oder einfach Geschmacksache? Offenbar hatte mich das Bild schon einmal angesprochen.

Auch dämmerte mir dann, dass ich der Künstlerin bereits bei anderer Gelegenheit persönlich begegnet war, nämlich beim Besuch ihres Ateliers in Buchholz während der HeideKultour vor ein paar Jahren.

Nun bin ich mit Anne Beecken Ende des Monats verabredet für eine Probehängung des Originals „Gelbe Welle“ bei mir zuhause.

Denn Bilder haben zwar einen vorzüglichen Platz im Herzen, freuen sich darüber hinaus aber auch sehr über einen passenden Rahmen, und entfalten schließlich ihre volle Wirkung zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Als BetrachterIn kommt einem dabei eher die Rolle eines Zaungastes bzw. Bewunderers zu. Dann öffnet sich das Herz und das Bild tritt aus sich selbst heraus, um äußerlich sichtbar Platz zu nehmen.

erlesene Lyrik

schönes Sprachbild

Angekommen

 

Angekommen / in der Ruhe / des Himmels. //

Den offenen Himmel / zur wärmenden Decke / erklären. //

Bett sein / für die Nacht.  //

Beet sein / für den Tag.

Gisela Baudy, Gedicht „Angekommen“, in: Lyrik-Band „Worthaut“ http://www.aws-literatur.de/worthaut/

Dieses Gedicht ist nur eines von vielen, die mich sehr ansprechen.

Als Ausdruck meines Gefühls wählte ich ein Foto, wo das Licht milde scheint und das  Grün Himmel und Erde vereint, durchzogen von Linien wie fruchtbare Ackerfurchen, Tag und Nacht drehen sich umeinander, offen für alles und jeden, dem der Sinn danach steht.

B-Kenntnis

Wertschätzung sind das A und O

Ich freu‘ mich so! Über so vieles, was ich erlebte, gesehen, gehört, gefühlt  und geteilt habe in den vergangenen Wochen, Monaten,  wenn nicht Jahren!

Es verblüfft und erfüllt mich gleichermaßen, wie die Reaktionen ausfallen, wenn ich anderen meine Aufmerksamkeit schenke, sie befrage und/oder über sie schreibe.

Stets möchte ich den Erfreuten entgegnen: ICH habe zu danken! Sie beglücken mich mit ihrer Musik, ihren Bildern und Büchern, mit Impulsen, Austausch und Begegnung.

DAS ist Co-Kreation. Es bereichert mein Leben, wenn ich zugleich dienen und mich selbst ausleben kann.

Ich möchte gemeinsam mit anderen den guten Geist beschwören, der uns beseelt.

 

 

 

Ausstellungen

Bilder geben sich die Klinke in die Hand

Yvonne Lautenschläger: „Who is cheating No. VII“

Werke zweier Künstlerinnen, die auch in der Kunstleihe Harburg vertreten sind, gingen mit an Bord auf die Cap San Diego, wo insgesamt 10 Künstlerinnen im Rahmen der „Exhibition NordKünste“ bis zum 25.08. ausstellen.

Der persönliche Bezug zu den beiden Künstlerinnen Yvonne Lautenschläger und Antje Gerdts lockte mich trotz Hitzewelle am 26.07. zur Vernissage. Im Hamburger Hafen wehte zum Glück ein angenehm erfrischender Wind, den ich jedoch leider nicht mit unter Deck nehmen konnte.

Gleich beim Hineingehen erkannte ich das Duo Vilou, dem ich schon mal im „Komm du“ gelauscht hatte. Sie gaben kein Konzert, sondern sorgten bei der Veranstaltung nur für musikalische Untermalung, ganz dezent, um die Besucher nicht von den Bildern abzulenken.

Bemerkenswert finde ich, dass ich kurz darauf „Melancholie“ erneut über den Weg lief; Einem Bild, welches ich vor Jahren in einem ganz eigenen Kontext gesehen, kennen und lieben gelernt hatte, gemalt von Künstlerin Yvonne Lautenschläger, die ich seinerzeit noch nicht kannte.

Wie heißt es so schön? „Man sieht sich immer zweimal im Leben“ oder „Wiedersehen macht Freude“. Ein anderes Bild von ihr hatte zuvor auch schon mal an  Wiedererkennungswert gewonnen.

Einst kaufte ich nämlich im „Komm du“ eine Postkarte, die mir gefiel, und erkannte das Motiv wieder, als wir Anfang des Jahres die Eröffnung der Kunstleihe Harburg vorbereiteten. Darunter eben auch „Veggie spa“ in Originalgröße.

Es erfreut sich großer Beliebtheit und ist deshalb fast stets in Umlauf. Kaum wird es zurückgebracht, findet es schon den nächsten Liebhaber… oder eine Liebhaberin.

Nach diesem kleinen Exkurs kehre ich zurück zur Ausstellung auf der Cap San Diego. Ich habe mir einige Werke und/oder Künstlerinnen gemerkt. Vor allem eine „Gelbe Welle“ hatte es mir angetan. Auch die „Fernsicht“ und „Transzendenz“ der gleichen Malerin sprachen mich an.

Leider konnte ich Anne Beecken bei der Vernissage nicht persönlich begegnen und meine Begeisterung zum Ausdruck bringen, denn als ich nachfragte, erfuhr ich, dass sie nicht zugegen sein konnte.

Gefesselt wurde meine Aufmerksamkeit u. a. auch vom Kettenkasten, der allerdings nicht zur Ausstellung, sondern Ausstattung des Schiffes gehört. Dort lagert die schwerfällige Ankerkette. Durch eine ovale Luke sieht man die beeindruckenden großen Kettenglieder, aufgetürmt zu einem gewichtigen Haufen.

Wo ich schon beim maritimen Ambiente bin, kann ich auch gleich die von Antje Gerdts bemalten Kaffeesäcke erwähnen. Bilder, die weit unten im Schiff hängen. Ich möchte einen Besuch der untersten Etage wärmstens empfehlen, obwohl der Abstieg schweißtreibend war. Hier befand sich der gefühlte Stauraum für hohe Temperaturen, im Gegensatz zu kühl gelegenen Kellern.

Stichwort „Streifzug“. Dazu fällt mir ein Bild von Miriam Bonner ein.  Ich schwelge auch in der „Poesie der Formen: Sommerfrische“ von Carmen Lohse oder erinnere mich an „Airy views“ von Christine Bernreuther.

Renate Hamer beeindruckte mich als schöne, reife, vitale Frau. Ihre  abstrakten, bunten Bilder sah ich mit neuen Augen, nachdem ich wusste, von wem sie sind.

Bei „I´m“ von Dora Nowa hielt ich mich länger auf, und als visuelle  Highlights nahm ich noch zwei Werke von Hildegard Langefeld wahr: „ei 01/06-4“ und „s/w XII“. Titel, die mir leider nicht auf die Sprünge helfen, was ich gesehen und dabei empfunden habe.

Marzena Brandt war auch noch mit von der Partie und zeigte Fotografien.

Alles in allem eine bunte und runde Sache.

Motive meiner Bilder-Sprache: Sinnlichkeit, Reflexion und Humor.