Glaubens Bekenntnis

ungläubig

Wenn es um religiösen Fanatismus geht, werde ich zur Ketzerin. Ich bin eine spirituelle Gegnerin von Christianisierung, Kommerzialisierung, Islamisierung etc.

Andere zu bekehren, einem fremden Gott oder Mammon zu dienen, womöglich unter Anwendung von Gewalt, läuft all meinen Wertvorstellungen zuwider, an die ich gerne glauben möchte.

Das Gebot „Du sollst nicht töten“ hat dabei besonders hohen Stellenwert. Außerdem bin ich davon überzeugt, dass man nur selber zu Gott finden kann, nämlich durch innere Einkehr und ein Bekenntnis zum Guten.

Nächstenliebe und Vergebung sind dabei schwierige Prüfungen, aber ich übe fleißig, um zu bestehen.

 

Ansprache

Predigt von der Kanzel

Welcher Ort würde sich besser für ein „Weltfest der Götter“ eignen als 3falt? In der leerstehenden Dreifaltigkeitskirche wird derzeit eine kulturelle Umnutzung erprobt.

Ebenfalls gut gewählt ist der Tag für die Präsentation der Werke, die unter der Leitung von Ulrike Hinrichs entstanden: Am 4. November ist der Harburger Kulturtag.

Erneut zur Klangkirche mit bemerkenswerter Akustik wird der Ort ab 16 Uhr mit arabischer Musik zu den Göttern von Omar Abazied . Außerdem werden Texte vorgelesen, die im Rahmen einer „Göttlichen Schreibwerkstatt“ entstanden.

Auch ich gehöre zu denen, die etwas zum Thema Götter geschrieben haben. Zu gegebener Zeit werde ich dann wahrscheinlich ziemlich aufgeregt in dem großen Kirchenschiff vor den Besuchern und Besucherinnen stehen und mich hoffentlich angemessen äußern.

Liebe Zuhörer und Zuhörerinnen

Gläubige und Gläubiger,

liebe Ungläubige…

Ich mache nur Spaß… um meine Nerven zu beruhigen.

 

 

Integration

gesellschaftskonform

Wann ist Integration gelungen? Wie eng sollen die Grenzen gesteckt werden? Wie groß ist die Aufgabe?

Migranten sollen unsere Sozialsysteme nicht belasten, aber auch keine Arbeitsplätze wegnehmen. Wenn sie sich selbständig machen,  ist das einigen ebenfalls ein Dorn im Auge und hochgradig suspekt, als könne es nicht mit rechten Dingen zugegangen sein.

An dem Vorwurf der Parallelgesellschaft ist mit Sicherheit etwas dran. Denn die Vorbehalte und Berührungsängste überwiegen. So bleiben die meisten vorzugsweise in ihrer Community. Wem will man das verdenken? Wer fühlt sich schon gerne fremd?

Doch auch das passt uns nicht. Sie sollen sich bitteschön anpassen und so sein wie wir: sprachlich, kulturell und möglichst auch äußerlich.

Wahrscheinlich hätten wir selbst dann noch etwas dagegen, weil wir nur noch über den Stammbaum erkennen könnten, dass es sich um keine Urdeutschen handelt.

Manchmal bringt mich dieses ganze Gerede um ethnische Wurzeln echt auf die Palme.

fremdländisch

offene oder geschlossene Gesellschaft?

Wenn in unserem Gehirn Sprache ankommt, wir aber kein Wort verstehen, befremdet uns das und es stellt sich ein Gefühl von Ausgeschlossenheit ein.

Wir neigen dazu, abzulehnen, was uns nicht vertraut ist, werten es womöglich ab. Dabei handelt es sich bei der Muttersprache um  zwei Seiten derselben Ausdrucksfähigkeit, die viel mit der eigenen Identität zu tun hat.

Wir erheben den Anspruch, Ausländer sollen Deutsch sprechen können ( das übrigens möglichst auch im Ausland). Doch wenn ich Fremdländisch höre, heißt das noch lange nicht, dass die Person unsere Sprache weder versteht noch spricht. Diesbezüglich erlebte ich schon häufiger manch blaues Wunder, wenn eine Person plötzlich mühelos ins Hochdeutsche wechselte.

Doch die Irritation im öffentlichen Raum bleibt, und es stellt sich die Frage, ob sich unsere Akzeptanz erschöpft oder doch noch Luft nach oben ist.

Auch für mich ist es eine Herausforderung, vieles nicht verstehen zu können, was um mich herum gesprochen oder getan wird. Doch erst dort, wo anderen Schaden zugefügt wird, sollte die Toleranzgrenze verlaufen. Bis dorthin sollte jeder Mensch tun und lassen und glauben können, was er will.

 

Sprachenmix

Klangfarbe

Im Urlaub vermischten sich unterschiedliche Sprachen zu einem Gewirr aus Spanisch, Englisch, Französisch, Polnisch und/oder Russisch.

Ganz anders daheim: Da höre ich wieder ganz vertraut überwiegend Deutsch, Türkisch, Russisch und Arabisch.

Rückblende

bemerkenswert

Ich schrieb zwar kein Reisetagebuch, aber die eine oder andere Begebenheit während des Urlaubs erinnere ich trotzdem gut. Üblicherweise bebildere ich meine Berichte, aber wenn es um Land & Leute geht, muss ich differenziert ans Werk gehen.

Im Normalfall fotografiere ich vorzugsweise und problemlos  Stillleben. Zumindest hat sich noch nie eine Versteinerung o. ä. bei mir beschwert.

Wenn es sich jedoch um menschliche Betrachtungen handelt, ist Vorsicht geboten. Um keine Persönlichkeitsrechte zu verletzen untersage ich mir selber das Fotografieren. Auch wenn es mich noch so sehr in den Fingern juckt, ich halte nicht drauf.

Beispielsweise gibt es kein Zeugnis von folgender farbenfroher Szenerie: Ich sah mehrere Schwimmer im Meer auftauchen. Sie trugen alle Badekappen: 2 x gelb, 2 x orange, 2 x pink. Ich fragte mich, ob das eine Aussagekraft hat wie beim Judo die Farbe des Gürtels?

Es könnte allerdings auch ein Erkennungsmerkmal gewesen sein. Beispielsweise zur leichteren Identifizierung von im Schwarm Untergegangenen: Wenn einer vermisst würde, könnten alle schnell mal unter Wasser nach der fehlenden Farbe suchen!

Anstelle jener Badekappenträger wähle ich einen grüngesichtigen Platzhalter.

Motive meiner Bilder-Sprache: Sinnlichkeit, Reflexion und Humor.