nebulös

Nachtgedanken

Wenn ich eigentlich schlafen müsste, geht mir dennoch dies und das durch den Kopf. Bin ich nur vermeintlich wach und träume tatsächlich?

Manches, was ich mir nächtens zusammenreime, fühlt sich durchaus klar an. Vielleicht nicht ganz durchdacht, aber im Ansatz ausbaufähig. Ich versuche, mir das Ausgedachte zu merken, um es anderntags fortzuspinnen. Aber das ist oft vergeblich, weil sich die Ideen verhüllen, nachdem ich wieder tief und fest eingeschlafen bin.

Einen kleinen Rest von letzter Nacht erinnere ich noch. Es ging um nichts geringeres als einen umfassenden Systemwechsel. Stichwort Gemeinwohlökonomie.

Weil ich das Konsumverhalten fragwürdig finde und gerade wieder ein Black Friday die Bevölkerung eben dazu veranlassen sollte, überlegte ich, ob es nicht sinnvoller wäre, die Mehrwertsteuer anders zu bemessen, indem man zwischen Konsumgütern und Dienstleistungen unterscheidet… um das eine einzudämmen und das andere aufzuwerten.

Zu Ende gedacht ist das noch nicht, aber heute Abend lege ich mich ja wieder Schlafen…

immer meer

mal mal wieder

Vertieft ins Meermalen, verbringe ich Stunden mit Farbe und Pinsel, oder greife zu Spachtel und Lappen. Jede Berührung mit der Leinwand wirkt sich aus.

Manchmal ergibt sich daraus  eine Veränderung im Bild, die mir weniger gut gefällt. Dann ärgere ich mich über mich und wünschte, ich hätte eben das unterlassen, was ich nicht mehr rückgängig machen kann.

Aber was passiert ist, ist passiert. Ich kann nur lernen, gelassener damit umzugehen, wenn mir etwas missraten ist. Dafür muss ich mich von meiner vorherigen Vorstellung lösen, mich erneut auf den Prozess einlassen und sehen, was dabei herauskommt.

Das Meer entzieht sich meiner Kontrolle, aber ich sammle Erfahrungen. Ich habe es in der Hand, das Werkzeug, um weiterzumachen. Meermals erlebte ich dabei schon mein blaues Wunder. Danke dafür.

 

 

entspannend

Bewegung

Jede Welle aufnehmen, und alles, was sich im Verlauf ihrer nie enden wollenden Bewegung abspielt. Auch die Wolken und wie sie ziehen, ihre Formen ändern und das Licht filtern. 

Jede einzelne und wie sie sich zusammenfügen und wieder voneinander lösen. Nichts beruhigt und erfüllt mich mehr, als dieser ewige Wandel.

 

wählerisch

schwierige Entscheidung

Mein Problem? Ich möchte zuviel auf einmal. Lesen und schreiben, malen und spazieren gehen, arbeiten und Freizeit haben, um zu lesen und zu schreiben, spazieren zu gehen, um zu fotografieren und in Bewegung zu bleiben.

Zum Malen brauche ich gutes Licht, aber wenn das Licht gut ist, will ich gerne rausgehen. Wenn die Sonne scheint, ist die Stimmung spürbar besser und alles fällt leichter, selbst die Pflicht.

Aber gutes Wetter ist fast zu schade, um arbeiten zu gehen oder Hausarbeit zu erledigen. Wenn das Wetter hingegen trübe ist, vermag es mir so auf’s Gemüt zu schlagen, dass ich nicht einmal Lust habe aufzustehen, geschweige denn, irgendwohin zu gehen oder etwas zu tun.

Überspitzt gesagt: Ich will alles oder nichts.

Trick 17

unwirklich

Kann man zur Abschreckung von Selbstmord träumen? Um sich Suizidgedanken aus dem Kopf zu schlagen?

Vergangene Nacht sprang ich mehrmals mit Anlauf vom Hochhaus. Und freute mich schließlich über das Aufwachen aus der Umnachtung.

Ich stürzte auch zum wiederholten Male von Klippen und versank im Wasser irgendwelcher Flüsse.

Immer war es ein kleiner Schock, ein seltsamer Schwindel, der mich am Leben ließ. Und dafür bin ich dankbar.

 

R.I.P.

Gedenken

Etwas fassungslos nehme ich zur Kenntnis, dass in diesem Jahr schon vier Menschen verstarben, und nur bei einem von ihnen war das abzusehen. Keiner an Corona und völlig unerwartet.

Ich kannte sie lange und mehr oder weniger gut. Der Verlust macht mich betroffen. Als wäre dieses Jahr 2020 nicht schon Herausforderung genug.

Wir haben Herbst, der zweite Lockdown steht kurz bevor. In zwei Tagen treten wieder Kontaktbeschränkungen in Kraft.

Viel Zeit für Besinnlichkeit und um sich den Wert und die Qualität des Lebens bewusst zu machen und das Naheliegende besonders zu wertschätzen.

Und derer zu gedenken, die zwar nicht mehr unter uns sind, aber doch fest verankert als Bestandteil unserer Erfahrungen und Erinnerungen.

 

Lichtung

es lichtet sich

Eigentlich müsste ich begrüßen, dass mein Leben weniger überfüllt ist und überschaubarer wird. Ich sollte womöglich sogar ganz froh sein, nicht mehr ganz dicht zu sein.

Stattdessen fühlt sich die vergleichsweise Leere nicht so gut an. Mut zur Lücke und Gelassenheit sind mir eher fremd.

Kommt es mir nur so vor, weil es irgendwie ungewohnt ist? Leerlauf weckt Unruhe. Ein Gefühl von Sinnlosigkeit stellt sich ein und mir breitbeinig in den Weg.

lch will mich so gerne nützlich machen, aber doch nicht um jeden Preis und komme, was wolle. Das stößt auf inneren Widerstand.

 

 

 

Motive meiner Bilder-Sprache: Besinnlichkeit, Reflexion und Humor.