Lebenslauf

quo vadis?

Schwieriges Gelände. Penetrant ploppt  immer wieder die Erinnerung auf, dass meine Mutter – Gott habe sie selig – meinte, dass Talent im Leben nicht zähle. Sondern Englisch, Deutsch und Mathe die Fächer wären, auf die es ankäme.

Ich bin der lebende Beweis dafür, dass mit einer solchen gedanklichen Fußfessel der Werdegang beschwerlich sein kann.

Oder habe ich mein Ziel längst erreicht und will es nur nicht wahrhaben, dass ich mich schon vor langer Zeit von diesem mir fremden Denken emanzipiert habe?

Auch das ist ein Talent von mir: Zweifeln.

Es war einmal…

Nichts

Existenziell. Das Vergehen. Die Eleminierung. Nichts beschäftigt mich derzeit mehr als alles andere.

Eingebettet in die Unendlichkeit ist mein Dasein ein begrenztes, ein irdischer Aufenthalt, einmalig mit festen Boden unter den Füßen.

Was auch immer ich in meinem Leben anstrenge, am Ende geht das Licht aus. Alles Tun, alles Denken, alles Fühlen wird sich in Nichts auflösen.

Der Tod ist unvermeidlich. Schemenhaft steht er mir bevor. Alle Vergänglichkeit wirft diesen langen Schatten in die Zukunft. Lässt ausschließlich eines jeden Gegenwart erstrahlen.

Denn nur, wenn ich nicht gestorben bin, dann lebe ich noch heute.

 

apropos

trefflich

Das Leben besteht aus Verbindungen. Wir nehmen Bezug und liefern uns Stichworte.

Mit ihnen kommen wir gut und gerne vom Steinchen zum Stöckchen. Würde man versuchen, alles bis zum Anfang zurückzuverfolgen, käme man vermutlich bei Adam, Eva und der sprechenden Schlange an. Oder bei der Ursuppe, mit Buchstaben drin.

Redewendungen

klar zur Wende

Sprache ist wie Segeln, wohin weiß ich nicht im Voraus. Ich habe kein Ziel, vielleicht will ich gar nirgendwo ankommen.

Dafür genieße ich zu sehr das Spiel mit den Worten. Rings um mich her ein unerschöpfliches Reich an Begriffen und Bedeutungen. Ich lasse mich treiben, vertraue auf die Tiefe und Weite und Höhe.

Ich bin die geborene Sammlerin, die Treibgut aus dem Meer der Möglichkeiten aufhebt. Mit dem Verknüpfen der Fundstücke hapert es dagegen. Außerdem bin ich wohl zu ungeduldig und vielleicht auch zu faul, um mir für jeden Geistesblitz einen geeigneten Himmel auszudenken, nur um die Idee einbetten zu können.

Stattdessen brainstorme ich munter vor mich hin. Nicht nichtssagend, aber auch nicht gut durchdacht. Mich würde ernsthaft interessieren, ob sich damit trotzdem ein Blumentopf gewinnen ließe.

einmaliges Trio

Adieu Sophie!

Gestern nahm mein Alter Ego namens Philo Sophie Selbst-Zweifel den Hut und verabschiedete sich. Allerdings verschwand sie bzw. ich nicht sang- und klanglos, sondern mit Musik.

Es war das erste Mal, dass ich nicht alleine, sondern mit Verstärkung in Gestalt von Guido Plüschke und Wolf Puschmann auftrat. Am Ende eine Premiere…

Es war ein stimmiger Abschluss: persönlich, amüsant und meinerseits etwas wehmütig.

Denn natürlich frage ich mich:

Was soll nun aus mir werden?

Timing

Kinder, wie die Zeit vergeht…

Ich, alias Philo Sophie Selbst-Zweifel

Die Kolumnen-Lesung rückt näher. Nur noch eine Woche bis dahin. Der Termin ist suboptimal, abends mitten in der Woche…  Andererseits können Gäste den Mittwoch ja optimal ausklingen lassen, nämlich mit Musik und unterhaltsamen Gedanken.

Wolf Puschmann, Foto: Klaus von Hollen
Guido Plüschke, Foto: Martin Huch

Ich kann nur jedem dringend raten, sich die Abschiedsveranstaltung von meinem Alter Ego Sophie nicht entgehen zu lassen. Besonders Clevere rufen vorher im Komm du an und reservieren sich ein schönes Plätzchen in Sicht- und Hörweite.

https://www.komm-du.de/

1300

Zifferblätter

Seit ich diese Seite betreibe, sind ein paar Jahre ins Land gegangen. Und dies ist der 1300. Beitrag. Eine Zahl, die mich staunen lässt.

Oder ist es unerheblich? Ich selber hätte jedenfalls nicht mitgezählt. Sowenig, wie ich Blätter an einem Baum berechnen würde.

Und doch wird mir etwas feierlich zumute, als müsste ich die hohe und glatte Zahl würdigen, die mir zugespielt wurde. Um ihr gerecht zu werden, setze ich mich mit dem Los der Bedeutung auseinander.

Die Menschen schreiben sie den Zahlen zu. Ob die magische 3, die beliebte 7 oder die günstige 9,99: Es ist Symbolik im Spiel.  Unser Instinkt rät uns zu Lottozahlen oder zur Vorsicht an einem Freitag, dem ein schlechter Ruf anhaftet.

Was nun könnte hinter der 1300 stecken? Die Unglückszahl direkt neben einer verdoppelten 0. Ist das ein gutes oder ein schlechtes Zeichen? Aber was ist mit dem Punkt? Der steht doch hinter der 1 und nicht hinter der 13.

Puuh, da habe ich ja nochmal Glück gehabt, dass ich das Blatt zu meinen Gunsten wenden konnte.

sprachlos

um Worte verlegen

Ich hänge seltsam in der Luft. Eigentlich wäre es an der Zeit, mich auf meine Lesung im November vorzubereiten, die wohl die letzte ihrer Art werden wird, da ich das Kolumnenschreiben aufgegeben habe.

Leider hadere ich derzeit mit einem Mangel an Motivation, um Werbung zu machen für diese Abschieds-Vorstellung.

„Kommt Zeit, kommt Tat“ versuche ich mich zu trösten und denke mir ein Luftschloss im leeren Raum meines Oberstübchens. In der Hoffnung, dem Elan möge rechtzeitig der Durchbruch gelingen.

Motive meiner Bilder-Sprache: Besinnlichkeit, Reflexion und Humor.