andere Zeiten

andere Sitten

In diesem Jahr bekam ich erneut von einer lieben Person einen Adventskalender der anderen Art geschenkt. Einen mit ausgesucht gehaltvollen Texten und stimmigen Bildern, ganz nach meinem Geschmack – statt Schokolade gibt es geistiges Gedankengut in Form von Lektüre.

Aus ihm habe ich auch den Auszug aus dem Brief Rainer Maria Rilkes.

Das folgende Zitat stammt von Alfred Delp,  aus einer Zelle in Berlin-Tegel, 1944.

„Das eine ist mir so klar und spürbar wie selten: Die Welt ist Gottes so voll.

Aus allen Poren der Dinge quillt er gleichsam uns entgegen. Wir aber sind oft blind.
Wir bleiben in den schönen und bösen Stunden hängen und erleben sie nicht durch bis an den Brunnenpunkt, an dem sie aus Gott herausströmen.

Das gilt für alles Schöne und auch für das Elend. In allem will Gott Begegnung feiern  und will die anbetende, hingebende Antwort.

Die Kunst und der Auftrag ist nur dieser, aus diesen Einsichten und Gnaden dauerndes Bewusstsein und dauernde Haltung zu machen und werden zu lassen.

Dann wird das Leben frei in der Freiheit, die wir immer gesucht haben. “

Dichter und Denker

weltbewegend

Schickal oder Zufall ließ mich etwas mehr von Ma´an Mouslli´s eigener Fluchtgeschichte erfahren und ich hörte heraus, dass er trotz seines positiven Denkens Zeiten voller Zweifel kennt und sich fragt, was er schon ausrichten kann in einer Welt voller Waffen und Gräueltaten.

Am nächsten Morgen las ich einen Auszug aus einem Brief Rainer Maria Rilkes an seinen jungen Kollegen Franz Xaver Kappus. Darin fand ich viel Tröstliches.

Ich nahm es zum Anlass, über das Internet noch mehr Zuspruch zu suchen und verschickte Links wie diesen:

 

Newcomers

biblisches Ausmaß

Mir fiel wie zufällig eine Geschichte ein, die über zweitausend Jahre alt ist, aber auch in die heutige Zeit passt. Ich will an sie erinnern. Wenn nicht jetzt zur Weihnachtszeit, wann dann?

Menschen auf der Flucht vor Lebensgefahr. Sie fanden nach einer beschwerlichen Reise Obdach in einem Stall. Neben den erwachsenen Ankömmlingen kam ein Kind zur Welt. Konnte man wissen, was daraus werden würde? Vielleicht lag eine Ahnung in der Luft und es stand ein günstiger Stern am Himmel.

Ich frage mich, ob diese Geschichte einmalig ist oder sich wiederholen könnte. Vielleicht sollten wir in allem Fremden, das zu uns kommt oder in  unsere Gesellschaft hineingeboren wird,  etwas sehen, aus dem etwas Großartiges erwachsen kann.

begriffsstutzig

verlassene Heimat

„Flüchtling“. Nur ein Wort.

Für einige der falsche Begriff, für andere etwas, das sie sich übergehört, und trotzdem wenig verstanden haben.

Wer selber aus Not seine Heimat verlassen musste, hat ein tieferes Verständnis, weil eigene Erinnerungen und schmerzliche Gefühle damit verbunden sind.

Welche Bezeichnung wäre angemessen, um dem Bruch und Bestandteil menschlicher Biografien gerechter zu werden?

Das Wort ist das eine, die Bedeutung das andere, die wir ihm selber verleihen. Je nachdem ob oder mit welchem Inhalt ist es fülle, bleibt es leere Worthülse oder bekommt unterschiedliche Bedeutung.

Es gibt viele Möglichkeiten: Ich kann einem Geflüchteten oberflächlich begegnen, misstrauisch und ablehnend. Auch aus Eigennutz, aus Selbstbeweihräucherung und, um mir vielleicht anzumaßen, mir anschließend ein allgemeines Urteil erlauben.

Aber ich kann auch versuchen, dem Mitmenschen zu begegnen, dessen Schicksal es war, vor unvorstellbarer Angst vor Verfolgung, Folter und Krieg zu fliehen.

Das Ringen um die richtigen Worte könnte ein wichtiger Bestandteil einer guten Auseinandersetzung sein.

GZSZ

übermüdet

In den letzten Tage gehe ich auf dem Zahnfleisch. Das ist vergleichsweise mühsam und fühlt sich an, als käme ich kaum vom Fleck.

Am liebsten zöge ich mir die Decke über den Kopf, aber ich habe es schon ausprobiert, und es hilft leider nicht bei Schlafstörungen.

Mir ist danach, bei Licht zu schlafen und nachts zu wandeln. Ich hoffe, es ist nur eine vorübergehende Mondphase.

Lebensweg

verlaufen oder noch auf dem richtigen Weg?

Ich glaube, dass ich insgesamt gut und gerne unterwegs bin. Allerdings möchte ich Gleichförmigkeit und Routine vermeiden, damit nichts zur Selbstverständlichkeit wird, was besondere Aufmerksamkeit verdient.

Welches Ziel ich gerade hauptsächlich verfolge, kann sich von Zeit zu Zeit unterscheiden. Der Weg, den ich beschreite, muss sich quasi ständig meinem Wünschen und Wollen anpassen.

Monokultur

Mauser

Im Zuge der Selbstklärung mache ich viel Federlesen und nähere mich umständlich dem Thema der eigenen Flugfähigkeit. Dazu stelle ich mir im Selbstgespräch schwierige Fragen. In der Hoffnung auf einfache Antworten, damit ich wegweisend die Weichen für die Zukunft stellen kann.

Dieser Prozess findet mindestens einmal jährlich statt und fällt meistens in die Vorweihnachtszeit. Ich gehe mit leuchtendem Beispiel voran und halte innere Einkehr.

     

Dann betrachte ich die momentane Lage aus unterschiedlichen Perspektiven, weil mir das zu neuen Impulsen verhilft.

  

 

Motive meiner Bilder-Sprache: Sinnlichkeit, Reflexion und Humor.