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erlesene Lyrik

schönes Sprachbild

Angekommen

 

Angekommen / in der Ruhe / des Himmels. //

Den offenen Himmel / zur wärmenden Decke / erklären. //

Bett sein / für die Nacht.  //

Beet sein / für den Tag.

Gisela Baudy, Gedicht „Angekommen“, in: Lyrik-Band „Worthaut“ http://www.aws-literatur.de/worthaut/

Dieses Gedicht ist nur eines von vielen, die mich sehr ansprechen.

Als Ausdruck meines Gefühls wählte ich ein Foto, wo das Licht milde scheint und das  Grün Himmel und Erde vereint, durchzogen von Linien wie fruchtbare Ackerfurchen, Tag und Nacht drehen sich umeinander, offen für alles und jeden, dem der Sinn danach steht.

bedürftig

Ruhe, bitte!

Manchmal möchte ich schreien, wenn lautstarke Geräuschkulissen  mein Nervenkostüm zerlöchern. Doch das wäre kontraproduktiv.

Stattdessen könnte ich über Gehörschutz oder den Einsatz von eigenen Kopfhörern nachdenken, um ein alternatives Klangbild zu erzeugen.

Allerdings stoße ich mich an der Vorstellung, dann ein Teil jenes weit verbreiteten Bildes in der Öffentlichkeit zu sein, das die Vereinzelung zeigt, in der jeder mit sich selbst beschäftigt ist und wir immer blinder und tauber füreinander werden.

Dieses Dilemma ist schwer auszuhalten.

AU F

die Krankheit nimmt Abschied

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Wir haben eine paar Tage miteinander im Bett verbracht und zusammen geschlafen und geschwitzt, gestöhnt und gehustet.

Wenn sie sich ankündigt, denke ich oft: Mist! Ich will nicht. Ich habe keine Lust, krank zu sein. Es ist schließlich kein Vergnügen, mit ihr intim zu sein. Sie fragt aber nicht nach meiner Meinung, sondern legt mich einfach flach.

Und dann dämmert es mir zwischen Fieberwahn und seltsamen Träumen: Es ist ihre Natur, mich zur Ruhe zu zwingen. Dann fange ich an, mich in den Zustand hinein zu entspannen. Denn wir beide wissen, dass ich mich anschließend besser fühlen werde.

Sie signalisiert mir, wenn sie den Laden innen wieder aufgeräumt hat. Dann lässt sie mich aufstehen und mich wie neu fühlen. Noch ist es nicht soweit, aber ich wittere schon Morgenluft.

Bettgeflüster

nachts um halb eins

Mondschein

Wer bei meinen Bettgeschichten erhofft, etwas über Sex zu erfahren, wird enttäuscht sein. Es geht nur um Schlafstörungen.

Zu nachtschlafender Zeit kommt mir manchmal der Gedanke, ich sollte vielleicht in der Zeit von 1 bis 4 Uhr arbeiten gehen, um die Stunden einträglich zu verbringen.

Schummerlicht und stille Arbeit sind für mich nicht neu und auch nicht abschreckend. Welche Jobs kämen hierfür in Frage? Nachtwächterin oder -schwärmerin. Oder Auslieferungsfahrerin. Zu so früher Stunde ist wenig los auf den Straßen und ich könnte in Ruhe herumfuhrwerken.

Der Sonnenaufgang wäre mein willkommener Feiermorgen.

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