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Trauer

Stillstand

Wenn ein Herz aufhört zu schlagen, kommt etwas in uns zum Stillstand. Wir erstarren und staunen und versuchen, das Unfassbare zu begreifen.

Die Welt dreht sich weiter, aber sie gerät für uns aus dem Takt, weil sich Augen nicht mehr öffnen und ein Odem sich verflüchtigt.

Man wartet insgeheim darauf, dass sich der Brustkorb nochmals hebt und senkt, mit dieser Selbstverständlichkeit, mit der er es ein Leben lang getan hat.

Doch das tut er nicht. Während unaufhaltsam die Körperwärme entweicht, bietet nur der friedliche Anblick Trost, weil Schlafes Bruder das Antlitz glättet.

Und während ich noch dabei bin, den Verlust zu betrauern, fährt jener Geist in mich, der mich wissen lässt, dass die Seele des Verstorbenen unsterblich ist.

 

 

Neuland

südlich des Salzstreuers

Trotz aller Trockenheit wissenschaftlicher Untersuchungen und deren Ergebnisse, bieten diese für mich eine Fülle neuer Aspekte, die ich hochspannend finde.

Gestern erfuhr ich im zweiten Teil des Buches „Das Alphabet des Denkens“, dass es Naturvölker gibt, die keine relativen räumlichen Beschreibungen oder egozentrischen Bezüge kennen wie links, rechts, vor, über, neben etc.

Stattdessen nutzen sie absolute Bezüge wie Himmelsrichtungen, d. h. wenn sie auf der anderen Seite stehen, ändert sich ihre eigene Perspektive und der Salzstreuer befindet sich nördlich.

In der Nacht träumte oder erdachte ich etwas, bei dem diese neue Sicht offenbar ein Wörtchen mitgeredet hatte, um mir aus der Seele zu sprechen.

„Als der Groschen fiel,

taumelte er lange durch die Luft,

ich sehe ihn in Zeitlupe.

Er schwankte hin und her,

aber nicht orientierungslos,

sondern dem Grund entgegen,

der einzig möglichen Richtung.

Als er auf die feine Trennlinie traf,

durchbrach er den Widerstand,

tauchte unter die Oberfläche

und wurde sanft aufgefangen.

Er verlangsamte nochmals das Tempo,

jetzt ruhig und gefasst.

Dann lag er geborgen

in der Tiefe meiner Seele,

weich wie Wasser,

einzig bewegt

von Zeit zu Zeit

von meinen Wünschen.“

 

melancholisch

wehmütiger Abschied

Das Wetter war durchwachsen, aber trotzdem gab es reichlich Wohlfühlklima. Haus und Elbengarten waren einladend und der Raum zwischen Himmel und Erde weitläufig.

Regnerisch oder heiter bis wolkig – es gab viel Abwechslung.

Besonders morgens und abends suchte ich die Nähe zum Wasser.

Nicht immer kam die Sonne durch, seltene Momente stillen Glücks.

Klar ist bei Sonnenschein alles heller und leichter.

Wenn die Farben leuchten, tut das auch der Seele gut.

      

Aber Feuchtigkeit macht die Erde fruchtbar. Manches schießt vorzugsweise bei Regenwetter wie Pilze aus dem Boden.

Auch Moos lässt sich gerne dort nieder, wo ein Wasserbett in Sicht ist.

Ich persönlich ziehe Spaziergänge trockenen Fußes vor.

Außer, wenn ich barfuß am Strand bin.

Aber dafür war es schon zu kalt.

Ansonsten zeigte sich der Herbst von seiner leicht melancholischen Seite.

Der Abschied vom Elbtalauenland fiel schwer.

 

Elbengarten

Vorfreude

Ich werde mich an der Elbe einquartieren und mich von der Umgebung verzaubern lassen. Bei meinem letzten Ausflug ins Wendland kam ich an diesem Häuschen vorbei, fühlte mich magisch angezogen vom Namen Elbengarten und beschloss, hier einmal eine Auszeit zu genießen. Nun ist es soweit.

Meine Vorfreude wurde noch dadurch vermehrt, dass ich mich zuletzt in das Werk eines ehemaligen Lehrers von mir vertiefte, der 2008 für eine Elbvertiefung der anderen Art eine Wanderung von Hamburg und Dresden machte.

Mich haben seine Aufzeichnungen sehr angesprochen und darum war ich behilflich, seine handschriftlichen Notizen zu digitalisieren, damit ein Buch daraus werden kann. Besser spät als nie.

Der erste Schritt ist getan. Jetzt soll es weitergehen, indem der Text nochmal durchgegangen wird. Und da ich geistig sowieso gerade in seinem Fahrwasser schwimme, bot es sich an, gemeinsam in die gleiche Richtung aufzubrechen, um weiter Pläne zu schmieden. So komme ich zu einer Mitfahrgelegenheit und vertiefendem Gedankenaustausch.

Eine weitere stimmige Fügung sehe ich darin, dass in meinem Gästehaus offenbar der Aloha-Spirit zuhause ist. Von ihm hörte ich erst kürzlich in einem Fernsehbeitrag und verinnerlichte sofort den darin enthaltenen Geist, weil er mir aus der Seele spricht.

 

 

Aura

Kunst als Sprache der Intuition

So lautet der Titel von dem jüngst veröffentlichten Buch von Ulrike Hinrichs. Es ist eine gehaltvolle Lektüre und steckt voller Aussagen, die mir aus der Seele sprechen.

z. B.:

„Das Individuum geht in Resonanz mit dem wissenden Feld und vice versa. Felder und Gedankenformen nähern sich einander an, überlappen sich und verschmelzen miteinander, beschreibt es Wallner.“ (…)

Jedes System, auch der Mensch, ist ein schwingendes System. Der Mensch ist Teil des universellen Energiefeldes. Er tritt je nach Eigenschwingung in Resonanz mit kollektiven bzw. universellen Feldern.“

Gestern sah ich eine ähnliche Verschmelzung wie auf dem Bild von Anne Beecken am Abendhimmel. Das leuchtete mir sofort ein.

Gastfreundschaft

ein Plätzchen im Grünen

Als ich in Mützingen einkehrte, erwartete mich nicht nur ein sehr freundlicher Gastgeber und ein ganz nach meinem Geschmack eingerichtetes Ferienhäuschen.

Abends gab es zudem in unmittelbarer Nähe lecker zu Essen: Steinofenpizza.

Und dazu ein Gläschen Wein.

Tiefe Einsichten: Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen und: man kann das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden.

Seelenheil

Plan A und B

Eigentlich wollte ich Romane schreiben. Das war der ursprüngliche Anlass, mich für ein Wochenende zurückzuziehen: mal eintauchen in eine meiner längeren Geschichten und am Stück weiterschreiben.

Es hat nicht sollen sein. Denn das Bedürfnis auszuspannen war noch tiefer. So saß ich auf der Veranda des Ferienhäuschen, lauschte frühmorgens dem Vogelkonzert und sah tatenlos dem Treiben der Vögel zu.

Abgesehen von diesen Stunden, in denen ich in der Schaukel abhing und die Seele baumeln ließ, tigerte ich durch die weitläufige Landschaft und lief verschiedenen Tieren über den Weg.

Einige blieben gelassen wie diese Katze.

Auch emsige Bienen ließen sich nicht weiter stören.

Aber andere Wald- und Wiesenbewohner wie Rehe und Feldhasen ergriffen leider sofort die Flucht, als sie mich sahen.