Seitenblick

abseits

Im Mittelpunkt einer Gesellschaft ist es tendenziell anstrengend. Ob beim Tanzen oder Sport, auf einer Demo oder im Rampenlicht der Öffentlichkeit: immer gibt es viel Lärm und Gedrängel.

Deshalb lebe ich lieber am Rande jeder Gesellschaft. Dort genieße ich viel mehr Bewegungsfreiheit, habe meistens einen besseren Überblick über das Geschehen und kann mich ruhig zurückziehen.

Aufbruchstimmung

erst die Arbeit…

Bilder auspacken, etikettieren und aufhängen. Weil die feierliche Eröffnung der Kunstleihe bevorsteht, wollte ich mich nicht vor der Arbeit drücken, nur weil ich einen Kater hatte.

Inspiriert von so viel Kunst, kramte ich abends zuhause in meinen eigenen Sachen, fand Gefallen an der einen oder anderen Zeichnung aus früheren Zeiten und fragte mich, warum ich selbst nicht auch Werke eingereicht hatte.

Ich glaube, ich wollte erstmal abwarten. Stelle mich nicht so gerne in die erste Reihe, sondern verweile am Rande des Geschehens. Aber jetzt frage ich mich, ob ich nicht eine gute Gelegenheit verpasst habe, um etwas Staub aufzuwirbeln.

benebelt

feste gefeiert

Vor wenigen Tagen wurde ich wieder ein Jahr älter und weiser. Mein helles Köpfchen wünschte sich ein paar graue Haare mehr statt Ausfall.

Danach hatte ich Kopfweh, weil ich zu tief ins Glas geschaut hatte, Um bei der Wahrheit zu bleiben, verwechselte ich nicht einmal Wasser und Wein, sondern trank durcheinander, was mir zum Anstoßen angeboten wurde, bis ich nicht mehr klar gucken, aber vermeintlich noch zusammenhängend denken konnte.

Nein, natürlich habe ich meinen Geburtstag so NICHT gefeiert. Da trank ich tatsächlich Wein, bis mir etwas schwindelig wurde.

Den weitaus tückischeren Trank nahm ich am folgenden Tag zu mir: nämlich bei der günstigen Gelegenheit, um spontan nachzufeiern mit meiner zweiten Familie aus dem Kreise der Kulturschaffenden. Sie wächst. Zusammen. Jedenfalls lerne ich immer neue Leute kennen und lieben, die mir im kulturellen Kontext begegnen.

Weil ich nun sowieso schon Kopfschmerzen hatte, dachte ich auch gleich noch ein wenig über mein Alter und mein Ego nach.

Mir wurde schon verschiedentlich gesagt, ich würde mich klein machen. Ich selber nehme das anders wahr und würde sagen, dass ich in meine wahre Größe erst einmal gemütlich hineinwachsen will, später dann sogar darüber hinaus. Das dauert eben seine Zeit, selbst bei 165 cm.

Manchmal fühle ich mich an die Pubertät erinnert. Extrem unsicher. Eine Zeit, in der man mit vielen Erfahrungen Neuland betritt und Wachstumsschübe hat. Das ist nicht ohne. Kleinkinder weinen auch, wenn sie zahnen. Warum also sollte es anders sein, wenn man die ersten grauen Haare bekommt.

Einstimmung

bemerkenswert ruhig

Ich wünschte, ich würde mir die momentane Gelassenheit und entspannte Erwartungshaltung bezüglich meiner bevorstehenden Lesung bewahren. Vielleicht ist es nur die Ruhe vor dem Sturm – bis es dann soweit ist, denn der aufregende Tag wird kommen, 16. März.

Aber wovor sollte ich mich fürchten? Wenn ich davon ausgehe, dass ich weder mir noch anderen etwas beweisen muss, wird es einfach Spaß machen!

Eine so geartete mentale Vorbereitung stärkt mir bestimmt den Rücken und lässt mich lässig-aufrecht sitzen.

Lampenfieber

SuedLese steht ins Haus

Letztes Jahr setzte ich aus, dieses will ich wieder aktiv an der SuedLese teilnehmen. Ich habe einen Vorstoß gewagt, wurde erhört und darf in meinem Lieblingslokal lesen.

Ich dachte stolz: Na, ich trau´ mich was! Und war augenblicklich so aufgeregt, dass ich mich zu sorgen begann, ob ich vielleicht noch Angst vor der eigenen Courage bekäme.

Doch jetzt mache ich erst einmal fleißig meine Hausaufgaben und bereite mich bis zum Termin am 16. März gut vor. Nicht, dass ich wieder meinen Text vergesse wie beim letzten WORTART Festival, wo ich auf den letzten Drücker nochmal losflitzen musste…

undurchdringlich

oberflächlich

Gerne durchdränge ich alles, doch zwischen Innen- und Außenwelt liegt manches Geheimnis verborgen. Eine durchlässige Membran lässt nur einiges passieren und behält den Rest für sich.

Es findet zwar ausgesuchter Austausch statt, doch die menschlichen Sinne sind sehr beschränkt. Was sicht-, hör- und spürbar ist, ist nur ein kleiner Einblick.

Wenigstens sehe ich ein, dass ich mindestens auf einem Auge blind bin.

Motive meiner Bilder-Sprache: Sinnlichkeit, Reflexion und Humor.