Loblied

auf die Literatur

Dazu meine persönliche Fußnote.

Für leichte Lektüre bin ich kaum zu begeistern. Stattdessen bilde ich mir gerne etwas auf meinen guten Geschmack ein.

Dieser hat mit dem Wunsch zu tun, überrascht zu werden. Das Gelesene soll mich unvorhersehbar berühren und beschäftigen.

Nicht wie bei den gekonnt geschriebenen Büchern, die gezielt stereotype Emotionen abrufen. Ja, sie wissen was sie tun und verstehen ihr Handwerk, erzeugen Spannung, hauchen ihren Figuren Leben ein und vermögen auch auf Tränendrüsen zu drücken.

All das mag funktionieren, bleibt für mich jedoch bedeutungslos.

Zudem stoßen leicht durchschaubare manipulative Eingriffe in meine Gefühlswelt bei mir schnell auf Widerwillen.

Ganz anders dagegen bei von mir hochgeschätzten Literaten, die ihr Motiv zurückhaltend verschlüsseln. Schriftsteller, die sich einerseits originell ausdrücken oder gar virtuos mit Sprache umgehen und andererseits zwischen den Zeilen Platz lassen für eigene Überlegungen, denen ich bereitwillig nachspüre.

Literatur vermag Inneres zum Klingen zu bringen. Wenn ein ansprechendes Lied angestimmt wird, lausche ich andächtig und fühle mich wahrhaftig bewegt.

Fußweg

blaues Wunder im Barfußpark

Die Wege hielten  unterschiedliche Abschnitte bereit. Vor allem für die Fußsohlen gab es allerlei zu erleben. Aus ihnen wurden überraschende Gefühle herausgekitzelt, wenn es über Stock und Stein ging, durch Schlamm und Sand, mal warm oder kühl, mal trocken oder nass. Die Abwechslung tat gut.

Auch den anderen Sinnen wurde etwas geboten. Zum Beispiel im Salzineum, einem mit Salz ausgekleideten Holzhaus. Wohlfühlklima.

Das absolute Highlight war für mich ein Sandpendel. Ein aufgehängtes, mit Sand befülltes Gefäß, welches anfangs einen einmaligen Bewegungsimpuls bekommt. Anschließend schwingt das Pendel recht lange über einer ebenen Platte. Währenddessen rieselt der Sand gleichmäßig durch ein Loch am Gefäßboden heraus und hinterlässt Spuren auf einer ebenen Platte.

Es ist zugleich spannend und entspannend dabei zuzusehen, wie die elipten Kreise ihre Bahnen ziehen. Ich war so in Trance, dass ich vergaß zu fotografieren.

Faszinierend war auch eine ebenfalls hängende große Schale mit Wasser, in die gelegentlich ein Tropfen fiel. Man konnte die Schale allerdings auch mit Klang in Schwingung bringen und die Schallwellen dann anfassen, indem man die Handfläche auf die Wasseroberfläche legt.

Am Ende war es ein sehr sinnliches Erlebnis, das nicht nur meine Füße prickelnd fanden.

Leuchtfeuer

ich strahle vor Glück

                              

Da ist er wieder, dieser Augenblick, in dem alles zusammenkommt, stimmt, mich erfüllt und meine Augen – die Fenster zur Seele – leuchten lässt.

Der Rest ist Zufriedenheit, meistens. In dem Bewusstsein, dass ich alles habe, was ich brauche und teilen kann.

Doch dann gibt es eben auch diese eruptiven Momente, in denen mich das Glück durchfährt und ich schier überlaufe vor Begeisterung.

Welch´ ein Genuss, „Hasenmeister“ zu lesen!

querlüften

auf und zu

Nach einer kurzen Abkühlung in der Nacht würde ich am liebsten Fenster und Türen sperrangelweit offen lassen. Aber da könnte ja jeder kommen.

Außerdem ist es ratsam, vor Verlassen des Hauses die Schotten wieder dichtzumachen, alles zu schließen und zu verdunkeln, damit  die Bude bis zum Feierabend nicht zum Backofen  wird. Ich bin selber schon vorgeheizt genug und möchte keinen hitzigen Feuerabend entfachen.

Ich mag lieber chillen statt grillen.

Hundstage

Auszeit

Ich gehe ein statt aus. Am liebsten würde ich von 11 bis 18 Uhr Siesta halten. Meine Birne ist weich wie Butter und beschwert sich, dass die Betriebstemperatur viel zu hoch ist zum Arbeiten.

Diesen Gedanken muss ich allerdings beiseite wedeln – auch wenn das nicht die erhoffte Frischluftzufuhr bringt.

Statt die Hitze auszusitzen, werde ich wohl oder übel im Stehen mit dem Schienenersatzverkehr vorlieb nehmen müssen und mir die Seele aus dem Leib schwitzen.

Für den Erhalt eines schönen Arbeitsplatzes schrecke ich vor nichts zurück!

 

 

Streberin

Zeit für einen Sonnenaufgang

Ich wachte sehr früh auf und fuhr kurzentschlossen an die Elbe, um den erfrischend kühlen Morgen zu genießen und dem Tag beim Aufwachen zuzusehen.

Nachdem ich schon eine Weile geduldig gewartet hatte und sich außer einigen Vögeln kaum etwas regte, lüftete der Himmel langsam den Grauschleier, mit dem er seine Geheimnisse hütet.

Die Sonne blinzelte unter der Wolkendecke hervor, strahlte mich an und zog sich dann für einen Moment nochmal zurück, um sich das Nachthemd abzustreifen.

Dann tauchte sie wieder auf, stieg blendend schön auf, um ihr Blendwerk zu verrichten. Sie wird dem Zenit entgegenstreben und uns später am Tag erneut versengen.

Motive meiner Bilder-Sprache: Sinnlichkeit, Reflexion und Humor.