erlesene Lyrik

schönes Sprachbild

Angekommen

 

Angekommen / in der Ruhe / des Himmels. //

Den offenen Himmel / zur wärmenden Decke / erklären. //

Bett sein / für die Nacht.  //

Beet sein / für den Tag.

Gisela Baudy, Gedicht „Angekommen“, in: Lyrik-Band „Worthaut“ http://www.aws-literatur.de/worthaut/

Dieses Gedicht ist nur eines von vielen, die mich sehr ansprechen.

Als Ausdruck meines Gefühls wählte ich ein Foto, wo das Licht milde scheint und das  Grün Himmel und Erde vereint, durchzogen von Linien wie fruchtbare Ackerfurchen, Tag und Nacht drehen sich umeinander, offen für alles und jeden, dem der Sinn danach steht.

B-Kenntnis

Wertschätzung sind das A und O

Ich freu‘ mich so! Über so vieles, was ich erlebte, gesehen, gehört, gefühlt  und geteilt habe in den vergangenen Wochen, Monaten,  wenn nicht Jahren!

Es verblüfft und erfüllt mich gleichermaßen, wie die Reaktionen ausfallen, wenn ich anderen meine Aufmerksamkeit schenke, sie befrage und/oder über sie schreibe.

Stets möchte ich den Erfreuten entgegnen: ICH habe zu danken! Sie beglücken mich mit ihrer Musik, ihren Bildern und Büchern, mit Impulsen, Austausch und Begegnung.

DAS ist Co-Kreation. Es bereichert mein Leben, wenn ich zugleich dienen und mich selbst ausleben kann.

Ich möchte gemeinsam mit anderen den guten Geist beschwören, der uns beseelt.

 

 

 

Ausstellungen

Bilder geben sich die Klinke in die Hand

Yvonne Lautenschläger: „Who is cheating No. VII“

Werke zweier Künstlerinnen, die auch in der Kunstleihe Harburg vertreten sind, gingen mit an Bord auf die Cap San Diego, wo insgesamt 10 Künstlerinnen im Rahmen der „Exhibition NordKünste“ bis zum 25.08. ausstellen.

Der persönliche Bezug zu den beiden Künstlerinnen Yvonne Lautenschläger und Antje Gerdts lockte mich trotz Hitzewelle am 26.07. zur Vernissage. Im Hamburger Hafen wehte zum Glück ein angenehm erfrischender Wind, den ich jedoch leider nicht mit unter Deck nehmen konnte.

Gleich beim Hineingehen erkannte ich das Duo Vilou, dem ich schon mal im „Komm du“ gelauscht hatte. Sie gaben kein Konzert, sondern sorgten bei der Veranstaltung nur für musikalische Untermalung, ganz dezent, um die Besucher nicht von den Bildern abzulenken.

Bemerkenswert finde ich, dass ich kurz darauf „Melancholie“ erneut über den Weg lief; Einem Bild, welches ich vor Jahren in einem ganz eigenen Kontext gesehen, kennen und lieben gelernt hatte, gemalt von Künstlerin Yvonne Lautenschläger, die ich seinerzeit noch nicht kannte.

Wie heißt es so schön? „Man sieht sich immer zweimal im Leben“ oder „Wiedersehen macht Freude“. Ein anderes Bild von ihr hatte zuvor auch schon mal an  Wiedererkennungswert gewonnen.

Einst kaufte ich nämlich im „Komm du“ eine Postkarte, die mir gefiel, und erkannte das Motiv wieder, als wir Anfang des Jahres die Eröffnung der Kunstleihe Harburg vorbereiteten. Darunter eben auch „Veggie spa“ in Originalgröße.

Es erfreut sich großer Beliebtheit und ist deshalb fast stets in Umlauf. Kaum wird es zurückgebracht, findet es schon den nächsten Liebhaber… oder eine Liebhaberin.

Nach diesem kleinen Exkurs kehre ich zurück zur Ausstellung auf der Cap San Diego. Ich habe mir einige Werke und/oder Künstlerinnen gemerkt. Vor allem eine „Gelbe Welle“ hatte es mir angetan. Auch die „Fernsicht“ und „Transzendenz“ der gleichen Malerin sprachen mich an.

Leider konnte ich Anne Beecken bei der Vernissage nicht persönlich begegnen und meine Begeisterung zum Ausdruck bringen, denn als ich nachfragte, erfuhr ich, dass sie nicht zugegen sein konnte.

Gefesselt wurde meine Aufmerksamkeit u. a. auch vom Kettenkasten, der allerdings nicht zur Ausstellung, sondern Ausstattung des Schiffes gehört. Dort lagert die schwerfällige Ankerkette. Durch eine ovale Luke sieht man die beeindruckenden großen Kettenglieder, aufgetürmt zu einem gewichtigen Haufen.

Wo ich schon beim maritimen Ambiente bin, kann ich auch gleich die von Antje Gerdts bemalten Kaffeesäcke erwähnen. Bilder, die weit unten im Schiff hängen. Ich möchte einen Besuch der untersten Etage wärmstens empfehlen, obwohl der Abstieg schweißtreibend war. Hier befand sich der gefühlte Stauraum für hohe Temperaturen, im Gegensatz zu kühl gelegenen Kellern.

Stichwort „Streifzug“. Dazu fällt mir ein Bild von Miriam Bonner ein.  Ich schwelge auch in der „Poesie der Formen: Sommerfrische“ von Carmen Lohse oder erinnere mich an „Airy views“ von Christine Bernreuther.

Renate Hamer beeindruckte mich als schöne, reife, vitale Frau. Ihre  abstrakten, bunten Bilder sah ich mit neuen Augen, nachdem ich wusste, von wem sie sind.

Bei „I´m“ von Dora Nowa hielt ich mich länger auf, und als visuelle  Highlights nahm ich noch zwei Werke von Hildegard Langefeld wahr: „ei 01/06-4“ und „s/w XII“. Titel, die mir leider nicht auf die Sprünge helfen, was ich gesehen und dabei empfunden habe.

Marzena Brandt war auch noch mit von der Partie und zeigte Fotografien.

Alles in allem eine bunte und runde Sache.

interaktiv

Verschiebungen

Auf einem großflächigen Tisch lagen laminierte Karten, einerseits Bildausschnitte, andererseits Schriftsprache.

Ich fühlte mich auf den ersten Blick von der handschriftlich gestellten Frage angesprochen, wer das wohl als erstes begreifen würde.

Also zog ich die Karte ein wenig aus der Reihe, um zu erkennen zu geben, dass ich die Aufforderung zur Interaktion verstanden hatte und damit den Anfang machen wollte.

Ich sah mir den Stand der Dinge zwischendurch immer mal wieder an. Es fand ein reger Austausch unter den Fragmenten statt.

Bilder wurden neu arrangiert oder mit Texten in Verbindung gebracht. So entstanden immer neue Bezüge. Ein wandlungsfähiges Werk mit viel Gestaltungsspielraum.

 

 

 

 

 

 

Rückschau

MSH Ausstellung

Nochmal zurück zu den Ausstellungsstücken der Vernissage. Mein Weg führte mich zwar immer wieder zurück zu den Reflexionen von Helen Berning, aber ich nahm natürlich auch andere Werke wahr.

Ich trat zum Beispiel gespannt näher an diese Bilder heran, die schnurgerade zur Überwindung der Distanz führten. Zudem eine interessante Einladung, sich auf eine Reduktion von Fläche einzulassen.

 

Schattierungen

Schnittmenge vom Glück hoch 2  im Quadrat

Beim Betreten des Ausstellungsraumes in der MSH fiel mein Blick sofort auf ein großformatiges Werk, das mich magisch anzog.

Es schien dezent zu glitzern und ich meinte, Wasser über eine Schieferwand laufen zu sehen. Wie ein überdimensionaler Zimmerbrunnen wirkte sein Anblick erfrischend und wohltuend wie einen Bach.

Der Effekt fließendender Bewegung entstand durch das Licht- und Schattenspiel scheinbarer Reflexionen.

Die Besucher traten näher, um das Geheimnis des schönen Scheins zu ergründen. Kein Wasser, nur Lichtpunkte, die sich bewegten wie Reflexe von Sonne oder Mond.

Das große Ganze bestand aus vielen Quadraten  mit leicht gewellter Oberfläche in allerlei Grautönen. Auf diese Fläche wurden die hellen Punkte projeziert, mit erstaunlicher Wirkung.

Für mich war es ein gleichzeitig anregendes als auch beruhigendes  Highlight.

Danke, Helen Berning, für das Erlebnis mit diesen „Reflexionen“, denen ich noch eine Weile nachspüren werde.

 

 

 

 

 

Motive meiner Bilder-Sprache: Sinnlichkeit, Reflexion und Humor.