wabi-sabi

einfach schön: wabi-sabi

Mohnblüten mit Buddha im HG

Kennt Ihr nicht? Habe  ich mir schon gedacht. Woher auch? Das ist nämlich weit hergeholt, nämlich aus Japan. Wabi-sabi beschreibt eine Komponente der (japanischen) Ästhetik, die gewissermaßen das Pondon (Gegenstück) zu unserem westlichen Schönheitsideal von Hochglanzoptik und Makellosigkeit bildet.

Wabi-sabi ist darüber hinaus eine bestimmte Geisteshaltung, nämlich das Akzeptieren des Unvermeidlichen. Drei elementare Wahrheiten liegen der inneren Einstellung zugrunde:

  • Alle Dinge sind vergänglich – alles endet im Nichts.
  • Alle Dinge sind unvollkommen – nichts, was existiert, ist ohne Makel..
  • Alle Dinge sind unvollständig – alles befindet sich in einem ununterbrochenen, niemals endenden Zustand des Werdens und Vergehens.

Je älter und ramponierter etwas ist, desto mehr steigt der Wert bei wabi-sabi. Außerdem findet es sich in unscheinbaren, leicht zu übersehenden Details, es hat mit dem Nebensächlichen und Verborgenen zu tun, mit dem Vorläufigen und Flüchtigen.

Nun sind wir allerdings keine Japaner und wahrscheinlich fühlen sich selbst die mehrheitlich nicht mehr dieser alten Tradition verhaftet. Aber ich selbst kann mich sehr gut damit identifizieren, viel mit der Ästhetik von Patina anfangen und finde darin Trost und einen wunderbaren Ausgleich zu meinem Perfektionismus.

Denn wenn ich hier und da einen unschönen Kratzer im Lack entdecke, ich mir eines Makels bewusst werde oder so langsam  vor mich hin roste, denke ich glücklich: wabi-sabi.

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