Alle Beiträge von Sonja Alphonso

Ungewissheit

aushalten

2020 ist ein seltsames Jahr. Viel Wartezeit. In mancherlei Hinsicht ist vergleichsweise wenig los, andererseits reihen sich Stresstests aneinander, ein Ende ist nicht in Sicht. Das System versucht, der Überforderung zu trotzen und alles unter Kontrolle zu behalten.

Konzepte sollen für mehr Sicherheit sorgen, aber manches scheint reiner Aktionismus. Die Bekämpfung der Pandemie als oberstes Gebot, dem sich alles andere unterzuordnen hat… Da werden in einigen Sparten und hoher Dosierung Finanzspritzen verabreicht, die den Klimazielen entgegenstehen, und sogar Heizpilze werden als Gegenmittel zum Schutz der Wirtschaft freigegeben.

Bereiten wir uns wirklich zeitgemäß auf die Zukunft vor? Oder bekämpfen wir nur Symptome eines kranken Systems? Was schützt und was schadet uns Menschen?

Naherholung

Herbstlaune der Natur

Spaziergänge im Wald oder am Wasser finde ich herrlich, besonders wenn Blätter oder Wellen im Licht baden. Die Sonne strahlt besonders, wenn der Nebel sich lichtet und die Luft noch feucht ist.

Im Dunst sieht manches milchig aus, als würde man ein Aquarell betrachten.

Filigrane Gräser glänzen im Licht,

ebenso wie feine Spinnweben.

Die Weite der Landschaft gewinnt an Tiefe, wenn zwischen den vorüberziehenden Wolken Licht über die Hügel streift.

Ich sehe dem Wetter beim Wandern zu

und folge selbstgewählten Pfaden.

Im Tal erwarten mich weitere Farbtupfer, mal zart,

mal kräftig,

und bizarre Bäume.

Ein langer Spaziergang geht zu Ende, aber ich nehme sehr viel mit, das meine Stimmung aufgehellt hat.

Impuls

Kontrolle

Es ist von großem Nutzen, einen Fokus zu haben. Leider verliere ich ihn viel zu schnell, lasse mich leicht ablenken und springe auf alles an, was in meinem Umfeld auftaucht.

Das kann verheerende Folgen haben, meine Konzentration erheblich beeinträchtigen und meine Stabilität gefährden.

In schwierigen Phasen wünschte ich mir, Scheuklappen zu haben wie ein nervöses Pferd, damit dies und das nicht mit mir durchgeht.

 

dreamer

verträumt

Es geht hier und da grausam und ungerecht in der Welt zu, und wenn das Leben seine hässliche Seite zeigt, möchte ich diese am liebsten komplett ausblenden. Natürlich ist das unrealistisch.

Stattdessen greife ich gelegentlich zu einem gedanklichen Weichzeichner. Das ist zwar naiv, macht allerdings das Leben leichter und liebenswerter.

Immerhin weiß ich, dass ich träume.

 

 

Verständnis

offenes Buch mit sieben Siegeln

Offenherzig, aber um Teil schwer zu verstehen  – fast wie eine Fremdsprache. Einige Seiten von mir haben es in sich, und ich neige leider dazu, zu viel erklären oder beschreiben zu wollen. Dabei sollte ich es besser wissen: show, don’t tell!

In manchen Kontexten wäre es wohl sinnvoller, ein Blatt vor den Mund zu nehmen und wohlwollenden Ratschlägen gegenüber aufgeschlossener zu sein, also auf Widerrede ganz zu verzichten oder wenigstens auf das letzte Wort.

Ich gebe zu, dass ich mir nur ungern etwas sagen lasse und mich dafür anscheinend lieber selber reden höre. Trotz vieler Worte verstehe ich mich allerdings manchmal selber nicht.

Wenn ich besser mit verschiedenen Herausforderungen fertig werden möchte, sollte ich mir angewöhnen, eher auf Menschen zu hören, denen etwas an mir liegt.

Während schwieriger Phasen wünschte ich, ein unbeschriebenes Blatt zu sein, um ganz frisch und unbelastet neu anfangen zu können. Aber dann würde ich nicht nur die unliebsamen Erfahrungen einbüßen, sondern auch alles, was bisher an Gutem daraus entstanden ist.

 

 

 

Herbst

Farben

Kreuz und quer übernehmen die warmen Gelb- und Rottöne das Ruder. Die Farbkombination erinnert mich an Jamaika… Reggae. Oder, wenn die Sonne scheint, an Campino-Bonschies aus Kindertagen.

Die Vorboten lassen mich vereinzelt allerdings auch an graue Haare denken, die hier und da sichtbar werden.

Ich persönlich mag die Silberfäden auf meinem Haupt und finde es sogar sehr schade, dass viele Frauen ihre Haare färben, wenn sie langsam ergrauen. Im Gegensatz zu Bäumen und Männern werden wir schließlich nicht so schnell kahl – und waren weiße Haare nicht einst ein Zeichen von Weisheit?

 

ein paar

Stunden am Strand

Mehr Lüftung geht nicht. Um den Kopf freizukriegen: Maske runter, raus gehen, Schuhe aus. Wenn dabei kalte Füße zu befürchten sind, behalte ich sie lieber an. Hauptsache frische Luft und Bewegung.

Ein wenig Sonne tanken, wäre natürlich auch nicht verkehrt, aber man muss das Wetter nehmen, wie es ist.