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Überraschung

von früher bis später

Komisch, man glaubt immer, sich gut zu kennen. Und dann passieren Sachen, die man nie für möglich gehalten hätte.

Das Leben kann ganz hübsche Haken schlagen. Erst schön brav, dann wild und schließlich noch die Wechseljahre.

Als ich jung war, kam ich nie aus dem Knick. In meiner Erinnerung hat meine Stimme stets versagt. Darum hüllte ich mich in Schweigen. Dafür konnte ich gut hören. Fast so, als hätte man mir die Ohren besonders langgezogen.

Heute ist es wohl eher umgekehrt. Ich rede gerne und höre dafür schlechter. Den Mut, vor anderen Menschen das Wort zu ergreifen, fand ich relativ spät und anfangs klopfte mein altes Hasenherz sehr heftig.

Doch ich widerstand dem Fluchtinstinkt und stellte mich stattdessen der Herausforderung. Es war unbeschreiblich schwer, mich selbst zu überwinden, aber ich tat es und nahm weitere Gelegenheiten wahr, um zu üben.

Das führte zu größerer Gelassenheit. Daraus entwickelte ich die Theorie, dass man Mut nur durch Mut lernen kann. Beim öffentlichen Auftritt auf der Freilichtbühne wollte ich die Probe auf´s Exempel machen.

Just, als ich meine Bewerbung zurückziehen wollte, weil ich Angst vor meiner eigenen Courage bekam, erhielt ich die Zusage. Dann eben doch, dachte ich mir, und hatte ausreichend Zeit, mich ganz gemütlich und mental auf das Ereignis einzustellen.

Die ganze Zeit überwog Vorfreude und das gestärkte Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Das fühlte sich echt cool an. Nun rückt der Termin näher und ich muss mir eingestehen, dass ich nicht mehr die Ruhe selbst bin.

Das kann ja heiter werden, denke ich mir, wenn ich jetzt schon anfange zu zittern. Bis zu wieviel Grad ist Lampenfieber unbedenklich, und ab wann könnte man das Bett hüten, um sich die Decke über den Kopf zu ziehen?

Das kann heiter werden. Denn ich kenne mich gut genug, um zu wissen, dass ich meine Schwächen mit Humor trage.

 

Selbstbeteiligung

Termin-Blog SuedLese 2019

 

16. März ab 15 Uhr

Mein Selbst wird etwas zum Thema „Ansichtssache“ vortragen, begleitet von dem unvermeidlichen Zweifel, der sich allerdings in der Öffentlichkeit vermutlich vornehm zurückhalten wird, um sich später im stillen Kämmerlein selbstkritisch zu äußern.

Aber bis dahin könnte es durchaus amüsant werden.

 

31. März ab 15 Uhr, Fischhalle Harburg

„Bitter-süß, Faszination im Gegensatz“ ist das Thema für das dritte „WORTART“ Literaturfestival. Was mir und anderen Autoren und Autorinnen dazu eingefallen ist, wird spannend werden.

 

13. April ab 16 Uhr

 

awsLiteratur präsentiert jüngst veröffentlichte Bücher und solche, die bald erscheinen sollen. Bei der Gelegenheit werde ich nochmals einige Kolumnen lesen. Darüber hinaus werden Auszüge geboten aus einem futuristischen Krimi, autobiograhischen Blitzlichtern, einer Zeitreise, leuchtender Lyrik und Science Fiction.

Das ganze Programm der SuedLese:

http://www.sued-kultur.de/tiefgang/programm-der-suedlese-2019-steht/

 

Seitenblick

abseits

Im Mittelpunkt einer Gesellschaft ist es tendenziell anstrengend. Ob beim Tanzen oder Sport, auf einer Demo oder im Rampenlicht der Öffentlichkeit: immer gibt es viel Lärm und Gedrängel.

Deshalb lebe ich lieber am Rande jeder Gesellschaft. Dort genieße ich viel mehr Bewegungsfreiheit, habe meistens einen besseren Überblick über das Geschehen und kann mich ruhig zurückziehen.