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Seitenblick

abseits

Im Mittelpunkt einer Gesellschaft ist es tendenziell anstrengend. Ob beim Tanzen oder Sport, auf einer Demo oder im Rampenlicht der Öffentlichkeit: immer gibt es viel Lärm und Gedrängel.

Deshalb lebe ich lieber am Rande jeder Gesellschaft. Dort genieße ich viel mehr Bewegungsfreiheit, habe meistens einen besseren Überblick über das Geschehen und kann mich ruhig zurückziehen.

Newcomers

biblisches Ausmaß

Mir fiel wie zufällig eine Geschichte ein, die über zweitausend Jahre alt ist, aber auch in die heutige Zeit passen würde. Ich will an sie erinnern. Wenn nicht jetzt zur Weihnachtszeit, wann dann?

Menschen auf der Flucht vor Lebensgefahr. Sie fanden der Legende nach Obdach in einem Stall nach einer beschwerlichen Reise, und neben den erwachsenen Ankömmlingen erblickte ein Kind das Licht der Welt. Konnte man ahnen, was daraus werden würde?

Ich frage mich, ob diese Geschichte nur etwas für gläubige Christen ist. Für mich hat sie symbolischen Charakter. Um in allem Fremden, das zu uns kommt oder in  unsere Gesellschaft hineingeboren wird,  etwas zu sehen, aus dem etwas Großartiges entstehen kann. Die Lehre von Nächstenliebe beispielsweise.

Mein Weihnachtswunsch: Es möge wieder ein günstiger Stern am Himmel stehen, der den Menschen Hoffnung gibt.

Integration

gesellschaftskonform

Wann ist Integration gelungen? Wie eng sollen die Grenzen gesteckt werden? Wie groß ist die Aufgabe?

Migranten sollen unsere Sozialsysteme nicht belasten, aber auch keine Arbeitsplätze wegnehmen. Wenn sie sich selbständig machen,  ist das einigen ebenfalls ein Dorn im Auge und hochgradig suspekt, als könne es nicht mit rechten Dingen zugegangen sein.

An dem Vorwurf der Parallelgesellschaft ist mit Sicherheit etwas dran. Denn die Vorbehalte und Berührungsängste überwiegen. So bleiben die meisten vorzugsweise in ihrer Community. Wem will man das verdenken? Wer fühlt sich schon gerne fremd?

Doch auch das passt uns nicht. Sie sollen sich bitteschön anpassen und so sein wie wir: sprachlich, kulturell und möglichst auch äußerlich.

Wahrscheinlich hätten wir selbst dann noch etwas dagegen, weil wir nur noch über den Stammbaum erkennen könnten, dass es sich um keine Urdeutschen handelt.

Manchmal bringt mich dieses ganze Gerede um ethnische Wurzeln echt auf die Palme.

die hohe Kunst

ein weiter Begriff mit vielen Facetten

Netz

Je nach Kontext verstehen wir etwas anderes unter Kunst & Kultur.

Ich denke dabei mitunter an Sinfonieorchester und Theater, also mehr in Richtung des Angebotes für Bildungsbürger oder  die Elite. Ein anderes Mal fallen mir Sprache, Sitten und Gebräuche ein, Essgewohnheiten oder allgemeine Regeln des Zusammenlebens verbunden mit Traditionen. Dann wieder kommt mir moderne Kunst in den Sinn, die eher mit Tabus experimentiert und sich selber neu erfindet. Das führt bis zur Subkultur mit Graffiti u. ä.

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Vielleicht bedeutet Kultur eine sehr differenzierte Antwort auf die Fragen der Gesellschaft, aber auch einzelner: „Wie wollen wir leben? Was beschäftigt uns? Was verschafft unserem Leben Genuss und Sinn?“

In diesem Zusammenhang passt der Spruch:

Vielfalt ist kein Widerspruch.

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Und ganz pragmatisch besteht die höchste Kunst manchmal darin, den Mut nicht sinken zu lassen, wenn der Alltag mal grau in grau erscheint. Gerade dann zeigt sich, ob wir etwas kultiviert haben, was uns zum Lebenskünstler macht.

Grenzen der Verbundenheit

Reserviertheit

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Ich bin kein Einzelgänger, aber auch kein Herdentier. Ich bin ein soziales Wesen und möchte gerne dazu gehören. Aber nicht um jeden Preis.

Ich will mich auch abgrenzen können, wenn ich merke, etwas schadet mir. Ich habe dann allerdings die Sorge, mich durch Rückzug selber auszugrenzen und zu isolieren.

Wo genau ist mein Platz in der Gesellschaft? Ist er für mich reserviert? Und wer mag mit mir zusammensitzen und gemeinsame Sache machen?

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