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hochinteressant

hochsensibel

Zur Zeit nehme ich an einem Workshop von Ulrike Hinrichs zum Thema Hochsensibilität teil. Im Habibi Atelier tauschen wir uns aus, kommen auf einen großen gemeinsamen Nenner und versuchen dann, auf unsere ganz eigene Art, persönliche Aspekte künstlerisch zum Ausdruck zu bringen.

Bei unserer Selbst-Darstellung setzen wir uns mit den Schwächen und Stärken unserer Wahrnehmung auseinander.

Seither inspiriert mich das Thema, und so machte ich mich auch zuhause ans Werk und schuf etwas aus einer Styroporverpackung.

Der Würfel bestand aus zwei Hälften, die ich miteinander verband und mit der Umverpackung verschachtelte. Den runden Hohlraum bedeckte ich mit Blattgold, das eckige Äußere umhüllte ich mit hauchdünnem farbigen Papier und fixierte es an einigen Stellen am Gehäuse.

Nachdem ich aus meiner Versunkenheit während der Beschäftigung auftauchte, betrachtete ich das Gebilde und dachte:

Voller Sehnsucht nach Leichtigkeit und auf der Suche nach Anknüpfungspunkten, um Ecken gedacht und Kanten gekurvt,  vielschichtig und dünnhäutig wie Blütenblätter.

Sehr empfindlich, ein wenig geknickt, manchmal verknüllt – das Leben in lauter, greller Umgebung eine Zerreißprobe?

Bei genauerem Hinsehen gibt es eine zwiegespaltene, aber  goldene Mitte. Befleckt mit dem Blut der Empfängnis.

Und ich bin offensichtlich immer noch Kind genug, mir Höhlen bauen zu wollen.

 

 

 

passt

zufällig

Bei einer Recherche stieß ich auf ein Zitat aus der Feder des 2016 verstorbenen Osnabrücker Malers und Grafikers Jürgen Wietzke.

„Es kommt, wie´s kommt…

kommt ganz drauf an, wie man es nimmt,

ob Schicksal oder selbstbestimmt.

Mal untendurch, mal obenauf,

voll Tatendrang, total daneben,

wie´s wirklich kommt, wird sich ergeben.“

(Jürgen Wietzke 2014)

Diese Worte sprechen mich an, gerade jetzt, wo bei mir auch noch alles in der Schwebe scheint.

 

 

 

GG

künstlerische Führung mit Dialog

Ausstellung & Dialog „Gemalte Freiheit“

Leider werde ich am 23.09. nicht dabei sein können, wenn die Ausstellung „Gemalte Freiheit“ präsentiert wird. Bei 3falt werden dann die Ergebnisse eines Workshops unter der Leitung von Ulrike Hinrichs zu sehen sein. Es ging um den Wert unseres Grundgesetzes.

Die aktive Auseinandersetzung fand ich hochinteressant und die Umsetzung mit künstlerischen Mitteln sehr inspirierend. Es entstanden viele Werke unterschiedlichster Machart.

Nur schade, dass ich die Besucher nebst Austausch verpassen werde. Denn was rein rechtlich an Werten im Grundgesetz geschrieben steht, ist nicht zwangsläufig gesellschaftliche Realität. Diesbezüglich gibt es noch viel Gesprächs- und Handlungsbedarf.

Auch mir kamen widersprüchliche Bilder in den Sinn.

Über allem wacht das Auge des Gesetzes – mit Blick auf die Verfassungsmäßigkeit von Maßnahmen, aber auch als Überwachungsorgan.

Darunter die Jubiläumsfeier mit gemischten Gefühlen. 70 Jahre Grundgesetz, in dem die Würde des Menschen an erster Stelle kommt, ich habe sie klein geschrieben, wie im Konjuntiv. Der Rollstuhl steht nicht von ungefähr am Rande der Geburtstags-Gesellschaft, dargestellt als Menschenkette.

Schwarze Silhouetten, die im offenen Meer treiben und ums Überleben kämpfen, auf der Flucht vor Krieg, Not und Armut – und Steuer-Oasen auf der Sonnenseite des Lebens, wo andere ihr Schwarzgeld ins Trockene bringen, um möglichst viel für sich zu behalten.

Die Stärke der Verfassung in Form des Bundesadlers, der ausbalancieren muss, was rechtens ist und wo eine rote Linie überschritten würde. Aber auch als Vogel im goldenen Käfig, der an Spielregeln gebunden ist und manchmal nichts machen kann.

Der große Kuchen in Schwarz-Rot-Gold, von dem alle gerne ein Stück ab haben wollen. Kann man sich selber eine Scheibe vom Grundgesetz abschneiden und ein Vorbild sein in Sachen Toleranz im Namen von Freiheit und Gerechtigkeit?

Nebenbei viel Datenerfassung – zur Sicherheit…

 

 

 

Doch unter allem steht als Fußnote immer noch die grundsätzliche Gewährleitung. Das sollten wir unbedingt zu schätzen wissen.