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Kunsttherapie VI

getroffen

Herber Rückfall vor einigen Wochen aus konkretem Anlass. Voller Schmerz und abgrundtiefer Trauer, die sich mit Wut vermischt und Zorn hervorbringt. Wohl ein Verweis auf alte Wunden, die mich beugen, aber hoffentlich nie brechen.

Dann Weinen und eine Atempause. Durchatmen und mich gedanklich an dem aufrichten, was als Bild in mir angelegt ist. Das Wachstum skizzieren, neue Saat sähen. Eine Zwiebel erscheint als Symbol. Die Tränen sollen nicht umsonst sein, sondern den Weg frei machen, um an den Gegebenheiten zu wachsen.

Der blaue Balken war für mich ein Zeichen der Trennung. Mir wurde eine andere Interpretation angeboten, die mir in dem Moment abwegig erschien und sich später doch erfüllte: Rettung aus der Not, die erlösende Geste.

Ein starkes Bild, finde ich.

Trauer

Stillstand

Wenn ein Herz aufhört zu schlagen, kommt etwas in uns zum Stillstand. Wir erstarren und staunen und versuchen, das Unfassbare zu begreifen.

Die Welt dreht sich weiter, aber sie gerät für uns aus dem Takt, weil sich Augen nicht mehr öffnen und ein Odem sich verflüchtigt.

Man wartet insgeheim darauf, dass sich der Brustkorb nochmals hebt und senkt, mit dieser Selbstverständlichkeit, mit der er es ein Leben lang getan hat.

Doch das tut er nicht. Während unaufhaltsam die Körperwärme entweicht, bietet nur der friedliche Anblick Trost, weil Schlafes Bruder das Antlitz glättet.

Und während ich noch dabei bin, den Verlust zu betrauern, fährt jener Geist in mich, der mich wissen lässt, dass die Seele des Verstorbenen unsterblich ist.