Archiv der Kategorie: Blogbuster

Geräuschkulisse

Lautstärke

Das Meer verursacht eigentlich einen ähnlichen Lärmpegel wie eine vielbefahrene Straße. Das Hintergrund-Rauschen wird in Intervallen vom Donnern brechender Wellen ergänzt. Doch das Getöse wirkt stark beruhigend.

Warum, frage ich mich, hat Verkehrslärm durch Kraftfahrzeuge nicht eine ähnlich meditative Ausstrahlung?

 

Wolken

nichts gegen einen blauen Himmel

Mit einigen Wolken ist er mir jedoch fast noch lieber. Ich sehe ihrem Dahintreiben gerne zu. Wie sie sich immer wieder zu neuen Formationen ordnen und Muster in den Himmel malen.

Außerdem faszinieren die Licht- und Schattenspiele. Ich könnte stunden-, tage-, lebenslang dem Treiben zusehen und selber ein wenig vom Schwebezustand träumen.

Ist das nicht irre?! Dass das alles Wassermoleküle sind? Egal, ob zu Eis gefroren, flüssig oder verdampft…

Ein Element, das sich den Traum vom Fliegen erfüllt.

Seifengebläse

Schaumstrand

Träume sind Schäume, heißt es. In echt übertrifft dieser Strand mit seinem Treibgut alles, was ich mir bisher vorstellen konnte.

Tatsächlich argwöhnte ich, es müsse sich wohl um Umweltverschmutzung handeln. Umso größer war darum die Erleichterung, als ich erfuhr, dass es ein natürliches Phänomen ist. Seither halte ich es für das Sahnehäubchen am Traum von Strand.

 

 

Schaumbad

Naturschauspiel

Das Meer schäumte. Und wie!

Was aussieht wie Seifenschaum einer übergelaufenen Waschmaschine, ist natürlichen Ursprungs. Ein Algen-Abfall-Produkt.

Während eines biologischen Abbauprozesses werden Eiweißstoffe von Algen  freigesetzt und diese von Wind und Wellen aufgeschlagen, bis eine feine Crema entsteht, die sich schließlich geschmeidig an den Strand ergießt.

Und an Land geht das ungewöhnliche Schauspiel weiter, nämlich wenn der Wind mit dem Schaum spielt, ihn vor sich hertreibt, Flocken herauszupft, in die Luft wirbelt und diese dann als Schaumkügelchen über den Strand kullern.

Alles erinnert an das kindische Vergnügen in der Badewanne, wo ein Knie zur Insel wurde.

 

 

Inselhopping

nah und fern

Es ist ja nur ein Katzensprung vom Wald zum Meer.

Mal fühlt es sich an wie Urlaub, mal IST es Urlaub. Erholung liegt mal wieder an. Zu Lande, zu Wasser und in der Luft.

An der Nordseeküste weht ein sehr, sehr frischer Wind um die Nase. Abends erwartet einen die eine oder andere Überraschung in Form sensationeller Sonnenuntergänge.

Bei sonnigem Wetter ist es an der See besonders schön. Bei Temperaturen, die leichte Kleidung im Wind flattern lässt und auf der Haut prickelt.

Im Wasser stehen und die Strömung spüren – wie Fersen und Zehen einsinken, wenn die Fußsohlen unterspült werden und der feinkörnige Grund unter dem Eigengewicht nachgibt und fortrieselt.

Den Möwen beim Segeln zuschauen.

Immer schön Himmel und Horizont im Blick behalten.

Der Strand ist weiter, als Füße und Fernweh tragen können. Dann lasse ich mich für eine Weile nieder, befingere die warmen, weichen, trockenen Sandkörner an der Oberfläche und die feuchte, angenehme Kühle in der Tiefe.

 

Es zieht mich ans Meer.

Waldinsel

Sehnsucht nach draußen

Ich liebe es im Moment mehr denn je, draußen zu sein an stillen und schönen Orten. Schon lange wollte ich eine bestimmte Location besuchen, auf die ich während der Dreifalt-Zeit aufmerksam geworden war. Kim Senger veranstaltet Live-Events im heimischen Garten mit viel Platz und Bühne. Normalerweise mehrmals im Jahr mit weit über hundert Gästen.

Es wurde ein ruhiger, total entspannter und abwechslungsreicher Besuch mit sinnlichen Erlebnissen in einer bemerkenswert lockeren Atmosphäre.

Ich habe fotografiert, gemalt, Musik gehört, getanzt, am Lagerfeuer gesessen, bin spazieren gegangen und ließ mir Pizza aus einem Lehmofen schmecken.

Danke Kim und Moni, für die Einladung, liebevolle Bewirtung und Geselligkeit. Es war ein unvergesslicher Nachmittag im Grünen und bunter Abend, den ich so oder ähnlich sehr gerne noch einmal erleben möchte. Waldinsel, ich komme wieder!

 

verfremdet

vertraut

Mein erstes Live-Konzert in der Fischhalle nach langer Zeit. Es fühlte sich ungewohnt und vertraut zugleich an. Die Wiedersehensfreude war groß, und doch  fremdelte ich ein wenig, spürte neben der guten, ausgelassenen Stimmung von Musikern und Gästen auch etwas eigene Befangenheit.

Es mag wohl mit daran liegen, dass man immer noch nicht einfach aufeinander zugehen oder sich gar umarmen kann, ohne Maske wie früher. Es fehlt der lockere Austausch, spontan entstehende Nähe. Trotz dieses Wermuttropfens war es ein wunderschöner Abend. Dank an Gastgeber Werner Pfeifer, die Musiker „Djangonauten“ und einem beswingten Publikum.

Live

Energiefluss

Die Stimmung ändert sich gerade. Nach einer zähflüssigen Zeit fängt eine andere Energie wieder an zu fließen. Live Begegnungen in einem bestimmten Umfeld lösen den Stau in meinen Adern.

Wenn die Kultur wieder Fahrt aufnimmt, hat das nichts mit Tempo zu tun, sondern mit dem Aufleben vitaler Kräfte.

Die von Anja Schwennsen ins Leben gerufene „Lesung unterm Kirschbaum“ war ein Genuss und Vorgeschmack auf weitere persönliche Erlebnisse bei kulturellen Veranstaltungen.

Dass ich das Buch „Ein anständiger Mensch“ schon gelesen hatte, wurde mir erst vor Ort bewusst. Umso größer die Freude, dem Schriftsteller Jan Christophersen persönlich zu lauschen.

Auf dem Heimweg gab es noch ein Highlight: die Abendsonne, die in den Wald leuchtete.

 

Kastanien

alte Liebe

In der Kindheit sammelte ich im Herbst zu Boden gefallene Kastanien, die aus der stacheligen Schale befreit waren. Angenehm handlich, glatt und blank. Ein Glanz wie frisch gebohnert.

Heutzutage erfreue ich mich im Frühling an der blumigen Blattform und der aufrechten Blüte, die an Lupinen erinnert.

Ich mag gerne unter stattlichen Bäumen stehen und nach oben sehen.

Aber manchmal fängt das Vergnügen zwischen Himmel und Erde direkt auf Augenhöhe an.