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Zerstörung

entwurzelt

Schockierend. Boden und Blut. Klimakrise und Krieg. Zerstörung das beherrschende Thema. Was man für stabil hielt, ist unerwartet zerbrechlich.

Dass Frieden kein Dauerzustand ist, hatte ich schon seit Jahrzehnten im Hinterkopf. Theoretisch habe ich mit Krieg gerechnet. Aber jetzt, wo es ernst ist, überrascht es mich doch.

Statt zusammenzuhalten, um mit vereinten Kräften die größte aller Bedrohungen abzuwenden, gibt es immer mehr Spaltung.

Angesichts der Lage fühle ich mich geknickt.

Aus ihrem Leben gerissen und am Boden zerstört sind natürlich die unmittelbar Betroffenen, aber auch hierzulande ist es eine Zäsur.

 

 

 

Todestag

sehr plötzlich von der Bildfläche verschwunden

Unerwartet verstarb am vergangenen Freitag eine Nachbarin in unserem Haus. Wie immer reagiert man ungläubig, wenn jemand, der wie selbstverständlich immer da war, plötzlich verschwunden ist.

Doch der Tod lässt sich nicht wegdiskutieren mit Argumenten wie: „Aber gestern habe ich sie doch noch gesehen.“

Vielleicht lässt der Nahtod mit sich reden, wenn die Seele verspricht, ein gutes Wort für den gefürchteten Moment einzulegen. Manche berichten nach einer solchen Erfahrung von einem hellen Licht. Erlösung zu finden und in Frieden zu ruhen, ist nicht die schlechteste Vorstellung über den Tod hinaus.

Was bleibt, ist Betroffenheit der Lebenden, Beileid für die Hinterbliebenen und eine Lücke, die sich erst später schließen wird.

das Fest

wer und was alles zusammen kam

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Jede Menge Ehrengäste tummelten sich bei der Preisverleihung. Ihre Ausstrahlung stellte alles andere in den Schatten.

Die Nächsten-Liebe erschien in kleidsamem Rot mit großzügigem Ausschnitt. Daneben sah selbst der Weihnachtsmann blass aus.

Der liebe Frieden hatte ausnahmsweise Feierabend. Normalerweise hat er alle Hände voll zu tun, um zwischen jenen Streithähnen zu vermitteln, die sich leider nur allzu oft und überall unter´s Volk mischen. Wenn es um Rechthaberei geht, zanken die aus alter Tradition, zur Not um einen Apfel.

Die Eintracht war ungetrübt und hatte es zum Glück nicht nötig, sich die Welt etwas schöner zu trinken – und war deshalb am Ende auch nicht blau.

Die Freude trug allerlei bunten Firlefanz, mischte überall mit, unterhielt sich bestens und tänzelte innerlich ganz ausgelassen zwischen den anderen herum.

Der Tannenbaum kam in schlichtem Grün, wie immer, sommers wie winters  – bis er nadelt, dann geht es ins Bräunlichgelbe.

Aber zur Feier des Tages putzte er sich prächtig heraus und behängte sich mit allem, was das Schmuckkästchen hergab. Aber kein Bling-Bling, sondern nur echte Klunker und Kerzen.

Die Kerzen selbst schienen beruhigend und leuchteten goldgelb. Sie sorgten für eine behagliche und beschauliche Stimmung. Die Gesellschaft fühlte sich sehr wohl in dieser gemütlichen Runde.

Die guten Gaben wurden großzügig verteilt. Geben und Nehmen hielten sich die Waage. Gekaufte Geschenke sind dagegen vergleichsweise wertlos.

Am Heiligabend wurde trotz all der Pracht nicht durchgemacht, sondern er endete in himmlischer Ruh´. Der letzte machte das Licht aus.

Vernünftige Entscheidung, denn Morgen ist ja auch noch ein Tag, der zweite, wenn ich mich nicht verzählt habe.

Renaissance

schlaue Sprüche

Poesie Album

Wie wäre es mit der Wiederbelebung einer alten Tradition, an die ich mich noch aus Grundschulzeiten erinnere?

Ich sammelte Lebensweisheiten. Indem ich las, was andere an klugen Sprüchen auf Lager hatten und weitergab, was mir gefiel. Diesen Austausch fand ich bereichernd.

Es war eine Ehre, gefragt zu werden und sich in einem Poesie-Album verewigen zu dürfen. Soweit ich mich erinnere, gaben sich alle sehr viel Mühe, etwas Schönes aufzuschreiben. Als Zeichen der Wertschätzung.

Die gute alte Zeit (diesbezüglich). Seufz.

Ich fände es schön, diese sinnvolle Sitte wiederaufleben zu lassen. Und mir fallen auch sofort zwei Weisheiten ein, die es in sich haben und sich lohnen, das man sie verbreitet. Einmal kurz und knackig:

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.

Und einmal etwas länger:

Eine Indianerweisheit sagt, in unseren Herzen tobt ein Kampf zwischen zwei Wölfen.

Indianer mit Schlange

Der eine Wolf ist böse. Seine Waffen sind Angst, Ärger, Neid, Eifersucht, Sorgen, Gier, Arroganz, Selbstmitleid, Lügen, Überheblichkeit, Egoismus und Missgunst.

Der andere Wolf ist gut. Seine Waffen sind die guten Dinge, wie z. B. Liebe, Freude, Frieden, Hoffnung, Gelassenheit, Güte, Mitgefühl, Großzügigkeit, Dankbarkeit, Vertrauen und Wahrheit.

Welcher Wolf gewinnt? Der, den wir füttern.

 

wirklich und wahrhaftig

offline

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 Ich bin zu 100 Prozent sicher, dass ich wach war und nicht träumte. Dass ich das noch erleben durfte… unglaublich!

Ich stand in der S-Bahn, vier Sitzplätze, vier Frauen (wobei das Geschlecht in diesem Fall gar keine Rolle spielt ). Eine von ihnen hielt ein dickes Buch in Händen und die anderen drei fuhren freihändig! Kein Handy, NICHTS!!!

Ich konnte mich gar nicht wieder einkriegen und kaum satt sehen an diesem außergewöhnlichen Anblick. Als würde die Neuzeit einen Moment stehenbleiben, bei diesem Stillleben verweilen und Frieden und Freiheit schenken.

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