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Literatur

eine Frage der Definition

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Wenn ich den Begriff Literatur höre, denke ich an Anspruchsvolles. Doch worin der Anspruch eines jeden einzelnen oder einer ganzen Gesellschaft bestehen mag, bleibt unklar.

Wen oder was soll Literatur ansprechen? Eine Bildungselite, die sich gerne hochgestochen ausdrückt, um intellektuelle Überlegenheit mit Schlaumeierei zum Ausdruck zu bringen?

Oder möchte sich Literatur nur abgrenzen von kommerziellen Schinken und Arztromanen, die vor allem Unterhaltungswert haben, weil sie gefällig geschrieben sind?

In einer von vielen Definitionen heißt es, es handele sich um schriftlich fixierte sprachliche Zeugnisse. Das gefällt mir.

Authentische Sprache kann mir manchmal mehr sagen und als 1000 Tonnen Hoch- oder Massenliteratur. Ich sage das auch im Sinne von Götz von Berlingen.

Vermutlich verhält es sich wie mit der Kunst. Auch dort gehen Geschmäcker und Verstand getrennte Wege. Die einen handeln damit, die anderen lassen sich von etwas ansprechen.

Gutes muss nicht teuer sein, aber am besten mit Herzblut gemalt oder geschrieben. Punkt.

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lohnenswert

SuedLese letzen Sonntag in Wilhelmsburg

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Ich fuhr zur Deichdiele, um Susanne Bienwald zuzuhören. Es wurde eher ein Lauschen, weil sie mich von Anfang an mitnahm auf die Reise von Friedrich Hebbel.

„Da geht einer“ beschreibt seinen beschwerlichen Weg von München nach Hamburg, von Armut zu angestrebtem Ruhm. Er hält sich für einen bedeutenden Dichter.  Mit dem Damoklesschwert des Scheitern über seinem Kopf, geht er hocherhobenen Hauptes in der festen Überzeugung von seiner eigenen Herrlichkeit .

Susanne Bienwald gelang nicht nur das Kunststück, die inneren Dialoge dieses damals noch unbekannten und gleichwohl eingebildeten Autors zu beschreiben, sondern weckt mit ihrer eigenen Sprache gleichfalls die Liebe zur Literatur zum Leben.

Mir hat die Lesung ausgesprochen gut gefallen, zumal die Autorin sehr gut vortragen kann. Ich freue mich schon auf den Herbst, wenn sie im Komm du aus einem anderen Buch lesen wird: Wittensee.

Auf dem Klappentext sagt die Protagonistin: „Es war anstrengend, so zu sein, wie die anderen mich haben wollten“