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Verwandlungskunst

Eigendynamik

Mich faszinieren Prozesse. Die Kunstleihe Harburg wird lebendig durch den ständigen Austausch. Nicht nur der zwischen den Menschen vor Ort  und zwischen den Besuchern und den Werken, sondern auch die Bilder selbst scheinen miteinander zu korrespondieren.

Es findet ein stiller Dialog statt – sei es, dass sie eine Allianz oder auch einen Kontrast bilden. Das Kommen und Gehen der Leihgaben entwickelt eine eigene Dynamik. Die entliehenen Bilder hinterlassen eine Lücke, die gefüllt werden möchte.

Dabei kommt es immer wieder zu interessanten Wechselwirkungen. Man spürt förmlich, wie die Energie fließt und einen Sog erzeugt. Anziehungskraft.

Ich weiß diesen gestaltbaren Raum und Ort der Begegnung sehr zu schätzen.

 

verbindlich

Momente der Verbundenheit

Wenn ich alle Allianzen, die ich eingehe, beständig auf gleichem Niveau aufrechterhalten wollte, käme ich nicht mehr zu neuen Begegnungen, sondern bewegte mich auf immer gleicher Bahn, wie in einem Karussell.

Verbindlichkeit vermag zur Fessel zu werden, wenn es zu eng wird, um frei zu sein. Ein fester Knoten, der einen an Ort und Stelle festhält und an neuen Beziehungen hindert.

Stattdessen möchte ich lieber ein lockeres Netzwerk knüpfen, viele haltbare Schleifen binden: von Zeit zu Zeit ein Stück gemeinsam gehen, den flüchtigen Augenblick genießen, mich dann aber auch wieder lösen, um weiterziehen und auf der Wanderung Neues kennenlernen zu können.

persönlich

Begegnung

Heute findet die Filmvorführung in der Dreifalt statt. Zu Gast der Regisseur Maan Mouslli.

Er stammt aus Syrien, war IT-Manager. Nach seiner Ankunft lernte er die deutsche Sprache und begann sich dem Filmgenre zu widmen. Sein Sujet: Flüchtlinge wie er. Aber mit Persönlichkeit, eigener Geschichte und eigenem Gesicht.

Es entstand der Film „Newcomers“, der einen faszinierenden und berührenden Blick  wirft auf die Individuen hinter dem pauschalen Terminus  „Flüchtling“.

Der Film wird heute um 20 Uhr im Projekt „3falt – Kunst, Kultur, Kreativität“ in der leerstehenden Harburger Dreifaltigkeitskirche in der Neuen Straße 44 gezeigt. Anschließend ist Zeit und Raum für persönlichen Austausch.

 

 

Höhenflug

ganz high

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Wenn es läuft, dann läuft es. Manchmal hat man so einen Lauf und kann es kaum fassen. Diese Woche war wundervoll. Es ergaben sich allerlei Möglichkeiten, die ich zu schätzen wusste.

Ich glaube, das ist mein Erfolgsrezept. Ich sehe Chancen und nutze sie. Die Risiken erscheinen mir vergleichsweise gering. Es lohnt sich aus meiner Sicht, sich für die richtigen Dinge ins Zeug zu legen.

Die Nominierung meines Hamburger des Tages wurde erhört und im Radio gesendet. Ich sagte ein wenig mehr als nur „Danke, Langanke“. Ich glaube soagr, dass ich eben jenes Wortspiel vergaß, als der Anruf vom NDR kam.

Dafür machte ich bei der Gelegenheit nicht nur Werbung für den Sprecher von Suedkultur, sondern auch für die bevorstehenden Literaturtage in Harburg und Umgebung, die sogenannte SuedLese.

Und schau mal einer an: Das Hamburg Journal will etwas dazu senden. Womöglich muss ich nun doch noch mal vor die Kamera.  Besser gesagt: Ich wäre schön blöd, wenn ich vor Muffensausen kneifen würde, denn es ist DIE Gelegenheit, um für das zu werben, was mir wirklich am Herzen liegt.

Überhaupt liebe ich es, Werbung zu machen: für gute Projekte, Menschen und Orte, für Kunst und Kultur, für Begegnung und Austausch.

In dem bevorstehenden Interview kann mir kaum etwas passieren, denn ich stehe voll und ganz hinter dem, was ich tue.

Begegnung

Emotional.

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Ich hatte einen ungewöhnlichen Tag. Größtenteils war ich es selber, die ihm diesen Schliff gab. Denn ich machte einiges, was ich zuvor noch nie getan hatte. Dieser Tag sollte mich herausfordern und war ein Riesenüberraschungs-Ei, in dem alles drin steckte: Spannung, Spiel und Spaß.

Es sollte ein besonderer Tag werden. Einfach so. Etwas tun, was ich normalerweise nicht mache oder sogar zum allerersten Mal. Also sah ich mir einen Lach-Yoga-Film an, weil ich mich anstecken lassen wollte. Einige machten es vor und ich es nach und mit, allein in meiner Stube. Und ich verfiel tatsächlich in lautes und herzliches Gelächter. Nachdem ich mich solchermaßen in gute Laune versetzt hatte, kam ich zum zweiten Punkt meiner spontanen Tagesordnung.

Ich packte eine kleine Auswahl unterhaltsamer Lektüre zusammen und verließ in ausgelassener Stimmung das Haus, um irgendwo jemand über den Weg zu laufen, der, dem oder denen ich etwas vorlesen könnte.  Für mich zur Übung und auch als Mutprobe – für den Zuhörer zur reinen Unterhaltung.

Klar, selbstredend würde es mich einige Überwindung kosten, einen wildfremden Menschen anzusprechen. Aber ich dachte mir, wenn ich die Hemmschwelle erst einmal überwunden hätte, könnte es ganz nett werden.

Und wie! Es war mehr als nett. Mehr, mehrer, am mehresten. Es war ein wirklich berührendes Erlebnis. Ich las am Bahnhof einer alten Frau vor, die auf einen Zug wartete und sich auf mein Angebot einließ, offenbar ohne zu befürchten, dass die Sache einen Haken haben könnte. Das war an sich schon eine angenehme Überraschung und machte mir die Sache leichter.

Ihr gefiel dann nicht nur was, sondern auch wie ich las. Ich freute mich sehr, als sie schon nach kurzer Zeit sagte, ich würde schön deutlich lesen. Dabei wies sie auf ihr Hörgerät in einem Ohr und erklärte, auf dem anderen sei sie vollständig taub.

Wir kamen ins Gespräch, erst über den Text und dann persönlich. Als sie auf ihre vor anderthalb Jahren verstorbene Tochter zu sprechen kam, stiegen ihr die Tränen in die Augen.  Nun war ich an der Reihe, gut zuzuhören und zu verstehen. Es war für uns beide eine sehr ungezwungene und menschliche Begegnung.

Am Ende des Tages denke und spüre ich: Ich wurde reichlich für meinen Mut belohnt. Es war wirklich ein besonderer Tag. Einer von weiteren, die noch folgen sollen. Einer von vielen besonderen. Einer von denen, bei denen so etwas herauskommen kann.

Das macht Lust auf mehr Ü-Eier!